Nur so öffnet sich der Himmel!
18. Februar 2010 von Redaktion GLAUBE+HEIMAT
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Er wird dich mit seinen Fittichen decken, und Zuflucht wirst du haben unter seinen Flügeln.
Psalm 91, Vers 4a

Albrecht Henning
Dann, wenn es mir gut geht und ich dieses Bild als schönen i-Tupfer dankbar annehme? Spricht es dann? Ja, gewiss – aber auch in seiner ganzen Tiefe? Daher noch einmal anders gefragt: Wer spricht hier?
Jedes sechste Kind in Deutschland lebt in Armut. Mein Nachbar ist im Afghanistan-Einsatz. Mehr als 200.000 tote Erdbebenopfer in Haiti. Mittvierziger im Dorf, die schon viele Jahre keine Arbeit haben. Einsame Rentner in viel zu groß gewordenen Häusern. Die Not schreit zum Himmel. Menschen schreien zum Himmel, dem blauen, dem kalten – und sehnen sich danach, dass er sich öffnet, dass ihnen geholfen wird, dass das Leben sie wieder umarmt.
Sie und viele andere sind es, die hier sprechen. Der Psalm 91 leiht Menschen eine Stimme, die Schutz suchen, weil sie diesen Schutz als Lebensrettung brauchen. Im dramatischen Satz zuvor heißt es: »Denn ER errettet dich vom Strick des Jägers und von der verderblichen Pest.«
Zum einen geht es um von Menschen gemachtes Leid – zum anderen um Leid aufgrund von Naturkatastrophen. Das alles macht Angst und lässt verstummen, lässt sehnsüchtig Ausschau halten nach Rettung und Heilung.
Diese wird ihnen und uns verheißen mit den Worten: »ER wird dich mit seinen Fittichen decken, und Zuflucht wirst du haben unter seinen Flügeln.« Nur so ist das Leben auszuhalten. Nur so öffnet sich der Himmel! Durch IHN! So beginnt das Psalmwort wirklich zu sprechen. Die geschundene Seele erfährt die Zuflucht zu Gott als Lebensrettung. Dort, bei ihm, ist gut sein!
Albrecht Henning, Pfarrer in Krina






