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	<title>Glaube + Heimat &#187; Psalm 35.22b</title>
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	<description>Evangelische Wochenzeitung in Mitteldeutschland</description>
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		<title>Niemals allein, niemals verlassen</title>
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		<pubDate>Fri, 05 Mar 2010 12:16:01 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Redaktion GLAUBE+HEIMAT</dc:creator>
				<category><![CDATA[Wort zur Woche]]></category>
		<category><![CDATA[Giselher Quast]]></category>
		<category><![CDATA[Psalm 35.22b]]></category>

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		<description><![CDATA[Herr, sei nicht ferne von mir!
Psalm 35, Vers 22b
Das ist ein Gebet, das mir niemals über die Lippen kommt. Weil ich niemals daran gezweifelt habe, dass Gott bei mir ist. Seit frühester Kindheit haben mir meine Eltern den unerschütterlichen Glauben mitgegeben, dass ich niemals verlassen bin, dass Gott nie gegen mich ist. Dieser Kinderglaube trägt [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<blockquote><p><strong>Herr, sei nicht ferne von mir!<br />
Psalm 35, Vers 22b</strong></p></blockquote>
<p><img src="http://www.glaube-und-heimat.de/files/2010/03/Porträt-G.-Quast-222x300.jpg" alt="Porträt-G.-Quast" title="Porträt-G.-Quast" width="222" height="300" class="alignright size-medium wp-image-2143" />Das ist ein Gebet, das mir niemals über die Lippen kommt. Weil ich niemals daran gezweifelt habe, dass Gott bei mir ist. Seit frühester Kindheit haben mir meine Eltern den unerschütterlichen Glauben mitgegeben, dass ich niemals verlassen bin, dass Gott nie gegen mich ist. Dieser Kinderglaube trägt mich bis heute, und ich bin dankbar dafür.</p>
<p>Ging es mir vielleicht nur noch nicht schlecht ­genug, um so zu bitten? Ich weiß, manche ringen da viel mehr mit sich und mit Gott, flehen ihn an, suchen ihn, bestürmen ihn. Ihr Schicksal, ihr Leiden ist ihnen ein Beweis dafür, dass Gott ferne ist. Eli Wiesel beschreibt in seinem Buch »Die Nacht«, wie er als 15-Jähriger in Auschwitz die Hinrichtung eines Kindes erlebt hat. Während der Junge noch am Strick zappelte und qualvoll starb, hörte er einen Mann neben sich fragen: Wo ist Gott? Und Eli Wiesel vernahm in sich die Antwort: Dort hängt er, am Galgen …</p>
<p>Gott ist bei den Leidenden, nicht bei den Leidmachern. Gott ist bei den Opfern, nicht bei den ­Tätern. Gott ist nicht fern, er leidet mit. Das ist die Botschaft, die Eli Wiesel damals in seinem Herzen hörte. Wer Gott in der Not ferne glaubt, wirft den letzten Halt weg, der ihm nahe ist.</p>
<p>Doch, es ging mir oft genug schwer im Leben. Zu DDR-Zeiten als Pfarrerskind und nach der Wende für manches Engagement und manche kritische Haltung. Ich war nie mit dem Leben bedroht. Aber infrage gestellt und entwertet schon. Ich habe Gott nie daran gemessen, wie es mir geht. Ich war ­dankbar, dass ich in jedem Ergehen eine Kraft hatte, die mich nicht verzweifeln ließ, die mir Mut zusprach. Und jemanden, der mich nicht aufgibt, selbst wenn ich nicht das Richtige getan habe.</p>
<p>Als Jesus am Kreuz betete »Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen«, hat er einen Psalm gebetet, der voller Vertrauen schließt. Auch Psalm 35 schließt mit den Worten: »Der Herr sei hoch gelobt, der seinem Knecht so wohl will!« Ich kann wohl Gott verlassen – aber er ist nie ferne von mir.<br />
<em></em></p>
<p><em>Giselher Quast, Domprediger in Magdeburg</em></p>
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