Nikolaus haut’s raus

4. Dezember 2016 von redaktionguh  
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Ach, wie war es mit den Geschenken zur Weihnacht früher doch einfach. Ich meine ganz früher, noch zu Luthers Zeiten. Denn damals, so las ich kürzlich, brachte nur einer Geschenke, und das war der heilige Nikolaus. Auch bei Luthers war das nicht anders, wie eine Haushaltsrechnung aus dem Jahr 1535 belegen soll. Doch dann habe Luther irgendwann, vielleicht um den katholischen Heiligen etwas in den Hintergrund und das Christkind mehr in den Vordergrund zu heben, die Bescherung kurzerhand auf den 24. Dezember gelegt. Mit der Folge, dass das Christkind heute von vielen Menschen eher in der Gestalt des Paketdienstboten erwartet wird …

Für die Kinder und Enkel ist es ja oft noch einfach, etwas Passendes zu finden. Aber was schenkt man Erwachsenen, die sich doch zumeist das Erwünschte lieber selber im Internet bestellen? Gute Tipps gibt es durchaus. Zum Beispiel Zeit schenken. Ein Tag mit einer gemeinsamen Unternehmung ist für manchen Menschen sicher wertvoller als die wohlgefüllte Schachtel aus der teuren Pralinenmanufaktur oder die sprichwörtliche Krawatte.

Da wir gerade bei den Tipps sind: Wie wäre es mit einem Geschenk­abonnement der Kirchenzeitung? Für die überschaubare Summe von 61 Euro erhält der Beschenkte ein Jahr lang »Glaube+Heimat« Woche für Woche frei Haus, mit allen Informationen aus Kirche und Welt, die oftmals so nicht in anderen Zeitungen zu finden sind. Und es gibt noch ein besonderes Schmankerl: Jeder neue Abonnent und jeder Schenker kommen in den großen Lostopf und haben die Chance, zwei Karten für den längst ausverkauften Reformationsabend mit Eckart von Hirschhausen im Weimarer Spiegelzelt am 16. Mai zu gewinnen. Wenn das kein Nikolaus-Angebot ist!

Harald Krille

Der Hoffnungsfunke der Weihnacht trägt weiter

5. Januar 2013 von redaktionguh  
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Die Finsternis vergeht und das wahre Licht scheint jetzt.
1. Johannes 2, Vers 8b

Sie haben beide kosmologisch wie musikalisch ­alles aufgeboten, um zu sagen, was der Welt Hoffnung bietet: Lukas, der Evangelist; Bach, der Komponist. Himmlische Heerscharen jubilieren: »Ehre sei Gott in der Höhe, Friede auf Erden.« Die naturwissenschaftlich Weisen schließlich, deren wir am Dreikönigstag gedenken, gehen nicht den Weg der Diplomaten. Sie folgen dem Licht. Gehen vorbei an Hof und Landeskirchenamt direkt in die entäußernde Bescheidenheit. Beten an. Erkennen einen König neuer Qualität, der nicht herrschen, sondern mittragen will.

Hans Mikosch

Hans Mikosch

Ein solcher wurde damals und wird heute erwartet. Von Menschen, die seinen Namen täglich im Munde führen, manchmal noch mehr von ­Menschen, die noch nie etwas von ihm gehört ­haben. Christen und Nichtchristen gemeinsam ist: Sie können sich in ihrem Leben verrennen. Weder ein Vor noch ein Zurück sehen in ihrer Partnerschaft, ihrem Beruf, ihrer Krankheit, bei der Frage, was ihrem Leben noch einen Sinn geben soll. Oder die Sorge vieler Gemeindeglieder: wie sich das ­Leben in flächenmäßig immer größeren Bereichen gestalten soll – die christliche Erziehung der Kinder, die seelsorgerliche Begleitung der Gott-Suchenden oder an ihm Zweifelnden.

Der Blick der Weisen richtet sich zunächst meditierend-anbetend auf das Kind in der Krippe. Ihr bisheriger Weg ist am Ziel angekommen: »Christ, der Retter, ist da!« Alles Finstere hat sein Bedrohliches verloren. Das ist der nicht erlöschende Hoffnungsfunke der Weihnacht, der unsere Herzen ­erleuchtet, sie unverzagt macht im Blick auf das, was 2013 kommen mag.

Im Herzen der Weisen hatte sich ein Funke eingenistet, in ihrem Denken gewann eine Vision Raum: Wenn dieses Kind einst für alle Menschen einstehen würde, dann dürfte man schon heute Vertrauen wagen. Die Menschen sehen sich mit anderen Augen. Es finden sich Leute, die das Wort der Weihnacht, des Evangeliums weitertragen.
Hans Mikosch
Der promovierte Theologe war Regionalbischof in Gera.