Das stimmt mich hoffnungsvoll

19. Mai 2018 von redaktionguh  
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Jubilar: Roland Hoffmann war von 1992 bis 2001 Landesbischof in Thüringen. Der Altbischof feierte am Montag seinen 80. Geburtstag. Willi Wild hat den Jubilar in seinem Garten in Jena getroffen.

Wie verbringen Sie Ihren Ruhestand?
Hoffmann:
Das Schönste im Rentnerdasein ist der Vormittagsschlaf. Wenn da mal jemand klingelt, kann mich keiner einen »faulen Hund« schimpfen. Ich bin Rentner, ich darf vormittags schlafen. Ansonsten haben wir, meine Frau und ich, Arbeitsteilung. Im Garten ist meine Frau für das Anlegen und Pflanzen zuständig, da ich schlecht Gänseblümchen von Pfingstrosen unterscheiden kann. Ich gieße, schneide die Hecke oder zimmere das Hochbeet zusammen.

Daneben werden Sie regelmäßig
zu Gottesdiensten und Veranstaltungen eingeladen. Wie oft ist das der Fall?
Hoffmann:
Im vergangenen Jahr waren es über 50 Gottesdienste. Aber seit diesem Jahr trete ich deutlich kürzer. Mit 80 Jahren muss und kann ich nicht mehr alles annehmen, auch wenn es mir nach wie vor Freude macht.

»Wenn der weiße Flieder wieder blüht« ist der Geburtstag von Altbischof Hoffmann nicht mehr weit. Seit 55 Jahren sind Brigitte und Roland Hoffmann verheiratet. Foto: Willi Wild

»Wenn der weiße Flieder wieder blüht« ist der Geburtstag von Altbischof Hoffmann nicht mehr weit. Seit 55 Jahren sind Brigitte und Roland Hoffmann verheiratet. Foto: Willi Wild

Wie erleben Sie heute die Landeskirche, die ja nicht mehr die ist, der Sie damals als Bischof vorstanden?
Hoffmann:
Ich erlebe unsere Kirche vorwiegend in den Gemeinden und kann mich da bloß freuen. Kürzlich war ich im Thüringer Wald im Pfarramt Oberhain zu einem Abend für die Ehrenamtlichen. Der Pfarrer hat 13 Kirchen in seinem Kirchspiel. Ins Dorfgemeinschaftshaus kamen etwa 90 Frauen und Männer. Das hat mich sehr erstaunt. In Zeiten, in denen das Ein-Mann-System des Pfarrerseins zusammenbricht, kommen Jung und Alt, um ehrenamtlich in ihrer Gemeinde mitzuarbeiten. Das ist doch ein Aufbruch! Das stimmt mich hoffnungsvoll. Das hat mir gezeigt, dass auf der Gemeindeebene Kirche nicht am Ende ist.

Vor zehn Jahren gab es die Fusion der Thüringer Landeskirche mit der Kirchenprovinz Sachsen zur EKM. Wie sehen Sie heute den Zusammenschluss?
Hoffmann:
Meine Absicht war schon damals, die Kirchengebiete in Thüringen zu einigen und die Propsteien Nordhausen, Erfurt und Suhl in unsere Landeskirche einzubinden. Daraus ist dann die Fusion geworden.

Das Bußwort des Landeskirchenrates schlägt hohe Wellen. Wie sollte Ihrer Meinung nach die Aufarbeitung und Versöhnung im Bezug auf die DDR-Zeit aussehen?
Hoffmann:
Das Wenn und Aber zum Bußwort zeigt doch, dass der Weg zur Versöhnung zu schmal angelegt ist, wenn man ihn nur auf die Stasi bezieht. Man kann unsere Vergangenheit aber nicht nur darauf beschränken. Mein Vorschlag war damals, ein Trauerjahr in unserer Landeskirche einzulegen. Aber das wurde weitgehend abgelehnt. Man wollte nicht mehr rückwärts, sondern nur noch nach vorne schauen. Ich bereue es bis heute, dass ich mich damals nicht durchgesetzt habe.

Was sollte da betrauert werden?
Hoffmann:
Zum einen das, was wir in der alten Ära verloren haben, nicht nur 40 Jahre unseres Lebens und Arbeitens, sondern auch das, was wir gewollt haben. Aber auch anzuschauen, was wir nicht geschafft haben. Wir haben gearbeitet bis zum Umfallen und trotzdem sind unsere Gemeinden kleiner geworden. Oder aber die Frage zu stellen, was wir in der geistlichen Arbeit verpasst und falsch gemacht haben. Ich rede nicht von Schuldzuweisung, sondern davon, einfach zu analysieren, was wir jetzt vorfinden. Damit hätten wir die gesamte Breite des Erinnerns gehabt und nicht nur die Engführung, diese Schmalspur-Verarbeitung in Sachen Stasi. Wir kommen bis heute nicht vorwärts, weil uns die Vergangenheit zurückzieht, denke ich.

Sie haben einmal gesagt, dass unserer Landeskirche eine Erweckung gefehlt habe. Ist das ein Grund, warum es mit der Vergangenheitsbewältigung nicht so richtig vorwärtsgeht?
Hoffmann:
Wir hatten in Thüringen nie eine Erweckung. Der erste Schritt bei einer Erweckung ist immer die Buße, also die Änderung der inneren Haltung, eine Bekehrung. Wir haben es nie gelernt, Buße zu tun und Buße zu leben. Vielleicht ist das ein Manko in der Geschichte unserer Kirche, dass wir so eine Stelle der Umkehr nicht benennen können. Dafür braucht es eine geistliche Qualifikation, die man nicht aus Büchern hat.

Was wünschen Sie sich im Bezug auf die Landeskirche?
Hoffmann:
Ich wünsche mir, dass wir bei allem, was wir tun und tun müssen, fröhlicher sind, weniger klagen und hoffnungsvoller das tun, was jeden Tag nötig ist.

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Rettet den Kindergarten

6. Mai 2018 von redaktionguh  
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Die Idee des Kindergartens verdankt die Welt dem Thüringer Pädagogen Friedrich Fröbel. Für seine 1840 in Bad Blankenburg eröffnete Einrichtung, in der die Trias von Bildung, Erziehung und Betreuung verwirklicht wurde, sah er im Garten als geschützten und gestalteten Lebensraum die passende Assoziation. So unterschiedlich die pädagogischen Konzepte bei der Betreuung von Kindern inzwischen auch sind, der Dreiklang von Bildung, Erziehung und Betreuung hat Gültigkeit bis heute. Und: In vielen Sprachen der Welt wurde neben dem Inhalt auch der Begriff Kindergarten wortwörtlich übernommen.

In seinem deutschen Ursprungsland allerdings gehört das Wort inzwischen zur aussterbenden Art. Im öffentlichen Sprachgebrauch, auch in Kirche und Diakonie, zunehmend verdrängt von dem technisch-bürokratischen Sammelbegriff Kindertageseinrichtung. Oder, noch schlimmer, vom Kürzel »Kita«.

Dass sich nun eine Kampagne des Thüringer Fröbel-Kreises zum Ziel gesetzt hat, das Wort Kindergarten wieder in den offiziellen Sprachgebrauch zurückzuholen, ist sicher mehr als löblich (siehe Seite 2), und trifft etwa auch bei den »Kita«-Fachberatern der Diakonie Mitteldeutschland und Sachsen durchaus auf Sympathie. Dennoch verweisen diese zu Recht darauf, dass der in den entsprechenden Gesetzestexten verwendete sperrige Begriff der Kindertageseinrichtung kaum ersetzt werden kann. Umfasst dieser doch neben dem Kindergarten für die Altersgruppe der Drei- bis Sechsjährigen auch die vorgelagerte Kinderkrippe, den Schulhort oder die Kindertagespflege.

Doch zumindest da, wo von einer Einrichtung für die entsprechende Altersgruppe die Rede ist, gilt: Wo Kindergarten drin ist, sollte auch Kindergarten draufstehen.

Harald Krille

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Orgelsommer geht weiter

29. April 2018 von redaktionguh  
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Kulinarik und Orgelmusik: Die 27. Ausgabe des Festivals wird vom 29. Juni bis 22. Juli unter Leitung des neuen Präsidenten KMD Theophil Heinke (Waltershausen) veranstaltet.

Was ist das Besondere an diesem Ereignis, das in alle Regionen des Freistaates ausstrahlt? Wie möchten Sie das Profil prägen?
Heinke:
Thüringer Orgelsommer – das bedeutet viele Konzerte in vielen Kirchen, besonders auf dem Lande, wo es so zahlreiche sehenswerte sakrale Räume und hörenswerte Orgeln gibt. Das ist ein echter Schatz in Thüringen. In Zeiten der zunehmenden Säkularisierung der Gesellschaft und des Rückzugs des gesellschaftlichen Lebens aus den strukturschwächeren Regionen wollen wir auf diese Besonderheiten aufmerksam machen.

Größte Barockorgel Thüringens: Seit 1995 spielt KMD Theophil Heinke das von Tobias Gotthilf Heinrich Trost von 1724 bis 1730 erbaute, aber nicht vollendete Instrument. Foto: privat

Größte Barockorgel Thüringens: Seit 1995 spielt KMD Theophil Heinke das von Tobias Gotthilf Heinrich Trost von 1724 bis 1730 erbaute, aber nicht vollendete Instrument. Foto: privat

Dies ist die Intention, die bereits der im vergangenen Jahr verstorbene »Spiritus Rector« des Orgelsommers Kirchenmusikdirektor Gottfried Preller hatte und mit großem Engagement praktizierte. Dieses Profil möchte ich gemeinsam mit dem Vorstand unbedingt beibehalten. Ein zusätzlicher Schwerpunkt soll die Förderung des »Orgelnachwuchses« werden. Es gibt zahlreiche Orgeln in gutem Zustand, aber zunehmend fehlen die Organisten, die sie bespielen. Das hat sicherlich mehrere Ursachen. Ich möchte da gern Schwellenängste abbauen helfen und wieder die Begeisterung für dieses in einigen Regionen aus der Mode gekommene Instrument wecken.

Wie erfolgt die Auswahl der Orte? Können sich Gemeinden mit einer »interessanten« Orgel bewerben?
Heinke:
Jede Gemeinde mit einer interessanten Orgel kann sich bei uns bewerben und hat gute Chancen, da uns die Nutzung solcher Instrumente am Herzen liegt. Wichtig ist uns aber auch, dass Leute vor Ort unser Festival unterstützen und die Konzerte gut bekannt machen. Denn trotz der großen Auflage unserer Werbematerialien ist das Einladen vor Ort sehr, sehr wichtig. Wir haben auch immer mindestens einen Ort dabei, wo die Orgel nicht mehr zum Hörgenuss führen kann, sich aber die Gemeinde starkmacht für deren »Wiederbelebung«. So etwas zu unterstützen, ist erklärtes Ziel des Orgelsommers.

Beim diesjährigen Festival gibt es 27 Veranstaltungen, es soll aber wieder die einstige Anzahl erreicht werden. Wie viele Konzerte waren das in etwa?
Heinke:
Der Orgelsommer hatte bisher stets über 40 Konzerte, 2017 aufgrund der Reformationsfeierlichkeiten sogar über 50. Der Tod von KMD Preller kam überraschend und wir müssen uns im Orgelsommerteam erstmal neu sortieren, daher ist für uns die Zahl von 27 zunächst die machbare Größe. Wir streben aber wieder eine der einstigen vergleichbare Größenordnung an, wobei es nicht nur um die Anzahl der Konzerte, sondern auch darum geht, in allen Landesteilen präsent zu sein, dieses Jahr kommt Ostthüringen leider zu kurz.

Zum Profil des Orgelsommers gehört es, dass die »Königin der Instrumente« in Kombination mit anderen Instrumenten, Gesangsstimmen oder Ensembles erklingt. Steckt dahinter die Erfahrung, dass auf dem Lande das Interesse an reinen Orgelkonzerten nicht so groß ist?
Heinke:
Die Kombination Orgel plus hatte in den letzten Jahren wesentlich mehr Erfolg als Orgelsolokonzerte. Die Ursachen dafür mögen vielschichtig sein. Konzerte mit weiteren Musikern, die gemeinsam oder im Wechsel mit der Orgel musizieren, sind sicherlich interessanter im Klang und im Erleben. Der reine Orgelklang kann, zumal auf kleineren Instrumenten, auf Dauer etwas Statisches oder sehr Abstraktes haben, die Zuhörer erfreuen sich unter anderem besonders an Überraschungen und Abwechslung.

Auffällig in diesem Jahr ist, dass sich der Orgelsommer auch anderen Musikformen öffnet, wie hinduistischer Tempelmusik oder dem Liedermacher Gerhard Schöne. Soll dies zu einer weiteren Horizonterweiterung und stärkeren Breitenwirkung beitragen?
Heinke:
Das Öffnen für andere Musikformen hat sich bereits bewährt. So wurden z. B. im Reformationsjahr Luther-Choräle vom »Marco-Böttger-Swingtett« verjazzt. Oder die jüdische Klarinettistin Irith Gabriely brachte hervorragenden Klezmer mit ein. Diese Experimentierfreude ist mir auch sehr wichtig und ich möchte sie fortsetzen. Wir wollen, dass unsere Konzerte eine gewisse Leichtigkeit erhalten, schließlich finden die Konzerte im Sommer statt und nicht in der Passionszeit. Gerade weil sie zum Lobe Gottes erklingen, sollen die Orgeln jubeln.

In diesem Jahr trifft der Thüringer Orgelsommer auf Thüringer Gastlichkeit. Vor oder nach einigen Konzerten gibt es Kaffee und Kuchen, einen Imbiss oder einen Weinempfang.
Heinke:
Auch das hat bereits Tradition. Ich habe in beglückender Weise oft erlebt, wie ein Orgelsommerkonzert zu einer Art Dorf- oder Gemeindefest wurde. Die Kirchen waren voll und nach dem Konzert wurde gewaltig aufgetragen. Die Dorfgemeinschaften freuen sich in Zeiten des Rückzugs der dörflichen Infrastrukturen über solche »Highlights«.

Wie wollen Sie all dies neben Ihren Aufgaben als Kreiskantor stemmen?
Heinke:
Der Orgelsommer ist in der Tat eine große Herausforderung. Um mehr Luft zu bekommen, habe ich meinen Zuständigkeitsbereich als Orgelsachverständiger auf 20 Prozent runtergefahren und meine Tätigkeit als Lehrbeauftragter für die C-Ausbildung beendet. Auch meine Kirchenmusikerstelle ist auf 80 Prozent reduziert worden, was meiner Orgelsommertätigkeit zur Zeit sogar nützlich ist. Zusätzlich gibt es viele ehrenamtliche Helfer und eine Sekretärin steht mir zur Seite. Besonders hilfreich sind weiterhin der Schatzmeister Ulrich Bamberger, sowie mein Stellvertreter Andreas Conrad, Bezirkskantor in Schmalkalden, und seine Frau Anja Conrad, die große Erfahrungen in der Öffentlichkeitsarbeit einbringt.

Die Fragen stellte Michael von Hintzenstern.

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Auftakt am 333. Geburtstag

18. März 2018 von redaktionguh  
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Thüringer Bachwochen vom 21. März bis 15. April mit 56 Konzerten im Freistaat

Die Thüringer Bachwochen werden am 21. März, dem Geburtstag des Komponisten, unter Leitung des renommierten englischen Tenors Mark Padmore in Weimar mit der Matthäuspassion eröffnet (19 Uhr, Weimarhalle).

Bis zum 15. April folgen insgesamt 56 Konzerte, die diesmal Bachs weltliches Schaffen fokussieren.

Am 23. März öffnen sich wieder zahlreiche Wohnungen in allen Regionen des Freistaates für die »Lange Nacht der Hausmusik«. Denn die Kompositionen des Thomaskantors spielen für fast jeden Musiker eine Rolle – vom Notenbüchlein für Anna Magdalena Bach über die Solosuiten bis zu den Klavierwerken oder den Kantaten gehört Bach zum Repertoire von Jugendlichen wie Erwachsenen, Laien wie professionellen Musikern.

Erstmals in der Porzellankirche

Zu den Veranstaltungen des Festivals werden rund 20 000 Besucher erwartet. Erstmals finden die Thüringer Bachwochen an 15 Veranstaltungsorten im ganzen Land statt, darunter gibt es auch einige Premierenorte wie das Bundesarbeitsgericht in Erfurt, die Porzellankirche der Leuchtenburg in Seitenroda oder die Villa Rosenthal in Jena.

Höhepunkte neben dem Auftakt zum Bach-Geburtstag sind die Konzerte des Bach Collegiums Japan, der Gaechinger Cantorey oder des Freiburger Barockorchesters. Als Solisten kommen die Violinistin Liza Fertschtman, der Pianist Alexandre Tharaud, die Saxophonistin Asya Fateyeva sowie der Jazz-Posaunist Nils Landgren mit seinem Ensemble erstmals ins Bachland Thüringen.

Die Akademie für Alte Musik Berlin (Foto) bringt mit der Audi Jugendchorakademie am 24. März in der Margarethenkirche Gotha die Johannespassion zu Gehör. Foto: Thüringer Bachwochen/Uwe Arens

Die Akademie für Alte Musik Berlin (Foto) bringt mit der Audi Jugendchorakademie am 24. März in der Margarethenkirche Gotha die Johannespassion zu Gehör. Foto: Thüringer Bachwochen/Uwe Arens

Neben dem weltlichen Bach spielen seine sakralen Hauptwerke innerhalb des Festivals eine zentrale Rolle. Hans-Christoph Rademann und seine Gaechinger Cantorey gastieren am Ostermontag mit der h-Moll-Messe in Arnstadt.

Die Johannespassion ist schließlich in einer Kooperation von Nachwuchsmusikern mit renommierten Profis zu erleben: Für ihr Konzert in der Margarethenkirche Gotha hat die Akademie für Alte Musik Berlin die jungen Sängerinnen und Sänger der Audi Jugendchorakademie eingeladen (24. März, 16 Uhr). Nach den Aufführungen der Bach-Passionen, die durch die Thüringer Bachchöre in Eisenach, Erfurt und Jena noch weitere drei Mal zu hören sind, überrascht das Festival am Karfreitag mit einem höchst ungewöhnlichen Passionsprogramm: In der Georgenkirche Eisenach liest der Schauspieler Thomas Thieme die Pilatusgeschichte aus Michail Bulgakows posthum veröffentlichtem Roman »Der Meister und Margarita«.

Umrahmt wird die Lesung in dem inszenierten Konzert von Werken Bachs, Buxtehudes und Vivaldis, interpretiert vom La Folia Barockorchester und der Altistin Julia Böhme (30. März, 15 Uhr).

Es ist inzwischen eine schöne Tradition, dass die Thüringer Bachwochen neben den historischen Bachorten auch immer wieder neue Räume für Konzerte entdecken. Bereits zum dritten Mal wird das Festival im Erfurter Zughafen zu Gast sein. Zu den neuen Orten gehört weiterhin das Spa und Golf Hotel Weimarer Land in Blankenhain, wo zu einer historischen Bach-Vesper geladen wird, außerdem die Kunsthalle und die Kleine Synagoge in Erfurt.

(G+H)

www.thueringer-bachwochen.de

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Die blühende Ökumene

19. Februar 2018 von redaktionguh  
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Bundesgartenschau 2021 Kirchen in Erfurt dabei

Der Land- und Gartenbau hat in Thüringens Landeshauptstadt eine lange Tradition. Vor über 150 Jahren gab es dort bereits eine erste Internationale Gartenbauausstellung. Die Kirchen planen jetzt eine Teilnahme bei der Buga2021. Oberkirchenrat Christian Fuhrmann, Leiter des Gemeindedezernats im Landeskirchenamt der EKM gibt Auskunft:

Christian Fuhrmann. Foto: EKM

Christian Fuhrmann. Foto: EKM

Wie will sich die EKM bei der Buga in Erfurt präsentieren?
Fuhrmann:
Die Kirchenpräsenz auf der Buga2021 wird ökumenisch sein. Auf dem Petersberg ist ein Pavillon der Kirchen geplant. Ob es uns gelingen wird, einen Ort der geistlichen Besinnung in direkter Nähe des Ega-Geländes anzubieten, ist noch offen.

Wie ist der aktuelle Stand?
Fuhrmann:
Bunt wie die Blumen ist unsere ökumenische Gemeinschaft. Wir hoffen, dass von dieser manches aufblühen wird. Vertreter aus dem Bistum Erfurt, dem Kirchenkreis Erfurt und der EKM bilden eine Steuerungsgruppe. Im März wird die Stelle der Projektkoordinierung im Augustinerkloster besetz werden.

Welche Bedeutung hat die Gartenschau für die Landeskirche?
Fuhrmann:
Als Christen unterschiedlicher Konfessionen erzählen wir von unserem Glauben. Gott hat uns die Welt zur verantwortlichen Gestaltung anvertraut. Natur begegnet uns heute in Europa fast ausschließlich als »Kulturlandschaft«. Was heißt es, dass wir als Menschen gemeinsam in einer Verantwortungsgemeinschaft für unseren Planeten stehen? Wir wollen alle Gäste der Buga2021 einladen, bei uns etwas zu entdecken. Wir freuen uns aber genauso auf Anregungen und neue Impulse durch unsere Gäste.

Mitteldeutsch-2-07-2018Was versprechen Sie sich vom Engagement und der Dauerpräsenz?
Fuhrmann:
Mit unserer ökumenischen Präsenz sind wir Kirchen auf dem Markt. Eine tolle Chance. Wir sind ein Marktstand unter anderen. Ich glaube, dass die bewusste Gestaltung dieser Situation für uns als Gemeinden im 21. Jahrhundert neue Erfahrungen mit sich bringt.

Wie teuer soll und darf es werden?
Fuhrmann:
Wir gehen von bis zu 450 000 Euro Gesamtkosten aus. Das Geld kommt aus unterschiedlichen Quellen. Als EKM sparen wir unseren Anteil über Jahre an. Für die Reformationsdekade mit dem Festjahr 2017 war es uns gelungen, unseren Anteil realistisch zu planen und zu steuern. Es war kein zusätzlicher Griff in Rücklagen nötig. Das wird uns hoffentlich wieder gelingen.

Die Fragen stellte Willi Wild.

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Gegen das Vergessen

13. Februar 2018 von redaktionguh  
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Was sich aus dem Gedächtnis verliert, existiert nicht mehr im Bewusstsein. Genau da setzt der »Arbeitskreis gegen das Vergessen« an, der im süd-thüringischen Bibra seinen Sitz hat und kürzlich den Werner-Sylten-Preis erhielt.

Als die Bibraer für den Sommer 1992 die 500-Jahrfeier der Grundsteinlegung ihrer Sankt-Leo-Kirche vorbereiteten, war sehr schnell klar, dass der Fokus nicht allein auf den drei berühmten Schnitzaltären von Tillmann Riemenschneider liegen kann. Schließlich sind Kirchen- und Ortsgeschichte eng miteinander verbunden. »Etwa 300 Jahre haben jüdische Menschen ganz selbstverständlich zu Bibra gehört«, sagt Michael Schlauraff, seit 2016 Pfarrer in Bibra.

In sein Amtszimmer sind an diesem Nachmittag Dagmar Winkel, Lehrerin für Deutsch und Religion an der Gesamtschule Grabfeld, und das Ehepaar Floßmann gekommen. Sie gehören zum harten Kern des »Arbeitskreises gegen das Vergessen«, der sich 2005 bildete und dessen ehrenamtliche Arbeit von etwa 50 Freunden aus nah und fern unterstützt wird. »Hier in diesem Raum spielte der evangelische Pfarrer Baumann mit dem jüdischen Lehrer Höxter Schach und gemeinsam lasen sie das Alte Testament in Deutsch und Hebräisch, bis Pfarrer Baumann zwangsversetzt wurde und der im Dorf so beliebte Lehrer 1934 Berufsverbot erhielt. Über viele Stationen kamen schließlich Aaron Höxter und seine Frau Paula im KZ Stutthof bei Danzig ums Leben, Sohn Günter wurde in Auschwitz ermordet«, schildert Hartwig Floßmann nur eines der vielen Schicksale, die er und seine Frau Dimitrana sorgfältig und mit Einfühlungsvermögen recherchierten.

Seit Mai 2007 erinnert ein Gedenkstein vor der Bibraer Burg an die ermordeten Bibraer Juden. Foto: Thomas Schäfer

Seit Mai 2007 erinnert ein Gedenkstein vor der Bibraer Burg an die ermordeten Bibraer Juden. Foto: Thomas Schäfer

Ein Blick zurück in die Geschichte: Die Freiherren von Bibra, seit über 900 Jahren hier ansässig, nutzten nach dem Dreißigjährigen Krieg die Möglichkeit, Juden in ihrem Herrschaftsbereich anzusiedeln. Diese »Schutzjuden« durften an zugewiesenen Orten leben und arbeiten, mussten dafür aber Abgaben leisten. Dies war der Beginn eines regen, sich gut entwickelnden jüdischen Lebens in Südthüringen, von dem einige steinerne Zeugen erhalten blieben. Verteilt im Dorf gab es eine Synagoge samt Schulstube und Lehrerwohnung, eine Mikwe sowie jüdische Metzgereien. Die Verstorbenen brachte man auf den jüdischen Friedhof ins nahe Bauerbach. Die Israelitische Kultusgemeinde Bibra sei schließlich am 2. März 1943 mit der Verschleppung von Oskar Meyer endgültig vernichtet worden. Auch wenn es manche Hilfeleistung gab, verhinderten letztlich Angst und Ausweglosigkeit den offenen Widerstand gegen die Tyrannen, beschreibt er die Situation während des Nationalsozialismus im Buch »Juden in Bibra unvergessen«.

Doch nicht nur aus der dunklen Vergangenheit wird hier berichtet. Mit vielen Fotos, Grußworten und Dokumenten hält es die bewegenden Tage im Mai 2007 fest, als die wenigen noch lebenden Bibraer Juden und ihre Nachfahren in die alte Heimat kamen, mit der sie neben all dem Schrecklichen auch die Erinnerung an glückliche Jahre verbanden. Sie reisten aus Argentinien, Großbritannien, Israel und den USA an.

Die Liste der Aktivitäten des Arbeitskreises ist lang: Der Werner-Sylten-Preis für christlich-jüdischen Dialog, den die Evangelische Kirche in Mitteldeutschland erstmalig vergab, freut die ehrenamtlich Engagierten sehr. Ist er doch neben der öffentlichen Anerkennung auch mit einer kleinen finanziellen Unterstützung verbunden.

Uta Schäfer

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»Damit sich Geschichte nicht wiederholt, muss man sie kennen«

12. Februar 2018 von redaktionguh  
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Der jüdische Professor und die Rechtsextremen: Reinhard Schramm spricht seit vielen Jahren mit Straftätern in der Jugendstrafanstalt.

Der Brandanschlag auf die Erfurter Synagoge im Jahr 2000 war der Impuls für den »Thüringen Monitor«: Jenaer Wissenschaftler untersuchen seitdem regelmäßig die politische Kultur im Land. Der These »Die Juden haben einfach etwas Besonderes und Eigentümliches an sich und passen nicht so recht zu uns« schloss sich 2017 jeder siebte befragte Thüringer an.

Manche setzen ihre antisemitische Einstellung in Taten um, einige landen letztlich im Gefängnis. Dann sind sie ein Fall für Reinhard Schramm.

Der frühere Professor der Technischen Universität Ilmenau und heutige Vorsitzende der Jüdischen Landesgemeinde Thüringen kommt einmal im Monat in die Jugendstrafanstalt des Landes in Arnstadt. Er trifft sich mit Gefangenen, um mit ihnen über seine Familiengeschichte zu sprechen. Darunter sind junge Männer, die auch ihre rechtsextreme Gesinnung hinter Gitter brachte. Die verurteilt wurden, weil sie schlugen oder zündelten.

Erntet Skepsis und Anerkennung zugleich: Der Vorsitzende der Jüdischen Landesgemeinde Thüringen, Reinhard Schramm, in der Synagoge in Erfurt. Einmal im Monat ist er im Jugendgefängnis und erzählt die Geschichte seiner Familie. Er kommt als Jude, der im Holocaust fast seine ganze Familie verlor. Und als Vater, dessen Sohn in der Endzeit der DDR ins Gefängnis kam. Foto: epd-Bild

Erntet Skepsis und Anerkennung zugleich: Der Vorsitzende der Jüdischen Landesgemeinde Thüringen, Reinhard Schramm, in der Synagoge in Erfurt. Einmal im Monat ist er im Jugendgefängnis und erzählt die Geschichte seiner Familie. Er kommt als Jude, der im Holocaust fast seine ganze Familie verlor. Und als Vater, dessen Sohn in der Endzeit der DDR ins Gefängnis kam. Foto: epd-Bild

Das erste Mal kam Schramm nach dem Anschlag auf die Synagoge. Einer der drei Täter bereute seine Tat. Der Professor traf sich mit ihm, redete mit ihm. Eine Aktion, die nicht allen in der Jüdischen Gemeinde gefiel. Im Gegenteil, manche zweifelten offen am Sinn derartiger Bemühungen.

In diesem Fall zu Unrecht: Schramm bekam später einen Brief des jungen Mannes. Er habe mit dem rechten Zeugs nichts mehr gemein, habe darin gestanden. Ein Zeichen? Ein Ansporn allemal. Seitdem geht der 73-Jährige regelmäßig in den Knast. Monat für Monat, »außer im Sommer«, sagt er und lacht.

Reinhard Schramm lacht gern. Er ist von ansteckender Fröhlichkeit, seine blauen Augen blitzen, wenn er einen Scherz macht. Doch sie werden sehr ernst, wenn er seine Lebensgeschichte erzählt.

Die jüdische Mutter überlebt, weil sich ihr nichtjüdischer Mann nicht scheiden lässt. Er selbst wird 1944 in Weißenfels im heutigen Sachsen-Anhalt geboren. Die ersten Monate seines Lebens verbringt er bis zum Kriegsende mit seiner Mutter im Versteck. Außer den beiden werden alle jüdischen Familienmitglieder umgebracht.

Seine Mutter will nach dem Krieg nur noch weg, in den neuen Staat der Juden. Doch Reinhard bekommt Keuchhusten. Im Krankenhaus sorgen sich die Ärzte mit Hingabe um ihn. Er wird wieder gesund. Später erfährt er, die gleichen Ärzte haben in der Nazizeit einem anderen jüdischen Kind die Behandlung verweigert: Bernd Wolfson starb an einer vereiterten Mittelohrentzündung.

Es sind Geschichten wie diese, die seine Zuhörer schlucken lassen. Er setzt sie bewusst ein. Es sind wahre Geschichten, seine Erlebnisse. Sie erzählen davon, wie im NS-Deutschland Nachbarn zu Fremden wurden, der Wert der Juden in den Augen vieler Deutscher von Tag zu Tag sank. »Bis wir nur noch Ungeziefer waren, das man zertreten kann«, setzt Schramm den Schlusspunkt. Dies soll sich nie wiederholen. Deshalb geht er regelmäßig in den Knast.

Schramm ist Ingenieur, kein Träumer. Doch er hofft, dass er mit der Geschichte seines Lebens und seiner Familie bei den jungen Leuten mehr erreichen kann als tumbe Sprücheklopfer. Meist seien seine Zuhörer interessiert, sagt er, fragten gezielt nach. Für fast zwei Stunden können sie seiner Wahrheit nicht entfliehen.

»Damit sich die Geschichte nicht wiederholt, muss man sie kennen.« Das ist einer der Sätze, die er gern benutzt. Doch es geht ihm nicht nur um Historie, um die große Welt. Reinhard Schramm kommt auch als Vater. Denn sein Sohn saß selbst im Gefängnis. Zum Ende der DDR machte er aus seiner Meinung über den Arbeiter-und-Bauern-Staat keinen Hehl. Offen sprach er davon, das Land bei der erstbesten Gelegenheit zu verlassen, arbeitete wohl auch aktiv an einem Plan dazu. Der SED-Obrigkeit wurde das zu viel. Sie sperrte ihn kurzerhand ein. Reinhard Schramm hat die Monate seines Kindes im Gefängnis nicht vergessen. Wie die Zeit in der Zelle seinen Jungen veränderte, ihm mit jedem Tag mehr den Lebensmut nahm. Wie der Sohn begann nachzudenken, ob das alles noch Sinn für ihn habe. »Eine schlimme Zeit«, erinnert sich der Vater. Auch deswegen geht er jeden Monat aufs Neue in das Jugendgefängnis. Das bringt ihm immer noch Skepsis, aber auch Anerkennung ein.

»Ich kenne seine Initiative seit dem Brandanschlag und bewundere seine Ruhe und Konsequenz, mit der er sich diesen Gesprächen stellt«, sagt Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke). Er sei beeindruckt davon, wie Schramm immer wieder auf Menschen zugehe, bei denen er unterstellen müsse, dass diese bei einer nächtlichen Begegnung eher Angst auslösen würden. »So baut er Ängste auf beiden Seiten ab«, meint der Regierungschef. Und fügt noch an: »Mehr davon wäre wünschenswert.«

Dirk Löhr  (epd)

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Großer Andrang bei der Schaustellergemeinde

29. Januar 2018 von redaktionguh  
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Foto: Ute Otto

Foto: Ute Otto

Der EKM-Schaustellerpfarrer Conrad Herold taufte am 13. Januar in Elster, einem Ortsteil der Stadt Zahna-Elster in der Nähe der Lutherstadt Wittenberg, 23 Kinder von Schaustellern. Die Mädchen und Jungen waren zwischen sechs Monaten bis zu 14 Jahren alt. »Vier der älteren Kinder habe ich auch konfirmiert«, so Herold. Zu dem Gottesdienst kamen rund 300 Besucher.

Wie oft Herold, der seit dem Jahr 2010 Circus- und Schaustellerseelsorger der EKM ist, mit seiner weit verstreut lebenden Gemeinde Gottesdienste mit Kasualien feiert, hängt von der Nachfrage ab. »Für dieses Jahr sind schon drei Silberhochzeiten angemeldet«, sagt er. Im vorigen Jahr traute er drei Paare, taufte 13 Kinder und konfirmierte elf Jugendliche. Neben dieser Aufgabe hält Herold, der in Erfurt lebt, Gottesdienste in Kirchengemeinden in der Thüringer Landeshauptstadt oder übernimmt Vertretungen.

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Bildung und Versöhnung

29. Januar 2018 von redaktionguh  
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Gera: Startschuss für Ökumenische Akademie

Ein neues ökumenisches Projekt geht in diesen Tagen in Gera an den Start: An diesem Sonntag, 28. Januar, wird in der Kirche St. Marien um 17 Uhr Pfarrer Frank Hiddemann als Leiter der »Ökumenischen Akademie Gera« eingeführt. Beginn für die praktische Arbeit des neuen Bildungsprojekts ist Anfang Februar. Zu seiner Realisierung haben sich insgesamt fünf Träger zusammengeschlossen: Die Diako Thüringen gGmbH, die Evangelische Erwachsenenbildung Thüringen, die evangelischen Kirchenkreise Altenburger Land und Gera sowie das katholische Dekanat Gera tragen gemeinsam die halbe Stelle für Hiddemann, der daneben als Gemeindepfarrer in Gera tätig bleibt.

Ebenso ambitioniert wie die Trägerschaft ist das Programm der neuen Akademie. So will Hiddemann ab April in einer siebenteiligen Reihe unter dem Titel »Deutschland zuerst?« Fachleute und Politiker, darunter auch Vertreter der AfD, zu drängenden gesellschaftlichen Problemen befragen. »Wir können nicht auf Dauer rund ein Drittel der Bevölkerung ausgrenzen, wir müssen miteinander ins Gespräch kommen«, betont Hiddemann gegenüber der Kirchenzeitung. Dazu sei es auch notwendig, sich in Grauzonen zu begeben. Wichtig sei, dass diese Gespräche im kirchlichen Raum stattfinden und Argumente dabei einem Faktencheck unterzogen werden. »Versöhnung braucht zur Zeit riskante politische Debatten«, schreibt Hiddemann im Veranstaltungsprogramm.

Ein ganz anderes Format soll sich dem Thema »Christen in Nahost« widmen. Im Rahmen von »kulinarisch-liturgischen Nachmittagen« sind dabei Begegnungen mit Christinnen und Christen aus dem Orient geplant. Und in einer »Akademie am Vormittag« stehen Rentnerinnen und Rentner und ihre Erfahrungen mit dem Ruhestand im Mittelpunkt. Im ersten Vortrag im Februar geht es beispielsweise um die Frage »How to survive the Ruhestand? (Wie überlebe ich den Ruhestand – d. Red.) Vom Chefarzt zum Kulturmanager«.

Glaubenskurse und Angebote zu geführten Radtouren und Wanderungen gehören ebenso zum Programm der Akademie.

(G+H)

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Luther in 360 Grad

18. Dezember 2017 von redaktionguh  
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Thüringer Tourismus setzt auf Geschichte und virtuelle Realität

Roboterarm Kuka nimmt auf eine virtuelle Reise durch Thüringen mit. Über die ausgewählten Orte werden Filme gezeigt. Im Hintergrund Martin Luther als Pappkamerad, der auf die Smartphone-App »Luther to go« verweist. Fotos: Willi Wild

Roboterarm Kuka nimmt auf eine virtuelle Reise durch Thüringen mit. Über die ausgewählten Orte werden Filme gezeigt. Im Hintergrund Martin Luther als Pappkamerad, der auf die Smartphone-App »Luther to go« verweist. Fotos: Willi Wild

In Erfurt ist die virtuelle Erlebniswelt »360 Grad – Thüringen Digital Entdecken« gestartet. Besucher erwartet in den Räumlichkeiten der Touristinformation direkt am Hauptbahnhof ein Thüringen-Erlebnis aus Klang, Raum und Bild, so die Geschäftsführerin der landeseigenen Tourismusgesellschaft TTG Bärbel Grönegres. Ein interaktives Thüringen-Modell unter anderem mit Roboter-Guide und Thementouren präsentiert Natur, Kultur, Wirtschaft, Wissenschaft und Leben im Freistaat. Dabei spielen auch die vielen Kirchen, sowie die Kirchengeschichte eine Rolle. Reformator Martin Luther kann man sich beispielsweise über die App »Luther to go« nähern. »Mit der virtuellen Erlebniswelt wollen wir dieses Konzept für Thüringen nutzen und so auch in der Vermarktung neue Wege gehen«, erklärte Wirtschaftsminister Wolfgang Tiefensee (SPD). Ziel sei es, die touristischen Angebote stärker an den Wünschen »des heute anspruchsvolleren Publikums auszurichten und Reisemotive zu schaffen«, fügte er hinzu. Für die Einrichtung der Erlebniswelt inklusive des Umbaus der alten Touristinformation habe sein Haus etwa eine Million Euro zur Verfügung gestellt.

Kopfkino: Mit Videobrille und Kopfhörer können Besucher im Erlebnisraum am Erfurter Hauptbahnhof auch Luther und die Wartburg räumlich entdecken.

Kopfkino: Mit Videobrille und Kopfhörer können Besucher im Erlebnisraum am Erfurter Hauptbahnhof auch Luther und die Wartburg räumlich entdecken.

Drei thematische Räume bilden die digitale Erlebniswelt. Herzstück ist der wie eine Waldlichtung gestaltete Raum »die Lichtung«. Hier führt ein Roboter mit den Thementouren »Orte mit Aura«, »Thüringer blau«, »Mit allen Sinnen« und »Leben und Arbeiten in Thüringen« durch den Freistaat. Im Raum »Weitblick« können Besucher in bequemen Sesseln Platz nehmen und Thüringen virtuell »360 Grad« entdecken. Der offene Raum »Der gute Rat« bietet zudem traditionelle Beratung und Information durch Broschüren und Karten sowie einen Multi-Touch-Tisch mit Informationen zu Ausflugs­zielen, Gastronomie und Übernachtungsmöglichkeiten.

(epd/G+H)

www.thueringen-entdecken.de

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