Ein Hoffnungsbild vom Friedensreich Gottes

3. Juni 2010 von redaktionguh  
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Von deinem Schelten, Gott Jakobs, sinken in Schlaf Ross und Wagen.
Psalm 76, Vers 7

Foto: majaFOTO, sxc.hu

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Der Krieg ist sehr verschieden vom Frieden«, heißt der Titel einer Geschichte von James Krüss. Wie verschieden der Krieg vom Frieden ist, erlebte der weltberühmte Autor als Soldat im ­Zweiten Weltkrieg. Und wieder erleben es in diesen Tagen Menschen, die unsäglich leiden und trauern. Ob in Afghanistan, Thailand, Nord- und Südkorea, Jamaika, beim Angriff auf den Gaza-Konvoi … überall töten Kriegstreiber auf »Ross und Wagen«.

Umso schlimmer empfinde ich es, wenn Menschen, die nach Gott fragen, vorgehalten wird, sie seien Träumer, Utopisten, Gutmenschen, Sozialromantiker oder Gerechtigkeitsfanatiker. Die Welt sei doch viel komplizierter und differenzierter. So einfach, wie es die Bibel und die Kirchen sagen, gehe es doch nicht mit Frieden und Gerechtigkeit.

Seit Urzeiten ist Menschen eine tiefe Sehnsucht nach Frieden und Ruhe inne. Sie malen Bilder, ­erzählen Geschichten und singen Lieder ihrer ­Hoffnung, um einander in ihrem Ringen um eine bessere Welt zu stärken und zu ermutigen. Psalm 76 gehört dazu. Er malt erzählend, singend und betend ein Hoffnungsbild vom Friedensreich Gottes.

»Dort zerbricht er die Pfeile des Bogens, Schild, Schwert und Streitmacht. Von deinem Schelten, Gott Jakobs, sinken in Schlaf Ross und Wagen. Wenn du das Urteil lässt hören vom Himmel, erschrickt das Erdreich und wird still, wenn Gott sich aufmacht zu richten, dass er helfe allen Elenden auf Erden.«

Der Beter des Psalms hofft zuerst auf Gottes Gegenwart und Hilfe, weil er weiß, dass menschliche Bemühungen um Frieden und Gerechtigkeit im Strudel von Schuld, Verzweiflung und Ohnmacht untergehen können. Du bist herrlicher und mächtiger, betet er und vertraut der Kraft Gottes. Sie macht ihn frei und stark, in der Vision vom Friedensreich Gottes hier und jetzt seine Stimme für die Elenden zu erheben. Der Krieg ist sehr verschieden vom Frieden. Deshalb beten wir auch heute um den Frieden Gottes, der höher ist als alles, was wir begreifen können.

Christine Voigt, Pfarrerin in Bischofroda