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	<title>⇒ Glaube + Heimat &#187; Pflegefall</title>
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		<title>Überfällig</title>
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		<pubDate>Thu, 11 Mar 2010 09:47:48 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Redaktion GLAUBE+HEIMAT</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kommentar]]></category>
		<category><![CDATA[Kristina Schröder]]></category>
		<category><![CDATA[Pflege]]></category>
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Lange Zeit hat das Thema Pflege ein Schattendasein geführt. Allenfalls in Fachkreisen und betroffenen Familien ist darüber intensiver nachgedacht worden. Wer redet schon gerne über Pflegebedürftigkeit und die dann notwendige Hilfe? Nun sorgt ein Vorschlag von Bundesfamilienministerin Kristina Schröder für eine längst fällige Diskussion. Die CDU-Politikerin hat sich in der vergangenen Woche für eine zweijährige [...]]]></description>
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<p>Lange Zeit hat das Thema Pflege ein Schattendasein geführt. Allenfalls in Fachkreisen und betroffenen Familien ist darüber intensiver nachgedacht worden. Wer redet schon gerne über Pflegebedürftigkeit und die dann notwendige Hilfe? Nun sorgt ein Vorschlag von <a href="http://www.kristinaschroeder.de/ministerium/" target="_blank">Bundesfamilienministerin Kristina Schröder</a> für eine längst fällige Diskussion. Die CDU-Politikerin hat sich in der vergangenen Woche für eine zweijährige <a href="http://www.tagesschau.de/inland/familienpflegezeit102.html" target="_blank">Pflegezeit </a>stark ­gemacht. Nach ihrem Willen soll es künftig einen Rechtsanspruch für Berufstätige geben, die sich um pflegebedürftige Familienmitglieder kümmern. Beruf und Pflege müssten genauso vereinbar sein wie Beruf und Kinder, so die Ministerin.</p>
<p>Auf Kritik aus Politik und Wirtschaft musste sie nicht lange warten. Unausgegoren, Frauenbild von vorgestern und für die Unternehmen zu unsicher, lauten nur einige der Vorwürfe. Doch solche Vorbehalte helfen nicht weiter, denn das Problem drängt. Schon heute gibt es mehr als 2,25 Millionen Menschen, die pflegebedürftig sind. In den nächsten Jahren wird ihre Zahl weiter steigen. Allein aus diesem Grund ist es richtig und wichtig, dass die Gesellschaft sich darüber verständigt, wie sie mit dieser Herausforderung umgehen will. Eine Familien-Pflegezeit ist zumindest ein erster Ansatz. Schließlich werden bereits jetzt rund die Hälfte aller Pflegefälle zu Hause von Angehörigen betreut. Zudem dürfte die Regelung vor allem berufstätigen Frauen zugute kommen, die ohnehin die größte Last zu tragen haben und meist auch noch die Pflege der Eltern übernehmen.</p>
<p>Der Vorschlag mag nicht bis ins Detail ausgearbeitet sein und Schwachstellen haben. Ihn von vornherein abzulehnen, erscheint im besten Fall voreilig. Wer einen Pflegefall in der Familie hat, weiß, was die pflegenden Angehörigen wirklich leisten. Für sie könnte eine solche Regelung tatsächlich zeitweise Entlastung und Anerkennung bringen. Außerdem ist es eine gute Möglichkeit, das Thema dorthin zu bringen, wo es hingehört – ins öffentlichen Bewusstsein.</p>
<p><em>Martin Hanusch</em></p>
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