Bis heute nur schwer zu verstehen
4. März 2011 von redaktionguh
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Seht, wir gehen hinauf nach Jerusalem, und es wird alles vollendet werden, was geschrieben ist durch die Propheten von dem Menschensohn.
Lukas 18, Vers 31

Ursula Meckel, Pastorin in Thale
Seit vielen Jahren haben wir in unseren Gemeinden immer wieder Frauen, die bei der Seniorenarbeit helfen. Zu ihren Aufgaben gehört es, den Raum und die Tische zu schmücken. Vor Ostern muss ich in aller Regel eingreifen, wenn sie noch vor der Karwoche bunte und fröhliche Festutensilien aufstellen wollen. Es bedarf geduldiger Gespräche, den Sinn der Passionszeit zu erklären.
Vielleicht, weil es nur allzu menschlich ist, Leidenszeiten überspringen zu wollen, Kränkendes und Verletzendes auszublenden, dem Tod und dem Sterben weiträumig aus dem Weg zu gehen. Das passt nicht in das geläufige Welt- und Menschenbild; obwohl alle wissen, dass Freude und Leid wie Regen und Sonne zum Leben gehören.
Jesus lässt seine Freunde nicht im Unklaren darüber, was in Jerusalem geschehen wird, es ist bereits seine dritte Leidensankündigung. Trotzdem heißt es wenige Verse weiter: »Sie aber begriffen nichts davon, und der Sinn der Rede war ihnen verborgen, und sie verstanden nicht, was damit gesagt war« (Vers 34).
Verständlich, dass ihnen nicht in den Kopf will, was Jesus bevorstehen soll; ihm, der so viele Menschen begeistert und geheilt hat, ihnen Hoffnung und Zuwendung entgegenbrachte, ihnen ganz neue Möglichkeiten des Lebens zeigte. Vielleicht wollen sie es auch gar nicht verstehen; so wie wir bei manchem Schrecklichen oder auch nur Unangenehmen ausrufen: »Das darf doch nicht wahr sein!«
Jesus versucht nicht, dem, was auf ihn zukommt, auszuweichen. Er weiß: Bevor neues Leben entstehen kann, muss etwas anderes sterben; die Blätter müssen im Herbst von den Bäumen, um im Frühjahr den neuen Trieben Platz zu geben. Ohne Karfreitag kann es kein Ostern geben. Es ist sein, ihm von Gott zugewiesener Weg, um die Menschen zu retten. Auch, wenn wir das bis heute nur schwer wirklich verstehen können.
Ursula Meckel
Kraft zum Leben und Wachsen
23. Januar 2010 von redaktionguh
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Der ist wie ein Baum, gepflanzt an den Wasserbächen, der seine Frucht bringt zu seiner Zeit, und seine Blätter verwelken nicht.
Psalm 1, Vers 3
Wenn von jemandem gesagt wird, er sei »ein Kerl wie ein Baum« spricht das von Größe und Stärke und Standhaftigkeit, irgendwie vertrauenerweckend. An solchen Menschen kann man sich anlehnen, sich geborgen und beschützt fühlen.
Bäume haben weitere gute Eigenschaften: Sie sorgen für ein gutes Klima, viele tragen Früchte und außerdem sind sie einfach schön. In Schlagern werden Bäume als beschützenswert beschrieben, ihr erreichbares hohes Alter gilt als Traumziel.
Auch in der Bibel werden Bäume immer wieder erwähnt. Das Alte wie das Neue Testament nennen unterschiedliche Baumarten wie den Olivenbaum oder den Feigenbaum, mit dessen relativ großen Blättern das erste Menschenpaar Adam und Eva nach dem Sündenfall ihre Blöße bedeckten. Dem Baum als Symbol des Sündenfalls, um dessen Stamm sich eine Schlange windet, steht häufig das hölzerne Kreuz als Symbol der Erlösung gegenüber.
In der Pflanzensymbolik haben verschiedene Baumarten und ihre Blätter, Zweige und Früchte eine besondere Bedeutung. So weist die Akazie auf die Unsterblichkeit der Seele hin, der Ölbaum auf den Frieden; der Zapfen der Pinie auf die Leben spendende Gnade und Kraft Gottes; die Stechpalme, aus deren Zweigen der Legende nach die Dornenkrone gefertigt war, auf die Passion Christi.
Mit so einem bedeutsamen und symbolträchtigen Gewächs vergleicht der Psalmist den Menschen, der sich auf Gott einlässt und ihm voll und ganz vertraut. Dieser Mensch weiß, woher er kommt und wohin er geht, er ist fest verwurzelt in der Erde und weiß, woher er die benötigten Kräfte zum Leben und Wachsen bekommt.
Der sich auf Gott einlassende Mensch findet in dem Vergleich sowohl Anspruch als mutmachenden Zuspruch: Die kräftespendenden Quellen werden nicht versiegen!
Ursula Meckel







