Afrika im Herzen

8. Juli 2010 von redaktionguh  
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Am Sonntag, wenn das Finale der Fußball-Weltmeisterschaft abgepfiffen wird, dürfte das Fieber der vergangenen Wochen schnell wieder vorbei sein. Es waren besondere Wochen, in denen die Fußballfans im Begleitprogramm der Fernsehsendungen und auch in großen Aufmachern von Zeitungen auf die Situation im WM-Land Südafrika und dem ganzen Kontinent aufmerksam gemacht wurden.

Kapstadt, Foto: Gareth Weeks, sxc.hu

Kapstadt, Foto: Gareth Weeks, sxc.hu


Nach den Olympischen Spielen 2008 in Peking ist es bereits das zweite Mal, dass die Nöte der Menschen im jeweiligen Land in den Fokus von Medien und Öffentlichkeit geraten. Was wichtig und begrüßenswert erscheint, ist nur leider nicht von großer Nachhaltigkeit geprägt. Wenn nach dem Großereignis Sportler, Funktionäre, auch Politiker und die zahlreichen Medienvertreter Südafrika verlassen, droht das Land wieder aus dem Blick westlicher Realitäten zu geraten – zumal wohl auch in Deutschland noch hitzige Debatten über die Zukunft der Sozialpolitik anstehen.

Aktiven in der Entwicklungshilfe und den Nichtregierungsorganisationen wird es wieder schwerer fallen, die Menschen im Wohlstandsland Deutschland für Aids, Armut, Korruption und Verletzung von Menschenrechten zu sensibilisieren. Für Christen sollte das eigentlich nicht gelten. Ihr Anspruch auf gelebte Nächstenliebe und ihr Streben nach Gerechtigkeit hebt die Ärmsten der Welt zum Glück immer wieder auf die Gesprächs- und Handlungsagenda.

Die lutherischen Christen der Welt jedenfalls haben sich das für ihre bevorstehende Vollversammlung in Stuttgart auf die Tagesordnung geschrieben. Dort soll es um die Themen Aids, Hunger, Klimagerechtigkeit gehen. Kurz nach der WM-Euphorie hat der Lutherische Weltbund gute Chancen, damit auch andere Menschen für das Thema zu gewinnen. Wenn das gelingt, wäre das wirklich ein nachhaltiger WM-Erfolg.

Corinna Buschow