Achtung! Mehr brauchts nicht

2. Juni 2018 von redaktionguh  
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Wer euch hört, der hört mich; und wer euch verachtet, der verachtet mich; wer aber mich verachtet, der verachtet den, der mich gesandt hat.

Lukas 10, Vers 16

Manchmal lese ich die Kommentare unter Online-Artikeln. Erschreckend, wie viel Verachtung in manchen von ihnen steckt. Schnell werden solche Kommentare gelöscht, wenn sie allzu bösartig sind, aber manche schaffen es dennoch, ihren Hass zu verbreiten. Solche Verachtung trifft immer wieder die christliche Kirche oder den Islam, leider oft auch die Geflüchteten in unserem Land. Die Bundeskanzlerin ist das beliebteste Ziel dieser Geringschätzung. Vor einiger Zeit habe ich beschlossen, diese Kommentare zu ignorieren. Es tut gut, sich mehr auf die positiven Dinge zu konzentrieren.

Pfarrerin Dorothea Knetsch, Klinikseelsorgerin in Weimar

Pfarrerin Dorothea Knetsch, Klinikseelsorgerin in Weimar

Lese ich den Wochenspruch aus dem Lukasevangelium hauptsächlich unter dem Gesichtspunkt der Verachtung, dann könnte ich mich auf all den Hass in diesem Land konzentrieren, dann wäre meine Stimmung im Keller. Ich kann aber auch überlegen, wo ich Menschen begegne, die einander achten. Denn man kann den Spruch auch anders lesen: Wenn ich einem Menschen Achtung entgegenbringe, dann bringe ich Gott Achtung entgegen.

So hat zum Beispiel die Journalistin Dunja Hayali das Bundesverdienstkreuz bekommen, weil sie sich nicht von Hasskommentaren daran hindern lässt, sich für Gerechtigkeit einzusetzen. Dadurch wird ihr Achtung entgegengebracht. Oder da ist die Lehrerin, die schon über 90 Jahre alt ist, und mir erzählt, dass sie immer noch von ehemaligen Schülern besucht wird – was für eine Würdigung ihrer Arbeit. Wenn ich Menschen sehe, die im Pflegebereich liebevoll demjenigen helfen, der auf Hilfe angewiesen ist, dann spüre ich Achtung zwischen diesen Menschen. Auch durch die »MeToo«-Debatte wird die Aufmerksamkeit dafür geschärft, dass die Würde eines anderen geachtet werden muss.

Was hat den Menschen Jesus ausgemacht? In den Evangelien begegnet er mir als ein Mensch, der andere in ihrem Anderssein achtet. Wie könnte ich ihm besser nachfolgen, als indem ich das Gleiche tue?

Pfarrerin Dorothea Knetsch, Klinikseelsorgerin in Weimar

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Selfie mit Muschel

1. Juni 2018 von redaktionguh  
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Jakobsweg: Seit 2003 gibt es den Ökumenischen Pilgerweg. Er führt auf etwa 470 Kilometern von Görlitz in Sachsen bis nach Vacha in Thüringen.

Jakobswege gibt es in Europa schon mehr als tausend Jahre. Ein Pilgerweg, der gerade fünfzehn Jahre alt ist, erscheint dagegen jung. Und doch ist es eine lange Zeit für eine Tradition, die in Ostdeutschland fast ausgestorben war und erst mühevoll wiederbelebt werden musste.

Seit dem Jahr 2003 gibt es hier erstmals wieder einen beschilderten Jakobsweg – den Ökumenischen Pilgerweg, der auf etwa 470 Kilometern von Görlitz in Sachsen bis Vacha in Thüringen führt. Am 6. Juli feiert er sein 15-jähriges Bestehen. Initiiert wurde er von Esther Zeiher, die damals angehende Religionspädagogin war.

Die Idee, wieder einen Pilgerweg einzurichten, sei ihr während des Studiums gekommen, berichtet sie. Das sei zunächst auf viel Unverständnis gestoßen. In ihrer Diplomarbeit, die sich mit religionspädagogischen Aspekten des Pilgerns beschäftigte, habe sie die wissenschaftliche Grundlage für den Ökumenischen Pilgerweg gelegt. In einem von verschiedenen Institutionen geförderten Projektjahr habe sie dann bis 2003 den Plan umgesetzt.

Per pedes: Pilgern auf Schusters Rappen kann man nicht erklären, das muss man im wahrsten Sinne des Wortes erleben. Blasen an den Füßen gehören dabei auf jeden Fall dazu. Da kann die Romantik auch schnell mal auf der Strecke bleiben. Foto: Markus Jöhring – Fotolia.com

Per pedes: Pilgern auf Schusters Rappen kann man nicht erklären, das muss man im wahrsten Sinne des Wortes erleben. Blasen an den Füßen gehören dabei auf jeden Fall dazu. Da kann die Romantik auch schnell mal auf der Strecke bleiben. Foto: Markus Jöhring – Fotolia.com

Zusammen mit Historikern und Altstraßenforschern seien so Teile der alten Handelsstraße Via Regia als Pilgerweg wiederbelebt worden. »Wir mussten unter heutigen Gegebenheiten Wege suchen, die gangbar sind. Manchmal war es ein Glücksfall, dass wir tatsächlich auf der historischen Strecke gehen konnten«, blickt sie zurück. Kommunen und Ämter mussten überzeugt, die Strecke festgelegt und Herbergseltern gefunden werden. Wegzeichen wurden angebracht und ein Pilgerführer geschrieben. Dabei hat Esther Zeiher viel Unterstützung von Menschen erfahren, die sich auch heute noch um den Weg kümmern.

Gefragt nach der Besonderheit des Ökumenischen Pilgerwegs, zitiert Esther Zeiher einen Herbergsvater aus Thüringen: »Die Menschen sagen, dass der Weg sie verändert hat. Er hat eine heilende Wirkung«. Es sei unglaublich, mit welcher Herzlichkeit man in den Herbergen empfangen werde, so Esther Zeiher. »Es wird dir geholfen, wenn du darauf angewiesen bist. Das ist christliche Gastfreundschaft«. Grundlage dafür seien die offenen Pfarrhäuser am Weg. Damit habe sich auch ein Stück kirchliche Willkommenskultur aus DDR-Zeiten erhalten, schätzt Esther Zeiher ein.

Der Weg knüpft bewusst an eine christliche Tradition an und führt Menschen zusammen, die auf der Suche sind, aber auch jene, die schon etwas gefunden haben. »Natürlich verbindet er die Menschen auch im Glauben, aber heute stellt sich eher die Frage nach dem Miteinander von Gläubigen und Nichtgläubigen. Es sind ja auch viele Atheisten oder Menschen mit einem völlig unterschiedlichen Glaubensbegriff unterwegs, zum Beispiel auch Buddhisten.«

Die Zahl der Pilger sei bis heute relativ konstant, so Esther Zeiher. Kritisch sieht sie die Wegbeschaffenheit an manchen Stellen: »Wo früher noch herrliche Feldwege waren, findet man heute oft Asphalt. Das ist nicht nur wegen der Bodenversiegelung eine Katastrophe, sondern es verursacht auch körperliche Schmerzen für all jene, die mit schwerem Rucksack den ganzen Tag auf hartem Untergrund unterwegs sein müssen.«

Der Ökumenische Pilgerweg wird ehrenamtlich durch einen Verein mit Sitz in Weimar betreut. Es gibt mehr als 100 Herbergen, die gegen Spende oder geringe Beträge Pilger aufnehmen. Der Weg ist mit der blau-gelben Jakobsmuschel ausgeschildert, und die Herbergen sind speziell gekennzeichnet. Im Pilgerführer, der aller zwei Jahre neu aufgelegt wird, findet man Adressen und Telefonnummern von Herbergen, dazu Karten, Informationen zu den Orten und geistliche Anregungen.

Im Jubiläumsjahr gibt es ein paar besondere Aktionen auf dem Ökumenischen Pilgerweg. Jugendliche, die 2018 fünfzehn Jahre alt sind oder werden, haben freie Übernachtung in allen nichtkommerziellen Herbergen. Aller 15 Kilometer sind Holzstäbe mit einer Muschel aufgestellt, die man fotografieren und die Bilder an den Trägerverein senden kann. Am 6. Juli finden an einigen der Stäbe gleichzeitig um 18 Uhr eine Andacht statt.

Thomas Barth

www.oekumenischer-pilgerweg.de

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»Wir müssen eben raus als Kirche, hin zu den Menschen«

28. Mai 2018 von redaktionguh  
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Mein Rückblick auf den Kirchentag auf dem Weg in Magdeburg – Mai 2017.

Fünf Uhr. Gebet zum Sonnenaufgang. In der Morgendämmerung bin ich noch etwas müde nach dem Himmelfahrtsabend, der mich so begeistert hat. Ökumenischer Gottesdienst und Willkommensabend liefen mit mehr als 3 000 Besuchern ansteckend fröhlich in wunderbarer Kirchentagsstimmung ab. Die Kirchengemeinden haben eingeladen, liebevoll waren die Tische gedeckt und vielfältiges Essen zubereitet. Jetzt im Rosengarten am Elbufer zähle ich gerade 12, da kommt noch eine Gruppe Konfirmanden aus Meiningen. Sie haben sich aus dem einzigen Gemeinschaftsquartier in der Stadt so früh auf den Weg gemacht. Ich bin echt gerührt. Danach frühstücken mein Frau und ich auf der Schifferkirche mitten in der Elbe. Großartig, die sind extra aus Hamburg gekommen. Sie freuen sich über die gute Resonanz.

Im Kulturhistorischen Museum begrüße ich wenig später den Rabbiner Sajatz, der eine engagierte Bibelarbeit hält. Rückfragen sind bei den etwa 35 Teilnehmern leicht möglich. Gespräche entwickeln sich. Klasse – denke ich – dass die Stadt und die Museen, Kunst- und Kulturleute den Kirchentag unterstützen. Mit dem Fahrrad fahre ich zum Orga-Team. Herr Günther und die Ehrenamtlichen dort haben sich extra Urlaub für diese Tage genommen. Bloß der Kartenverkauf vor Ort ist mager – 20 000 war einfach zu hoch angesetzt. Wir beraten die Sicherheitslage. Die Polizei wird am Abend die Leute, die zur Inszenierung kommen werden, nur per Kontrolle ans Elbufer lassen. 6 000 werden es dann sein, die einen beeindruckenden Abend mit Licht, Musik, Schiffen und Schauspiel aus Magdeburgs Geschichte erleben werden.

Gottesdienst am Elbufer: Etwa 200 Motorradfahrer versammelten sich vor einem Jahr am Petriförder in Magdeburg zum Bikergottesdienst. Die Kirchentage auf dem Weg waren zeitgleich in Leipzig, Jena/Weimar, Erfurt, Magdeburg, Halle/Eisleben und Dessau-Roßlau. Foto: epd-bild

Gottesdienst am Elbufer: Etwa 200 Motorradfahrer versammelten sich vor einem Jahr am Petriförder in Magdeburg zum Bikergottesdienst. Die Kirchentage auf dem Weg waren zeitgleich in Leipzig, Jena/Weimar, Erfurt, Magdeburg, Halle/Eisleben und Dessau-Roßlau. Foto: epd-bild

Ich fahre zum Dom, ein Reporter vom Deutschlandradio will mich dort sprechen. Im Dom wird gerade zum Thema Frieden diskutiert. Ein Manifest entsteht, das streitbar Beachtung finden wird.

Gesprächstermin: Er habe Kunden im Alleecenter gefragt, was sie vom Kirchentag mitbekommen: Nichts. Und warum wir das Thema Kinderarmut übergehen. Ich erkläre ihm, dass ein Kirchentag davon lebt, dass sich Menschen einbringen mit ihren Themen. Warum nicht zu Kinderarmut? Würde gehen. Aber zum Kirchentag auf dem Weg anlässlich des Reformationsjubiläums haben sich bei uns die Themen Frieden und neue Medien angeboten. Sie haben einen Bezug zu Magdeburg als »Unsers Herrgotts Kanzlei« und als in zwei Kriegen zerstörte Stadt: 1631 und 1945. Ja, schade, dass weniger kommen als gedacht. Wir müssen eben raus als Kirche, hin zu den Menschen. Das ist mühsam und Tickets sind auch nicht hilfreich. Im Übrigen würde ich jetzt los wollen, um mit der Ökumenischen Bigband vor dem Allee­center ein bisschen Straßenmusik zu machen. Meine Antworten hat er nicht gesendet.

In der nachmittäglichen Hitze fahre ich dann mit dem Rad zur Jugend. In den Zelten und im Schatten sind einige Kinder und Jugendliche. Es wirkt ein bisschen zu still, ich spüre Enttäuschung bei den Mitwirkenden. Einige Konfis aus der Altmark berichten aber auch von einem coolen Graffiti-Workshop, den sie besuchten – der war voll.

Zurück in der Oase der Seelsorger an der Wallonerkirche, werde ich wieder etwas aufgebaut. Dort höre ich auch von dem interessanten Projekt »Twittergottesdienst«. Ich schaue mir auf Youtube gleich mal einige TwiGo-Ausschnitte an: Ach, so funktioniert das. Ein Kirchenältester kommt vorbei und ruft mir zu: Den Willkommensabend – den machen wir doch wieder. Ich antworte lachend: Da hängt aber ein ganzer Kirchentag dran. Aber probieren können wir’s ja mal. Vielleicht in zwei Jahren? 2019! – Dankbar bin ich für solch engagierte Haupt- und Ehrenamtliche.

An zahlreichen Helfern vorbei und durch die Polizeikontrolle gehe ich abends ans Elbufer: Ich spüre, wie die Menschen mitgenommen werden in die Geschichte der Reformation vor 500 Jahren. Gut, denke ich, dass es heute anders ist: Ohne konfessionellen Kampf – dafür ökumenisch und weltoffen.

Stephan Hoenen

Der Autor ist Superintendent in Magdeburg.

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Kirche gehört zum Leben und wächst durch Gottes Geist

26. Mai 2018 von redaktionguh  
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Heilig, heilig, heilig ist der Herr Zebaoth, alle Lande sind seiner Ehre voll.

Jesaja 6, Vers 3

Die ältere Frau im Krankenbett freut sich, dass »die Kirche« vorbeikommt. Sie erzählt davon, wie wichtig es ihr war und ist, dass Kirche zu ihrem Leben dazugehört. Aber sie erzählt auch, dass es sie traurig macht, wie wenige noch in den Gottesdienst kommen. Ein bisschen Vorwurf klingt vielleicht auch mit. Warum kommt von denen keiner?

In den Zeitungen lese ich von verschiedenen Gottesdienstprojekten. Neue Formate werden gesucht und erprobt, damit mehr (junge) Menschen den Weg in den Gottesdienst finden. Warum erreichen wir sie nicht? So fragen viele. Gottesdienstformate zu hinterfragen, ist notwendig. Manches Traditionelle kann man aufgeben, Neues kann erprobt werden. Oft macht es auch mich traurig, dass so vielen evangelischen Christen ihr Glaube nicht wichtig scheint und viele andere gar nichts mehr von Gott wissen. Und da ist es fraglos wichtig, nach anderen Wegen zu suchen. Manchmal habe ich den Eindruck, als würden wir uns immer weiter verbiegen, damit die Gemeindegliederzahlen wieder stimmen. Als könnten kirchliche Mitarbeiter, wenn sie sich nur genug anstrengen, aus eigener Kraft allein erreichen, dass die Kirche wächst. Das macht, mir zumindest, Druck.

Am Sonntag Trinitatis geht es darum, dass Gott sich den Menschen auf verschiedene Weise zeigt. Er ist der Schöpfergott, der sich mir zum Beispiel in der Natur offenbart. In Jesus Christus begegnet mir Gott als Mensch. Durch das Pfingstfest weiß ich, er stärkt mich durch seinen Geist. Und dieser Geist ist es, der, auch durch mich, bewirkt, dass die Kirche wachsen kann. Sein Geist vermag viel mehr als wir ihm zutrauen.

Pfarrerin Dorothea Knetsch, Klinikseelsorgerin in Weimar

Pfarrerin Dorothea Knetsch, Klinikseelsorgerin in Weimar

Der Wochenspruch ist kein Plan, kein Soll, das es zu erfüllen gilt, sondern das ist eine Zusage! Gott ist heilig, und alle Lande sind und waren seiner Ehre voll, und sie werden es auch zukünftig sein.

Darauf kann ich mich in Weimar in einem Krankenzimmer, beim Besuch eines Patienten, genauso verlassen wie ein Christ in einem gut besuchten Gottesdienst. Gott
ist heilig!

Pfarrerin Dorothea Knetsch, Klinikseelsorgerin in Weimar

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Karfreitag: Passionsmusiken in der Landeskirche

29. März 2018 von redaktionguh  
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Foto: Maik Schuck

Foto: Maik Schuck

Was die Oratorien in der Weihnachtszeit, sind die Passionsmusiken am Karfreitag. In sehr vielen Gemeinden der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland (EKM) erklingen um 15 Uhr, zur Sterbestunde Jesu, Meisterwerke der Kompositionskunst.

Vor dem verschlossenen Altargemälde von Lucas Cranach bringt der Bachchor Weimar erstmals in der Klassikerstadt das »Stabat Mater« von Joseph Haydn zu Gehör (30. März, 18 Uhr, Stadtkirche). Zu Ostern werden die Flügel des weltberühmten Kunstwerkes dann wieder geöffnet. Unser Bild entstand vor einem Jahr anlässlich einer Aufführung von Johann Sebastian Bachs Johannespassion. Das Meisterwerk des Thomaskantors ist in diesem Jahr um 15 Uhr in der halleschen Markt­kirche »Unser lieben Frauen« zu hören. Bereits zum zehnten Mal führt die Marktkantorei unter Leitung von Irénée Peyrot das Werk auf. Zur gleichen Zeit wird in der halleschen Gesundbrunnengemeinde die »Matthäus­passion« von Johann Georg Kühnhausen für Soli, vierstimmigen Chor und Orgel zu Gehör gebracht.

Auch im nördlichen Saalkreis gedenkt man des Leidens und Sterbens von Jesus Christus musikalisch. In der St. Nikolai Kirche Wettin wird die »Matthäus-Passion« von Melchior Vulpius vom Regional-Chor Brachwitz unter Leitung von Gerlind Ullrich aufgeführt (30. 3., 15 Uhr, St. Nikolai).

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Auftakt am 333. Geburtstag

18. März 2018 von redaktionguh  
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Thüringer Bachwochen vom 21. März bis 15. April mit 56 Konzerten im Freistaat

Die Thüringer Bachwochen werden am 21. März, dem Geburtstag des Komponisten, unter Leitung des renommierten englischen Tenors Mark Padmore in Weimar mit der Matthäuspassion eröffnet (19 Uhr, Weimarhalle).

Bis zum 15. April folgen insgesamt 56 Konzerte, die diesmal Bachs weltliches Schaffen fokussieren.

Am 23. März öffnen sich wieder zahlreiche Wohnungen in allen Regionen des Freistaates für die »Lange Nacht der Hausmusik«. Denn die Kompositionen des Thomaskantors spielen für fast jeden Musiker eine Rolle – vom Notenbüchlein für Anna Magdalena Bach über die Solosuiten bis zu den Klavierwerken oder den Kantaten gehört Bach zum Repertoire von Jugendlichen wie Erwachsenen, Laien wie professionellen Musikern.

Erstmals in der Porzellankirche

Zu den Veranstaltungen des Festivals werden rund 20 000 Besucher erwartet. Erstmals finden die Thüringer Bachwochen an 15 Veranstaltungsorten im ganzen Land statt, darunter gibt es auch einige Premierenorte wie das Bundesarbeitsgericht in Erfurt, die Porzellankirche der Leuchtenburg in Seitenroda oder die Villa Rosenthal in Jena.

Höhepunkte neben dem Auftakt zum Bach-Geburtstag sind die Konzerte des Bach Collegiums Japan, der Gaechinger Cantorey oder des Freiburger Barockorchesters. Als Solisten kommen die Violinistin Liza Fertschtman, der Pianist Alexandre Tharaud, die Saxophonistin Asya Fateyeva sowie der Jazz-Posaunist Nils Landgren mit seinem Ensemble erstmals ins Bachland Thüringen.

Die Akademie für Alte Musik Berlin (Foto) bringt mit der Audi Jugendchorakademie am 24. März in der Margarethenkirche Gotha die Johannespassion zu Gehör. Foto: Thüringer Bachwochen/Uwe Arens

Die Akademie für Alte Musik Berlin (Foto) bringt mit der Audi Jugendchorakademie am 24. März in der Margarethenkirche Gotha die Johannespassion zu Gehör. Foto: Thüringer Bachwochen/Uwe Arens

Neben dem weltlichen Bach spielen seine sakralen Hauptwerke innerhalb des Festivals eine zentrale Rolle. Hans-Christoph Rademann und seine Gaechinger Cantorey gastieren am Ostermontag mit der h-Moll-Messe in Arnstadt.

Die Johannespassion ist schließlich in einer Kooperation von Nachwuchsmusikern mit renommierten Profis zu erleben: Für ihr Konzert in der Margarethenkirche Gotha hat die Akademie für Alte Musik Berlin die jungen Sängerinnen und Sänger der Audi Jugendchorakademie eingeladen (24. März, 16 Uhr). Nach den Aufführungen der Bach-Passionen, die durch die Thüringer Bachchöre in Eisenach, Erfurt und Jena noch weitere drei Mal zu hören sind, überrascht das Festival am Karfreitag mit einem höchst ungewöhnlichen Passionsprogramm: In der Georgenkirche Eisenach liest der Schauspieler Thomas Thieme die Pilatusgeschichte aus Michail Bulgakows posthum veröffentlichtem Roman »Der Meister und Margarita«.

Umrahmt wird die Lesung in dem inszenierten Konzert von Werken Bachs, Buxtehudes und Vivaldis, interpretiert vom La Folia Barockorchester und der Altistin Julia Böhme (30. März, 15 Uhr).

Es ist inzwischen eine schöne Tradition, dass die Thüringer Bachwochen neben den historischen Bachorten auch immer wieder neue Räume für Konzerte entdecken. Bereits zum dritten Mal wird das Festival im Erfurter Zughafen zu Gast sein. Zu den neuen Orten gehört weiterhin das Spa und Golf Hotel Weimarer Land in Blankenhain, wo zu einer historischen Bach-Vesper geladen wird, außerdem die Kunsthalle und die Kleine Synagoge in Erfurt.

(G+H)

www.thueringer-bachwochen.de

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Dienen und verdienen

16. März 2018 von redaktionguh  
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Spannungsfeld: 30 000 Mitarbeiter sind in diakonischen Einrichtungen der Diakonie Mitteldeutschland beschäftigt. Für den Dachverband ist der soziale Dienst Ausdruck christlichen Glaubens. Die 1 700 Einrichtungen sind aber auch Teil der Sozialwirtschaft.

Er gilt als der Urvater der Inneren Mission: Johann Daniel Falk (»O du fröhliche«), an dessen 250. Geburtstag in diesem Jahr erinnert wird. Falk wendete sich der Pflege und Erziehung verwaister und verwahrloster Jugendlicher zu. 1813 gründete er dazu die »Gesellschaft der Freunde in der Not«. Im Weimarer »Lutherhof« richtete er ein Waisenhaus und eine Sonntagsschule ein. Er, der sieben seiner insgesamt zehn Kinder begraben musste, sah es als göttlichen Auftrag an, sich den Schwächsten zuzuwenden. Er nannte es das »praktische Christentum«: »Eine Predigt ist keine Tat, aber eine Tat ist eine Predigt«, so Falk. Dabei war ihm das Leben Jesu Vorbild: »Christus hat gar nicht geschrieben, aber viel gehandelt. Wir müssen suchen, dass wir ihm in diesem Stück ähnlich werden.«

Die Falksche Rettungshaus-Idee inspirierte Johann Hinrich Wichern zum Rauhen Haus in Hamburg. Vor 170 Jahren rief er auf dem Kirchentag in Wittenberg zur Gründung der »Inneren Mission« auf. Auch für den Begründer der modernen Diakonie waren, wie für Falk, der Glaube an Gott und die christliche Nächstenliebe Motivation ihres diakonischen Handelns.

Und heute? Welche Rolle spielt der gelebte christliche Glaube als einstiges Alleinstellungsmerkmal? Eugen Brysch, Vorstand der Deutschen Stiftung Patientenschutz, appelliert an die kirchlichen Krankenhäuser, dem Glauben im Klinikalltag mehr Platz einzuräumen. Neben professioneller Sozialarbeit solle auch Zeit und Raum für ein Gebet sein, so Brysch in der katholischen Wochenzeitung »Kirche+Leben«. Wenn es in kirchlichen Krankenhäusern allein ums Geld gehe, »bietet das christliche Türschild keinen Mehrwert«.

Diakonie im Ehrenamt: Die »Grünen Damen« Sabine Werner (links) und Birgit Schäfer besuchen Patienten der Fachklinik für Orthopädie im Marienstift Arnstadt. Foto: Daniela Klose/Marienstift

Diakonie im Ehrenamt: Die »Grünen Damen« Sabine Werner (links) und Birgit Schäfer besuchen Patienten der Fachklinik für Orthopädie im Marienstift Arnstadt. Foto: Daniela Klose/Marienstift

Ein Drittel, rund 600 aller Kliniken in Deutschland, sind in kirchlicher Trägerschaft. Die Diakonie ist nach dem Staat und der Caritas der größte Arbeitgeber. »Es spielt sicher eine Rolle, dass die Kirchen alte Institutionen sind, die sich bis in die Neuzeit hinein behaupten konnten und rechtliche Sonderregelungen haben«, erklärte der Volkswirtschaftler Dominik Enste im Deutschlandfunk. »Basierend auf dieser starken Stellung haben sich die Kirchen durchsetzen können, zumal der Wettbewerb in der Pflege erst langsam Einzug gehalten hat.«

Die Diakonie arbeitet heute in einem stark gewandelten Umfeld, so Harald Christa. Der Professor für Sozialmanagement an der Evangelischen Hochschule Dresden stellt fest, dass die diakonischen Anbieter auf dem »Sozialmarkt« gezwungen sind, die Aufwands- und Ertragsseite ihrer Arbeit im Blick zu haben, um konkurrenzfähig zu sein.

Eine deutliche Unterscheidung zu privaten Trägern gibt es für die Mitarbeiter. Bei der Diakonie gilt ein besonderes Arbeitsrecht. Angestellte akzeptieren beispielsweise mit ihrem Arbeitsvertrag, dass die Einrichtung, in der sie arbeiten, Teil der Kirche ist. Für Pfarrer Andreas Müller, den Direktor des Arnstädter Marienstifts, ist die Praxis christlichen Lebens einer der wichtigen »weichen Faktoren« diakonischen Wirtschaftens.

In der evangelischen Klink erwarteten die Patienten, egal ob konfessionell gebunden oder nicht, den Geist christlicher Nächstenliebe. Angebote wie Andachten und Gottesdienste seien Ausdruck der christlich-diakonischen Prägung der Stiftung. In Seminaren für die Mitarbeiter werde zudem regelmäßig das evangelische Leitbild der Einrichtung erläutert.

Die Chancen diakonischer Träger, das eigene Profil gerade im Wettbewerb mit anderen zu entwickeln, sieht der Vorstandsvorsitzende der Diakoniestiftung Weimar Bad Lobenstein, Klaus Scholtissek. Das Beispiel Jesu gehe über die tätige Nächstenliebe hinaus. Vielmehr solle man Menschen mit ihren existenziellen Fragen nicht alleine lassen und ihnen Zeugnis geben »über die Hoffnung, die in euch ist«. Da könnten sich Kirche und Diakonie noch mehr als gegenseitige Ressourcen verstehen und bereichern, so Scholtissek.

Willi Wild

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Wenn der Schirmherr Schutz und Sicherheit bietet

20. Januar 2018 von redaktionguh  
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Über dir geht auf der Herr, und seine Herrlichkeit erscheint über dir.

Jesaja 60, Vers 2

Pass auf! Über dir!« – So schnell kann ich gar nicht den Kopf drehen, da höre ich, wie rechts von mir ein dumpfer Gegenstand auf den Boden knallt. Ein Glück – der Duck-Reflex hat funktioniert! Der Ball hat mich nicht erwischt! Das ging nochmal gut, denn ein Basketball hat durchaus Schmerzpotenzial … »Entschuldigung«, ruft es von links, und ich schaue noch etwas verdattert, aber freundlich zu den Sportlern hinüber. Den Ball habe ich wirklich nicht kommen sehen! Was über mir ist, spielt ja auch selten eine wichtige Rolle.

Anne Puhr, Vikarin in Weimar

Anne Puhr, Vikarin in Weimar

Recht sicher ist es dieser Tage von oben, hier in meiner Stadt. Ich achte auf andere Dinge, wenn ich unterwegs bin: Wenn ich gehe, will ich die Bordsteinkante sehen, und den Pfeiler vor mir auch. Und natürlich freue ich mich, wenn ich bekannte Gesichter entdecke beim Unterwegssein.

Von oben kommt selten etwas, was mich betrifft. Ich richte meinen Blick gern auf das, was mich im Hier und Jetzt wirklich angeht. Auf das Gesicht meines Gegenübers, auf den Terminkalender und das, was ansteht, die Sorgen, Nöte und Freuden des Lebens. So hat jeder Tag seine Farbe, wie es in einem Buch heißt. Mal aktiv rot, mal fröhlich gelb, mal traurig schwarz, mal übermütig orange.

Im Buch des Propheten Jesaja hören wir von vielen dunklen Tagen. Da fehlt so gut wie nichts, was beschwerliches Leben ausmacht! Von A wie Angst bis Z wie Zweifel kennt Jesaja alles. Auch wenn links und rechts um ihn herum keine Möglichkeit auf Besserung aufscheint, von oben wird das Gute kommen. Darauf vertraut Jesaja ganz fest und sagt: »Über dir geht auf der Herr, und seine Herrlichkeit erscheint über dir.«

Das ist unerschütterlicher Glaube! Eine herrliche Hoffnung: Gott, der Herr, ist über uns und wird unser Leben und unsere Dunkelheit hell machen! Dass der Herr und seine Herrlichkeit bei den Menschen sein will, dürfen wir wissen!

Jesus Christus sei Dank!

Kind – Krippe – Engel – Weihnachten, Sie wissen schon … Da rufe ich doch gern glatt selbst: »Pass auf! Über mir!«

Anne Puhr, Vikarin in Weimar

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Kulturerbe mit O

1. Januar 2018 von redaktionguh  
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»O du fröhliche«: Das Weihnachtslied soll in die Unesco-Liste aufgenommen werden

Das berühmte Weihnachtslied »O du fröhliche« von Johannes Daniel Falk (1768–1826) soll in das Verzeichnis des immateriellen Kulturerbes in Deutschland aufgenommen werden. Das zumindest wünscht sich der Johannes-Daniel-Falk-Verein aus Weimar und hat eine Bewerbung bei der Thüringer Staatskanzlei eingereicht.

An dem mehrstufigen Auswahlverfahren sind die Bundesländer, die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien, das Auswärtige Amt und die Deutsche Unesco-Kommission beteiligt.

Der Falk-Verein um Paul Andreas Freyer hat eine Hürde genommen: Die Bewerbung des Vereins wurde von der Thüringer Jury fachlich begutachtet und akzeptiert. Bis April kann Thüringen dem Sekretariat der Kultusministerkonferenz bis zu vier Vorschläge benennen. Welche das sind, darüber soll im Januar entschieden werden.

Auf Basis der Vorschläge aller 16 Bundesländer erstellt das Sekretariat der Kultusministerkonferenz eine Liste, die einem Expertenkomitee der Deutschen Unesco-Kommission vorgelegt wird. Unabhängige Experten prüfen und bewerten die Dossiers; das soll im Sommer geschehen. Die Kultusministerkonferenz und der Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien bestätigen abschließend die Experten-Empfehlungen. So entsteht ein bundesweites Verzeichnis, aus dem kulturelle Ausdrucksformen bei der Unesco eingereicht werden können. Diese entscheidet dann über die Aufnahme. Wie die Entscheidung auch ausfällt: Gäbe es die Charts der deutschen Weihnachtslieder, würde »O du fröhliche« auf Platz eins stehen. Es wird in evangelischen und katholischen Kirchen gesungen, oft ist es das Abschlusslied im Heiligabend-Gottesdienst.

Ein Lied für arme Waisenkinder

Johannes Daniel Falk, geboren am 28. Oktober 1768 in Danzig, wurde in ärmlichen Verhältnissen groß. Der Stadtrat stiftete ihm ein Stipendium für ein Studium in Halle. Er soll mit den Worten verabschiedet worden sein: »Wenn dereinst ein armes Kind an deine Tür klopft, dann wisse, dass wir es sind, die alten, grauen Bürgermeister von Danzig. Weise sie nicht von deiner Tür!«

Doch zunächst widmete sich Falk der weltlichen Fröhlichkeit. Er brach das Theologie-Studium ab, dichtete Satiren und zog als Privatgelehrter nach Weimar. Dort wurde sein diplomatisches Geschick gelobt. 1813 aber wurde ein bitteres Jahr: Innerhalb weniger Wochen verlor er vier seiner sieben Kinder durch Typhus. Kurze Zeit später soll ein zerlumpter Waisenjunge vor seiner Tür gestanden haben. In diesem Moment habe er sich an die Worte des Danziger Stadtrates erinnert und nahm das Kind auf. Die gute Tat sprach sich herum, und so kamen immer mehr Kriegswaisen. Für sie dichtete er »O du fröhliche« – allerdings nur die erste Strophe. Sein Gehilfe Heinrich Holzschuher schrieb später die beiden anderen heute bekannten Strophen.

1816 soll Falk das »O du fröhliche« geschrieben haben, heißt es im Evangelischen Gesangbuch. Doch 2015 gab Paul Andreas Freyer vom Falk-Verein bekannt, dass das Lied offenbar älter ist. Der Kirchenhistoriker Herbert von Hintzenstern hatte recherchiert, dass Falk es vermutlich im Advent 1815 geschrieben hat, damit es 1816 im Lehrkalender für seine Zöglinge seiner Sonntagsschule erscheinen konnte. In Falks Jahresbericht für 1816 war »O du fröhliche« in der Liste der Lieder erwähnt, die die Kinder auswendig singen mussten. Aber die Ur-Handschrift des Textes fehlt bis heute, sagt Freyer. Der Nachlass von Falk sei in großen Teilen nicht gesichtet.

(epd/G+H)

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Auch das noch: In all der Hektik Gott empfangen

16. Dezember 2017 von redaktionguh  
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Bereitet dem Herrn den Weg; denn siehe, der Herr kommt gewaltig.

Jesaja 40, Verse 3 und 10

Advent – das bedeutet: Gott kommt zu mir! Dieser Spruch für die neue Woche in diesem Advent ist für mich wie ein Stolperstein. Hoppla, was gilt denn jetzt? Kommt Gott zu mir oder was muss ich tun, um Gott nahe zu sein? Im Laufe des Jahres stelle ich mir diese Frage immer wieder. Aber jetzt, gerade im Advent, kommt mir immer wieder die Botschaft zu Ohren, dass Gott mir auf besondere Weise nahe ist.

Dieses Wort des Propheten Jesaja ist eine Aufmunterung an uns Menschen: Bereitet dem Herrn den Weg! Da frage ich mich, wie mir das gelingt. Ich spüre einen hohen Anspruch. Ob ich dem gerecht werden kann? Ich gehe durch den Alltag mit vielen Terminen im Kalender und vielem, was ich noch nicht erledigt habe, weil ich es zeitlich einfach nicht geschafft habe. Und jetzt soll ich dem Herrn auch noch den Weg bereiten! Bin ich dazu überhaupt in der Lage oder ist das eine viel zu hohe Anforderung?

Bettina Reinefeld-Wiegel, Pastorin in Weimar

Bettina Reinefeld-Wiegel, Pastorin in Weimar

Gott kommt zu mir! Gott ist mir nahe! Ich mache immer wieder die Erfahrung, dass durch die Begegnung mit anderen Frauen, Männern und Kindern Gott auf besondere Weise präsent ist. Zum Beispiel dann, wenn ich in ein interessantes Gespräch verwickelt werde. Wir reden über Gott und die Welt – dann ist Gott nahe. Oder, wenn ich jemandem einen kleinen Gefallen tun konnte – dann ist Gott nahe. Wenn Türen aufgeschlossen werden, damit sich Menschen begegnen können – dann ist Gott nahe. Wenn sich Frauen oder Männer zur Taufe entscheiden, wenn sie ihren Glauben wechseln, weil ihnen das jetzt wichtig ist, in dieser Kultur zu leben und mit ihr vertraut zu sein – dann ist Gott nahe. Wenn Frauen, Männer und Kinder ein Krippenspiel einüben, um es am Heiligen Abend aufzuführen – dann ist Gott nahe. Dann öffnen sich verschlossene Türen. Jesus hat einmal gesagt: Ich bin die Tür; wer durch mich hineingeht, wird gerettet werden. (Johannes 10,9)

Ich glaube, wir können dem Herrn den Weg bereiten und machen dabei eindrückliche Erfahrungen. Ich wünsche Ihnen gesegnete Wege, auf denen Sie Gott spüren.

Bettina Reinefeld-Wiegel, Pastorin in Weimar

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