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	<title>Glaube + Heimat &#187; Schande</title>
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		<title>Damit wir nicht zuschanden werden</title>
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		<pubDate>Thu, 28 Jan 2010 10:18:41 +0000</pubDate>
		<dc:creator>redaktionguh</dc:creator>
				<category><![CDATA[Wort zur Woche]]></category>
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		<description><![CDATA[Mein Herz bleibe rechtschaffen  in deinen Geboten,  damit ich nicht zuschanden werde.
Psalm 119, Vers 80 
Ein Friedhof der toten Wörter. Gäbe es ihn, wir könnten aus unserem Psalmvers im Lutherdeutsch gleich zwei Wörter zur Bestattung freigeben: rechtschaffen und zuschanden. Oder benutzen wir diese Wörter noch? Wenn Wörter außer Mode kommen, besagt das noch nicht, dass [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_1854" class="wp-caption alignright" style="width: 570px"><img src="http://www.glaube-und-heimat.de/files/2010/01/917180_42610003.jpg" alt="Foto: Alexander Kalina, sxc.hu" title="917180_42610003" width="560" height="373" class="size-full wp-image-1854" /><p class="wp-caption-text">Foto: Alexander Kalina, sxc.hu</p></div>
<blockquote><p><strong>Mein Herz bleibe rechtschaffen  in deinen Geboten,  damit ich nicht zuschanden werde.<br />
Psalm 119, Vers 80 </strong></p></blockquote>
<p>Ein Friedhof der toten Wörter. Gäbe es ihn, wir könnten aus unserem Psalmvers im Lutherdeutsch gleich zwei Wörter zur Bestattung freigeben: rechtschaffen und zuschanden. Oder benutzen wir diese Wörter noch? Wenn Wörter außer Mode kommen, besagt das noch nicht, dass auch ihr Inhalt nicht mehr zutrifft. Zuschanden werden, darin steckt das Wort Schande. Schande bedeutet in seinem Ursprung »Beschädigung«, später dann Minderung oder gar Verlust der Ehre.</p>
<p>Der hier den Psalm betet, scheint vor dieser Beschädigung, vor diesem Verlust der Ehre Angst zu haben. Auch unter uns Heutigen ist diese Angst verbreitet. Statt Ehre sagen wir vielleicht eher Ansehen. Wer fürchtet sich nicht davor, sein Ansehen zu verlieren? Zum Gespött der Leute zu werden? Ausgegrenzt zu sein in Schule, Beruf, Bekanntenkreis?</p>
<p>Um es mit einem Beispiel zuzuspitzen: Vor kurzem ist in einem Thüringer Dorf aufgeflogen, dass der ehrenamtliche Bürgermeister spielsüchtig ist und Gemeindegelder veruntreut hat. Viel schlimmer für ihn als die zu erwartende Bestrafung auf dem Gerichtsweg ist der Verlust von Ansehen. Er kann sich kaum noch in seinem Dorf blicken lassen. Er hat Angst, »zuschanden« zu werden.</p>
<p>Was hilft gegen diese Angst? Der Psalmbeter möchte rechtschaffen bleiben, sein Ansehen behalten. Für ihn ist das unauflöslich mit Gottes Geboten verbunden. Sie sind ihm Halt, Orientierung. Wie ein Geländer auf dem Dach eines Aussichtsturmes. Ich kann den Rundblick genießen, aber ich stürze nicht in die Tiefe.</p>
<p>Die Gebote Gottes sind Angebote für uns, unserem Leben ein Geländer zu geben. Damit wir nicht zuschanden werden. Nur eine Generation nach Luther hat das ein Dichter so ausgedrückt: »Lass mich dein sein und bleiben, du treuer Gott und Herr, von dir lass mich nichts treiben, halt mich bei deiner Lehr.«</p>
<p><em>Felix Leibrock,  Pfarrer in Apolda</em></p>
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