So einfach ist das nicht
25. März 2010 von Redaktion GLAUBE+HEIMAT
Abgelegt unter Wort zur Woche
Wirf dein Anliegen auf den Herrn, der wird dich versorgen und wird den Gerechten in Ewigkeit nicht wanken lassen. Psalm 55, Vers 23

Theresa Rinecker, Seelsorgeseminar Weimar
So einfach klingt das. Das Anliegen auf den Herrn werfen. Als ginge das wie Handball-Spielen. Wirf den Ball weiter, und dann hat der andere die Verantwortung. Er ist nun dran.
Ich denke an die vielen und mich selbst, die Kerzen entzünden und Gebete seufzen. Menschen sorgen sich um Leib und Seele, um sich und andere. Wenn die Last nicht kleiner wird, reicht die Kraft nicht. Es wäre so notwendig, damit wieder Luft und Sonne geatmet werden können. Allein, so wie ich mir das wünsche, funktioniert es nicht. Keine Zauberhand setzt mein Leben unter einen anderen Stern.
Im Psalm 55 mahnt ein Betender sich selbst. Er erinnert sich. Er hält sich selbst und Gott seine bittere Erfahrung vor. Engste Gefährten und Vertraute haben enttäuscht, sie haben sich abgewandt. Sich selbst ermunternd, hält er klagend, betend die Hoffnung aufrecht. Wenn uns Vertrautes, Menschen oder Gesundheit verloren gehen, ist dies bedrohlich. Der Halt und der Boden kommen ins Wanken. Das sicher geglaubte Leben rutscht, wird gewaltig verrückt, es droht wegzubrechen.
»Woher kommt mir Hilfe? Lass mich nicht fallen, du nicht, sei mir Halt, Hilfe und Schutz. Lass es so nicht für immer.« Unmerklich kann es geschehen, dass über solchem Bitten und Sich-Ausrichten unsere Gebrochenheit in ein neues Licht kommt, auch ohne Zauberer. Im Chor haben wir weiter gesungen: »Denn seine Gnade reicht soweit der Himmel ist und keiner wird zuschanden, der auf ihn harret.«
Theresa Rinecker, Seelsorgeseminar Weimar




