EKM: Kirchenplakate werben für Friedensgebete

8. Oktober 2009 von Redaktion GLAUBE+HEIMAT  
Abgelegt unter Mitteldeutschland

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Foto: Viktoria Kühne

Foto: Viktoria Kühne

Die Evangelische Kirche in Mitteldeutschland (EKM) wirbt 20 Jahre nach der friedlichen Revolution auf Großplakaten für neuerliche »Montagsgebete im Oktober«.

Eines der ersten von insgesamt 230 Großplakaten in 18 Städten brachte Bischöfin Ilse Junkermann in Magdeburg an. Die Montagsgebete sollen sich aktuellen »Brennpunkten« widmen. In insgesamt rund 80 Gemeinden gebe es bereits für die vier Montage im Oktober entsprechende Einladungen.

Weitere Informationen unter www.gesegnete-unruhe.de.

Wider die Resignation

2. Oktober 2009 von Redaktion GLAUBE+HEIMAT  
Abgelegt unter Mitteldeutschland

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Im Oktober laden die Kirchen wieder zu Montagsgebeten ein

Kerzen und Gebete können die ­Gesellschaft verändern.	Foto: Maik Schuck

Kerzen und Gebete können die ­Gesellschaft verändern. Foto: Maik Schuck

Der Oktoberfrühling begann mit Gebeten. Nicht erst 1989 wurden Friedensgebete in den Kirchen aktuell. Doch die große Anziehungskraft entfalteten sie in den Wochen vor der Maueröffnung – im Oktober 1989.
Die Evangelische Kirche in Mitteldeutschland (EKM) hat ihre Gemeinden im Rahmen der Kampagne »Gesegnete Unruhe« aufgerufen, in ­diesem Herbst wieder zu Montags­gebeten in die Kirchen einzuladen. In vielen Gemeinden – von Stendal bis Schleusingen – finden sie ab dem 5. Oktober statt, in manchen auch über den Oktober hinaus. Der kleine Ort Seebach bei Eisenach öffnet zum Beispiel bis zum 18. November jeden Montag die Kirchentüren. Nach dem Gebet gebe es eine Zeit des »offenen Mikrofons«, erläutert Pfarrer Johannes Reinhardt. Auch resignierte Menschen müssten gehört werden. »Wir brauchen offene Gespräche« und in der Kirche könne jeder seine Freuden und Sorgen vor Gott bringen.

In Stendal bereiten Ehrenamtliche die Montagsgebete vor. Nach dem Friedensgebet wird es ein gemeinsames Essen geben und ein Gesprächsangebot. »Wir reden darüber, was ­Kirche damals wollte und was heute anliegt«, sagte Pfarrer Matthias Schröder von St. Petri der Kirchenzeitung. So gehe es zum Beispiel um die damalige ­Aktion »1 Mark für Espenhain«, aber auch um den Widerstand gegen ein Steinkohlekraftwerk in Arneburg. Die Gemeinden richten sich in der Regel nach dem Material, das von der EKM-Kampagne »Gesegnete Unruhe« erarbeitet wurde, und stellen ihre Gebete unter die vorgeschlagenen Themen. So geht es beim ersten Friedensgebet um die »Sehnsucht nach Mitbestimmung«. Weitere Themen sind Verteilungsgerechtigkeit, Friedensarbeit und Klimaveränderung.

»Vor 20 Jahren haben Menschen in den Kirchen Raum gefunden, ihren Unmut zu formulieren. Und sind von da aus auf die Straßen und Plätze gezogen. So wurde aus den Protesten eine friedliche Revolution der Kerzen und Gebete«, erklärte Landesbischöfin Ilse Junkermann. Die Montagsgebete sollen daran erinnern, »wie Glaube Veränderungen bewirken kann.« Um die Menschen auf die Veranstaltungsreihe aufmerksam zu machen, werden Ende dieser Woche in 18 Städten der EKM 230 Großplakate angebracht: zum Beispiel in Eilenburg oder Sangerhausen, in Altenburg oder Schleiz. Mit der Aktion will die EKM erneut Unruhe stiften und Mut machen wider die Resignation.

(mkz)

www.gesegnete-unruhe.de