Anschlag auf die Freiheit
11. März 2011 von redaktionguh
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Shahbaz Bhatti († 2. März 2011 in Islamabad) war ein pakistanischer Politiker und Minister für Minderheiten.
Der katholische Christ war auf offener Straße erschossen worden, weil er sich für eine Abschaffung des Blasphemiegesetzes stark gemacht hatte. Nach diesem Gesetz können Gotteslästerung und Entweihung des Korans sogar mit dem Tod bestraft werden.
Der Anschlag auf den einzigen christlichen Minister in Pakistan ist jedoch nur die jüngste Eskalation. Bereits im Januar war ein weiterer Politiker von seinem Leibwächter erschossen worden, weil er das umstrittene Gesetz abschaffen wollte. Offensichtlich soll hier Unfrieden zwischen den Religionen geschürt und der Druck von islamischen Fundamentalisten auf die Regierung erhöht werden. Aber nicht nur in Pakistan droht der christlichen Minderheit Gefahr an Leib und Leben. Menschenrechtsexperten gehen davon aus, dass weltweit 100 Millionen Christen drangsaliert und verfolgt werden.
Große Einflussmöglichkeiten des Westens gibt es kaum. Wenn schon nicht einmal die eigene Führung in der Lage ist, ein Kabinettsmitglied zu schützen und dem Fundamentalismus Einhalt zu gebieten, wie soll das von außen möglich sein? Deshalb reicht es auch nicht, die zunehmende Gewalt gegen Christen zu beklagen.
Die Staatengemeinschaft muss sich verstärkt für Religionsfreiheit einsetzen und Minderheiten vor Verfolgung schützen. Ebenso wichtig ist es freilich auch, in den Gemeinden Solidarität mit den verfolgten Christen in anderen Teilen der Welt zu zeigen. Die Evangelische Kirche in Deutschland will am 20. März erneut mit Fürbitten auf deren schwierige Lage aufmerksam machen. Das ist eine gute Gelegenheit zu beweisen, dass diese Christen zwar weit weg sind, uns aber auch ganz nah.
Martin Hanusch
Humanitäre Katastrophe
20. August 2010 von Redaktion GLAUBE+HEIMAT
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Der schleppende Beginn der Hilfsaktionen für die über 20 Millionen Menschen, die von den Überflutungen in Pakistan betroffen sind, ist für die Betroffenen nichts anderes als eine zweite Katastrophe. Von einer Spendenflut wie nach dem Tsunami ist derzeit jedenfalls noch nicht sehr viel zu sehen – auch wenn sich die Direktorin der Diakonie-Katastrophenhilfe, Cornelia Füllkrug-Weitzel, bereits am vergangenen Freitag beeindruckt von der Spendenbereitschaft der Deutschen zeigte. Doch die wenigen Millionen Euro, die bislang auf den Konten der Hilfsorganisationen eingingen, sind nichts im Vergleich zur Größe der deutschen Bevölkerung. Statistisch gesehen sind wir noch weit davon entfernt, dass jeder Bundesbürger auch nur einen Euro gespendet hat.
Da wiegt es umso schwerer, wenn mitten in einer Flutkatastrophe der im Haushalt des Auswärtigen Amtes angesiedelte Etat für humanitäre Hilfe um 20 Prozent gekürzt wird. Zurecht beklagen Diakonie und Caritas dieses realitätsferne Vorgehen der Bundesregierung. Denn so wenig Naturkatastrophen vorhersagbar sind: Der Klimawandel wird nach Meinung der meisten Experten dazu führen, dass ihre Zahl eher weiter steigt als fällt. Staatliche Hilfe wie Spendengelder werden sich auf immer mehr Katastrophen aufteilen müssen. Wer da bei der humanitären Hilfe kürzt, wird eines Tages selbst in den Fluten untergehen.
Benjamin Lassiwe







