Feiern ohne Frust

2. Juli 2018 von redaktionguh  
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Premiere: Erster Gottesdienst von Frauen für Frauen in Anhalt

Der Alltag vieler Frauen ist oft sehr voll, viele Dinge sind gleichzeitig zu bewältigen«, sagte Anke Zimmermann. Da sei es gut zu schauen, wo noch Raum bleibt, so die Pfarrerin aus Weißandt-Gölzau im Kirchenkreis Köthen, die seit anderthalb Jahren kommissarisch die Frauenarbeit in der Landeskirche Anhalts koordiniert. In den fünf Kirchenkreisen bilden ehrenamtliche Beauftragte für die Frauen- und Familienarbeit zusammen mit der landeskirchlichen Leiterin den entsprechenden Landesausschuss. Dieser hatte die Idee, am 24. Juni erstmals zu einem zentralen Gottesdienst von Frauen für Frauen nach Ballenstedt einzuladen. Ursprünglich sollte im Schlosspark gefeiert werden, aber wegen des Wetters am Sonntag wurde der Gottesdienst kurzerhand in die Schlosskirche verlegt. Rund 60 Frauen und einige Männer waren zum Mitfeiern gekommen. Unter dem Motto »Es ist noch Raum da« stand das Gleichnis vom großen Festmahl aus dem Lukas-Evangelium im Mittelpunkt.

In einem Anspiel im Gottesdienst ging es um die Lust und den Frust des Feierns. Der Tenor: Feiern soll nicht zum Leistungssport verkommen. Es sollte anders gefeiert werden, damit mehr Raum da ist für Freude, Gespräche und Lebendigkeit. In ihrer Predigt hob Gemeinde- und Bildungsdezernentin Ramona Eva Möbius hervor, dass Jesus genau das gewollt habe. Durch das Umdenken das Gastgebers in der Bibelgeschichte sei eine Wende eingetreten: Die leeren Plätze hätten sich mit Menschen gefüllt, die ohne die Absagen der ursprünglich Eingeladenen nie dabei gewesen wären. Möbius fragte auch nach dem Platz einer jeden in dieser Geschichte. Wie würde man sich selber bei Absagen verhalten? Sich ärgern? Runterschlucken oder nicht? Im Gleichnis habe der Gastgeber seinen Blick geweitet. Es gebe einen Ausblick darauf, wen Gott einlädt. »Jeder will Platz haben und nicht nur Zaungast sein«, so die Theologin. Die Geschichte mache Hoffnung, dass jeder seinen Platz hat bei Gott.

Kirchen-Kaffeekränzchen: Im Frauengottesdienst am Sonntag in der Ballenstedter Schlosskirche ging es darum, was gute Gastgeberinnen und eine gelungene Feier ausmachen. Foto: Jürgen Meusel

Kirchen-Kaffeekränzchen: Im Frauengottesdienst am Sonntag in der Ballenstedter Schlosskirche ging es darum, was gute Gastgeberinnen und eine gelungene Feier ausmachen. Foto: Jürgen Meusel

Im Gottesdienst verabschiedeten die Frauen vom Landesausschuss auch die Gemeindepädagogin Angela Hillig aus ihrer Mitte, die als Ruheständlerin gemeinsam mit ihrem Mann Reinhard ins Erzgebirge umzieht (siehe G+H Nr. 19, S. 9). Die Gottesdienstkollekte ist für gemeinsame Projekte mit Frauen aus der Tschechoslowakisch-Hussitischen Kirche, einer Partnerkirche Anhalts, bestimmt, die 2017 auf 70 Jahre Frauenordination zurückblicken konnte.

Übrigens ist 2018 für die Frauenarbeit ein besonderes Jahr: Vor 100 Jahren wurde die konservative Evangelische Frauenarbeit in Deutschland mit dem Ziel gegründet, die Einführung des Frauenwahlrechts in Deutschland – vor ebenfalls 100 Jahren – zu verhindern, was aber nicht gelang. Vor zehn Jahren wurde der Verband »Evangelische Frauen in Deutschland« gegründet.

In jedem Jahr wird am 1. Sonntag nach Trinitatis (oder einem späteren Sonntag) in den Landeskirchen der EKD offiziell ein Gottesdienst zum Frauensonntag gefeiert.

In Anhalt soll es, so Ramona Eva Möbius, künftig in jedem Jahr in wechselnden Orten einen Gottesdienst von Frauen für Frauen geben und damit eine Tradition begründet werden.

Angela Stoye

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Nachhall: Das geht so nicht!

29. April 2018 von redaktionguh  
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Für die Evangelische Kirche in Deutschland ist das eine Blamage, die Konsequenzen haben muss. Der Vertreter der EKD im Beirat des Musikpreises Echo hat für die Zulassung der Skandalrapper Farid Bang und Kollegah zur Preisverleihung gestimmt – trotz übelster antisemitischer Texte auf ihrem Album »Jung, Brutal, Gutaussehend 3«.

Eigentlich ist das unvorstellbar. Denn hatte sich die EKD nicht gerade im Vorfeld des Reformationsjubiläums auf ihr besonderes Verhältnis zu Israel und dem jüdischen Volk besonnen? Hatte man nicht in unzähligen Erklärungen Luthers Antisemitismus und die christliche Judenmission verurteilt? Wie kann es sein, dass ein Mitarbeiter des EKD-Kulturbüros dann trotzdem so ein Votum abgibt? Eines ist klar: Die bescheidenen Erklärungsversuche, die der Kulturbeauftragte Johann Hinrich Claussen gegenüber dieser Zeitung abgab, überzeugen nicht. Denn ist es nicht gerade die Aufgabe eines Kirchenvertreters in einem Ethik-Gremium, auch einmal gegen den Strom zu schwimmen und die Grenzen der Kunstfreiheit zu markieren? Und wieso sitzt eigentlich ein Mitarbeiter und nicht der Kulturbeauftragte selbst in diesem Echo-Beirat?

Der Rat der EKD und die Mitglieder der Kirchenkonferenz jedenfalls wären gut beraten, auf ihren nächsten Sitzungen über eine grundlegende Neuorganisation ihrer Kulturarbeit nachzudenken. Denn klar ist doch: Ohne große Not wurden hier Grundüberzeugungen des deutschen Protestantismus – zu denen nun einmal auch das entschiedene Eintreten gegen jede Form von Antisemitismus gehört – einer bequemen Mehrheitsmeinung geopfert. Und die EKD wurde von ihren Mitarbeitern öffentlich blamiert. Das geht so nicht! Und es darf auf keinen Fall so weitergehen.

Benjamin Lassiwe

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In Moll und Dur: Das wunderbare Lebenslied

28. April 2018 von redaktionguh  
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Singet dem Herrn ein neues Lied, denn er tut Wunder.

Psalm 98, Vers 1

Oh ja, gern. Neue Lieder singen und nicht immer das alte Zeugs mit einer Sprache, die heute keiner mehr spricht. Neue Lieder, zeitgemäß, in unserer Sprache. Stattdessen singe auch ich oft die alten Lieder im Gottesdienst und merke, wie ich zwar die Glaubensaussagen darin nachvollziehen kann. Aber die Worte, die Bilder – sie sind mir so weit weg.

Was hat das alles mit mir heute hier zu tun? Geht Kirche nur so, muss sie einen leicht muffigen Charakter haben, oder geht das nicht auch anders? Singet dem Herrn ein neues Lied, denn er tut Wunder! Genau. Er tut sie. Gegenwart, nicht Vergangenheit. Und Zukunft! Ich will meine Lieder finden und singen oder mitsummen. Lieder in meiner Sprache. Das kann gerappt sein oder gerockt, kann balladenhaft sein und leise, kann 12-tonal sein oder …

Juliane Kleemann, Pfarrerin, EKD Zentrum Mission in der Region

Juliane Kleemann, Pfarrerin, EKD Zentrum Mission in der Region

Aus Begeisterung heraus Lieder singen oder summen. Das ist die Frage an mein ganz eigenes Gemüt. Welche Töne schlagen die Wunder Gottes in mir an? Das kann Johann Sebastian Bach sein oder Lothar Kosse, Paul Gerhardt oder Fritz Baltruweit, Choräle oder moderne Lobpreislieder. Singt dem Herrn ein neues Lied, denn er tut Wunder – das geht nur im Hören auf die Töne, die Gott in mir anschlägt.

Was sind die Wunder Ihres Lebens? Was sind die Überraschungen, die Sie nicht zu erhoffen wagten? Menschen, die als eigene Freunde lange nicht denkbar waren? Errettung aus einer Not, die so unendlich und unabwendbar schien? Eine Aussicht auf eine glückende Zukunft, obwohl bisher mehr für Finsternis sprach als für Licht?

Sing dem Herrn dein Lied für die Wunder, die er an dir tut. So will ich dieses Wort für mich nehmen, und dann werde ich ja sehen, nein hören, welches Lied es wird. Vermutlich werden sich darin alte Töne mit neuen mischen und ich erkenne, dass Gott gestern, heute und morgen ist und mit ihm dann auch die Lieder und Töne. Und es eben kein Alt gegen Neu gibt, sondern vielmehr ein Neues aus dem Alten und dann eben »Ich sing Dir mein Lied, in ihm klingt mein Leben«.

Juliane Kleemann, Pfarrerin, EKD Zentrum Mission in der Region

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Wo finde ich Gott?

20. April 2018 von redaktionguh  
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Im Konfirmationsalter beginnt oft die Suche nach dem Lebenssinn. Wo suchen Jugendliche heutzutage? Im Internet. Ein Selbstversuch.

Kennen Sie wikiHow? Unter dem Motto »Hier lernst du alles« findet man auf dieser Internetseite Anleitungen zu fast allen Themen des Lebens. Von der Frage »Wie ziehe ich nach Australien um?« oder »Wie berechne ich das Kubikmaß einer Kiste?« bis zu »Wie wende ich eine Haarspülung richtig an?«. Aber auch auf die existenzielle Frage, wo Gott zu finden ist, kennt wikiHow Antworten.

Wer diese Seite besucht, wird gleich mit »du« angeredet, was deutlich machen soll, dass sich das Angebot an junge Menschen richtet. »Wenn du ein Verlangen verspürst, einen Kontakt mit Gott herzustellen oder deine Verbindung zu Gott zu verbessern, gibt dir dieser Artikel einige Tipps, welche ersten Schritte du machen kannst, um herauszufinden, wer er wirklich ist.« Gleich in der ersten von zwölf Empfehlungen wird darauf hingewiesen, dass man nicht unbedingt eine Kirche braucht, um Gott zu finden. Versuchen könne man es aber trotzdem zunächst dort: »Wenn du Glück hast, findest du eine geistliche Kirche, die glaubt, dass sich Gott frei ohne Grenzen bewegt, und mit Menschen, die liebenswürdig und entgegenkommend sind. Wenn du so einen Platz findest, wäre es eine gute Idee in Erfahrung zu bringen, woran diese Menschen glauben.« Es geht dann weiter mit dem Vorschlag, einen Gottesdienst zu besuchen, religiöse Literatur zu lesen, den Verstand zu gebrauchen, offen zu sein und wachsam, vor allem gegenüber Menschen, die behaupten, im Besitz der einzigen Wahrheit zu sein. »Die meisten Kirchen haben nur einen Teil der Wahrheit«, heißt es weiter.

Fragen stellen, mit anderen sprechen und das Gespräch mit Gott suchen, die Anleitung klingt fast, als wäre sie aus dem Lehrbuch für den Konfirmandenunterricht. Allein schon, dass man der Frage nach Gott bei wikiHow einen ausführlichen Artikel widmet, zeigt, dass die Sinnsuche und Wertorientierung vor allem unter Jugendlichen wieder an Bedeutung gewinnt. Es wird aber auch deutlich, dass diese Frage scheinbar eher in der Anonymität des Internets gestellt wird.

Landesgartenschau Sachsen-Anhalt in Burg: Nicht nur in der Natur, auch bei den Angeboten der Kirchen auf der Landesgartenschau kann man sich auf die Suche nach Gott begeben. Die Glasarche (Foto) steht als Symbol für die Bewahrung und Erhaltung von Gottes Schöpfung. Foto: Reiner Eckel

Landesgartenschau Sachsen-Anhalt in Burg: Nicht nur in der Natur, auch bei den Angeboten der Kirchen auf der Landesgartenschau kann man sich auf die Suche nach Gott begeben. Die Glasarche (Foto) steht als Symbol für die Bewahrung und Erhaltung von Gottes Schöpfung. Foto: Reiner Eckel

Was heißt das nun für die Kirche und Kirchengemeinden? Auf der Frühjahrssynode wurde eingehend über die Thesen von Professor Michael Domsgen zur Gemeindesituation beraten (siehe auch Seite 5). Dabei scheint vor allem die Antwort auf die Frage, »wie Evangelium so kommuniziert werden kann, dass es Menschen erreicht«, zentral. Die Akzeptanz von Kirche in der Öffentlichkeit ist relativ hoch. Allerdings wissen immer weniger Menschen etwas mit christlichen Inhalten anzufangen.

Die Offenheit für religiöses Denken wird hauptsächlich in der Kindheit und Jugend geweckt. Religiöse Erziehung spielt einer Studie der EKD zurfolge, die bereits 2004 veröffentlicht wurde, selbst unter kirchenaffinen Familien immer weniger eine Rolle. Da sind neue Impulse für die Gemeindearbeit gefragt, so wie sie bei der Frühjahrstagung im Kloster Drübeck formuliert wurden. Unter dem Motto »Evangelisch – Ein Kreuz für die Welt« erarbeiteten die Synodalen Anregungen und Empfehlungen für die Kirchengemeinden. Eine Gemeindesynode scheint dafür aber längst nicht ausreichend. In den Beratungen war deshalb die Rede von einem Aufbruchsignal und dem Anfang eines weitergehenden Prozesses. Für eine Bilanz der Gruppengespräche ist es noch zu früh. Die Beratungen nahmen so viel Zeit in Anspruch, dass ein Fazit und eine Zusammenfassung keinen Platz mehr fanden. Das Gemeindedezernat der EKM hat deshalb angekündigt, die Ergebnisse der sieben Arbeitsgruppen in den kommenden Wochen auswerten und aufbereiten zu wollen. Wir werden zu einem späteren Zeitpunkt darüber in der Kirchenzeitung berichten.

Der Internetkurs für Gottsucher bei wikiHow endet mit den Hinweisen, dass Gott einem näher sein kann als vermutet und dass man bereit sein sollte, das Bild, das man über das Wesen Gottes habe, zu verwerfen: »Deinen begrenzten Verstand zu verwenden, um Unendlichkeit zu begreifen, ist wie einen Fisch darum zu bitten, die Ozeane der Welt herunterzuschlucken.« Nichts anderes verstehen Christen darunter, wenn sie sich unter die Führung und den Segen Gottes stellen, der höher ist als Erfahrung, Verstand und Sinne.

Willi Wild

www.ekmd.de/kirche/landessynode

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An der Schnittstelle von Himmel und Erde

16. April 2018 von redaktionguh  
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Im Kloster Drübeck kommt vom 12. bis 14. April die Synode der EKM zu ihrer Frühjahrstagung zusammen. Porträt eines besonderen Ortes.

Die Sonne strahlt über dem Harz. Zwischen den grünenden Obstbäumen lugt der Turm der romanischen Klosterkirche St. Vitus hervor. Autos schießen vorüber, während eine Gruppe Wanderer am Ortseingang von Drübeck einen Reisesegen spricht.

Der Ilsenburger Ortsteil liegt am Weg. Doch an welchem? Farbige Tafeln verweisen auf den Klosterwanderweg, die Straße der Romanik, den HarzerKlosterSommer und auf das Netzwerk »Gartenträume – Historische Parks in Sachsen-Anhalt«. Seit einem Vierteljahrhundert zählt das Kloster zur Straße der Romanik, seit zehn Jahren pilgern Menschen vom niedersächsischen Wöltingerode über Ilsenburg und Drübeck bis ins Kloster Wendhusen in Thale.

Doch was sind schon Jahreszahlen? Das Evangelische Zentrum im Kloster Drübeck wirkt mit seinen 22 Jahren fast wie ein Jungspund, hat aber für viele die Sicht auf klösterliches Leben verändert. »Wir verfügen mit unserem Zentrum über ein großes Pfund. Da behütet die knapp 300-jährige Linde jene, die unter ihrem Laub Schutz suchen, es geht familiär zu, hier finden Gäste Ruhe und Besinnung, in unserer Anlage werden Paare getraut und Hochzeiten gefeiert«, beschreibt Geschäftsführer Karl-Heinz Purucker.

Bereits im 10. Jahrhundert beherbergte die Klosteranlage Benediktinerinnen. Frühmesse bei Tagesanbruch, dann zur Arbeit in Küche, Garten, Wald, auf die Felder – die Benediktsregel bestimmte den Tagesablauf der Ordensfrauen. In den Turbulenzen der Reformationszeit und des Bauernkrieges wurden die Nonnen vertrieben. Ende des 17. Jahrhunderts wurde das Kloster durch kurfürstliches Edikt dem Grafen zu Stolberg-Wernigerode übereignet. Nach umfangreicher Sanierung errichtete der Graf ein Damenstift. Das Diakonische Amt der Kirchenprovinz Sachsen übernahm auf Bitte der letzten Äbtissin Magdalena 1946 das Kloster und führte es als Erholungsheim fort.

Labyrinth unter Apfelblüten: Gäste können im Kloster Drübeck – im Hintergrund die Kirche St. Vitus – verschiedene Gärten erkunden und genießen. Fotos: Frank Drechsler

Labyrinth unter Apfelblüten: Gäste können im Kloster Drübeck – im Hintergrund die Kirche St. Vitus – verschiedene Gärten erkunden und genießen. Fotos: Frank Drechsler

Ein historischer Plan von 1737 aus dem Archiv der Evangelischen Kirche zeigt die von Mauern umschlossenen fünf Gärten der Stiftsdamen. Die Gartenhäuschen nutzten die Stiftsdamen als Ort der Entspannung und der Besinnung. Heute sitzen die Besucher darin und genießen die wahrlich himmlische Ruhe. Wer genau über die Beete schaut, erkennt am Gärtnerhaus die Kletterrose »Juliana zu Stolberg-Wernigerode«, die einen »FrauenOrt« markiert. Davon gibt es in Sachsen-Anhalt mehr als 30; sie erzählen Geschichte und Geschichten von Frauen. Zur Romantischen Nacht im Kloster erleben die Gäste jährlich ein Wandelfest: Mit Einbruch der Dämmerung verzaubert sich der Garten, rund 1 000 Windlichter erleuchten die Anlage mit der angrenzenden Streuobstwiese und holen aus dem Dunkel, was tagsüber unscheinbar und nebensächlich scheint.

Der Quedlinburger Pfarrer Christoph Carstens, Gründungsmitglied des Klostersommer-Vereins, sieht »an der Schnittstelle von Himmel und Erde« eine Dreieinigkeit. »Wir wollen uns als Kloster zeigen, Kultur entstehen lassen und zum Finden und Wiederfinden beitragen«, erklärt er. Hier treffen christliche Welt und Beherbergung zusammen: Pastoralkolleg, Pädagogisch-Theologisches Institut, Haus der Stille und Medienzentrum. Die Anlage scheint im dauernden Wandel, davon sprechen der Neubau des Eva-Heßler-Hauses, die Rekonstruktion der Gärten und der Gebetshäuschen, der Ausbau der Domänenscheune und die neue Rezeption, die Architektin Margrit Hottenrott unter dem Motto »Hinter Klostermauern die Dinge im neuem Licht sehen« geplant hat.

Für den Landesbischof der Evangelisch-lutherischen Landeskirche in Braunschweig, Christoph Meyns, verströmt Drübeck spirituelle Dichte. In »Zeiten der geistigen Trockenheit«, in denen sich Menschen verlassen und verzweifelt fühlen, sei es ein Ort der Gotteserkenntnis. Es gelte für die Kirche und in den Klöstern Halt zu geben, Haltung zum Leben und Verhaltensregeln zu vermitteln. »Ohne Gottesdienste gleichen Klöster leeren Schneckenhäusern.« Drübeck sei so ein magischer Ort, »der mehr hat, als wir mit unseren Sinnen erfassen können.« Nicht ohne Grund zählt das Kloster zu den touristisch erschlossenen »Kraftorten im Landkreis Harz«.

Wichtig sei, dass sich die Menschen auf den Weg machten. Und verweilen. Die achte Engelsbank auf dem Klosterweg zwischen Niedersachsen und Sachsen-Anhalt steht dafür in Drübeck. Der Pastor für Führungskräfte der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers, Peer-Detlev Schladebusch, meinte bei einem Kloster-Seminar, »hier findet man die Ruheinsel, dieses uralte Verbinden von ›ora et labora‹, hier atme ich christliche Spiritualität.«

Wer in den geschmackvollen Zimmern nächtigt, fühlt sich deshalb bestens aufgehoben. Nicht nur, weil die Klosterküche lecker ist, geführt von einem Koch, der einen Teil seiner Kräuter selbst zieht und dem Kloster seit anderthalb Jahrzehnten die Treue hält. Nur am Morgen fühlt man sich zu früh aus den Träumen gerissen. Man setzt auf Tradition: Die Glocke ruft erstmals um sechs Uhr.

Uwe Kraus

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Gelebtes Erbe auf Kartons

9. April 2018 von redaktionguh  
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Deutschlandweit: Eine Marienkirche und eine Nikolaikirche pro Bundesland beteiligen sich an der Ausstellungsreihe »Bei Deinem Namen genannt: Maria und Nikolaus«, die in 32 Orten gezeigt wird.

Nach einer Präsentation im Erfurter Mariendom ist die Wanderausstellung vom 12. April bis 31. Mai in der Kirche St. Nicolai in Schmölln (Kirchenkreis Altenburger Land) zu sehen. Sie wird im Rahmen des Europäischen Kulturerbejahres 2018 gezeigt, das unter dem Titel »Sharing Heritage« (Erbe teilen) die kulturelle Vielfalt des Kontinents deutlich machen will.

Der Kulturbeauftragte der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Johann Hinrich Claussen, betont in diesem Zusammenhang, dass mit den Namen Maria und Nikolaus christliches Gedankengut transportiert werde. Beide Figuren stünden für ethische Prinzipien. Man knüpfe aber auch an die persönliche Identität der Besucher an, die jeweils mit ihrem eigenen Namen verbunden ist.

Unter dem Motto »Nomen est omen« (»Der Name ist ein Zeichen«) werden Sprichwörter zu verschiedensten Vornamen vorgestellt. Darüber hinaus betrachtet die Exposition den Zusammenhang von »Heimat und Person«, »Name und Erbe« sowie von »Kultur und Identität«.

Die beiden Module des in deutscher und englischer Sprache gestalteten Projektes verstehen sich in erster Linie als Impuls: Sie sind leicht überschaubar und ermöglichen eine unmittelbare Aneignung des Stoffes. Damit wollen die Kuratoren Klaus-Martin Bresgott, Johann Hinrich Claussen und Ralf Klöden einen »Anreiz zur Selbst- und Weiterbeschäftigung« schaffen.

Verpackungsmaterial als Informationsträger: Die Maria-Ausstellung war bereits in Erfurt zu sehen. Foto: Andreas Schoelzel

Verpackungsmaterial als Informationsträger: Die Maria-Ausstellung war bereits in Erfurt zu sehen. Foto: Andreas Schoelzel

Maria steht exemplarisch für einen Frauennamen. Aus der Ikonografie heraus sind alle Informationen über sie in der Farbe Blau gehalten.

Nikolaus steht für einen Männernamen, die ikonografische Farbe Rot verweist auf alles Wissenswerte über Nikolaus. Allgemeine Informationen und Einführungen sind in neutralem Weiß gestaltet.

Eine Karte der Bundesrepublik zeigt die jeweils am Projekt beteiligten Gotteshäuser, eine Karte Europas die Verbreitung der Namen und Kirchen zwischen Atlantik und Ural. So ist die Thematik auch geografisch fassbar aufbereitet. Wichtig ist den Ausstellungsmachern darüber hinaus die Verwendung ökologischen Materials – anstelle von Einwegaufstellern aus umweltfeindlichen Kunststoffen kommen 90 × 45 × 45 cm große, wiederverwendbare Mehrwegkartons zum Einsatz.

Gewöhnliches Verpackungsmaterial wird zu einem ungewöhnlichen Informationsträger. Die ästhetisch klare Form des Baukastens der Exposition orientiert sich an architektonischen Prinzipien der Romanik und des Bauhauses. »Die inhaltlichen Impulse zielen auf eine Wahrnehmung von Ort, Geschichte und Namen als Teil der eigenen Identität ab«, erläutern die Kuratoren ihre Zielstellung: »Aus der Abstraktion von Geschichte und Region werden mit der eigenen Person und dem eigenen Namen authentische Orte der eigenen Wirklichkeit, die in einen größeren Kontext eingebettet ist – regional und überregional, deutschlandweit und europäisch.«

Die Namen Maria und Nikolaus, ihre vielfältigen regionalen Formen und deren aktive Weitergabe aus der Vergangenheit in die Gegenwart und Zukunft verdeutlichen dies exemplarisch und geben den Anstoß.

Die Ausstellung des Kulturbüros des Rates der EKD richtet sich an Tagesbesucher, Schulklassen und Touristen, eignet sich aber auch hervorragend für die Erwachsenenbildung. An jedem Ort können Geschichten zum je eigenen Namen hinzugefügt werden. Dadurch erweitert sich die Ausstrahlung der in 16 Marien- und 16 Nikolaikirchen gezeigten Ausstellung.

Michael von Hintzenstern

Termine in der EKM: Nikolaus: 30. 8. bis 31. 10., Ballenstedt; Maria: 6. 9. bis 2. 11., Salzwedel

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Gemeindediakonat – ein Dienst für alle Menschen im Ort

26. März 2018 von redaktionguh  
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Ideen: Wie ein neues Arbeitsgebiet im »Anhaltischen Verbundsystem« aussehen kann

Im Zusammenhang mit dem Zukunftsprojekt des »Anhaltischen Verbundsystems« soll das Gemeindediakonat eine besondere Rolle spielen. Die Landessynode beauftragte Landesdiakoniepfarrer Peter Nietzer, eine Konzeption dafür zu erarbeiten. Den Synodalen dienen seine Beobachtungen und Überlegungen als Basis für die Weiterarbeit.

»Der in vielen Kirchengemeinden übliche Besuchsdienst wendet sich fast ausschließlich an Gemeindeglieder«, beschreibt Nietzer den Ist-Stand. Die Besuchten sollten weiter am Gemeindeleben teilhaben können. Gelegentlich würden Hausabendmahle oder Andachten verlangt, sehr selten Verkündigung oder Glaubensunterweisung. »Darüber hinaus gibt es aufsuchende ehrenamtliche diakonische Dienste, die sich nicht ausdrücklich an Gemeindeglieder wenden«, so der Pfarrer. Dazu gehörten etwa einfache Hilfen in Haus und Hof oder die Begleitung bei Arztbesuchen.

Nietzer verweist auf die 5. Kirchenmitgliedschaftsuntersuchung der EKD, in der es auch um Neuansätze der Gemeinwesen-Diakonie ging. In Dörfern und Stadtteilen werde das diakonische Handeln der Kirchengemeinden mit dem Ziel, Gottes Liebe aller Welt auszurichten, besonders erkennbar.

Anhalt mit seinen vielen Dörfern sei vom Rückgang sozial unterstützender Infrastruktur geprägt; junge Menschen zogen und ziehen fort. »Alte Menschen und Menschen mit besonderem Hilfebedarf bleiben zurück.« Die Folge ist: »Immer mehr Menschen sind vom selbstbestimmten Leben abgeschnitten, wenn sie nicht unterstützt und begleitet werden.« Viele Aufgaben würden Frauen und Männer ehrenamtlich wahrnehmen. Diese benötigten und benötigen Begleitung durch hauptamtliche Mitarbeiter der Kirche.

Vielseitig Mitarbeitende werden benötigt

Der Mitarbeiter, der im künftigen Verbundsystem die Planstelle des Gemeindediakonats besetzt, sei zuständig, die niedrigschwellige sozialdiakonische Arbeit wahrzunehmen, zu organisieren und zu begleiten, heißt es in dem Papier. Er sollte einen Abschluss als Sozialarbeiter oder -pädagoge und eine diakonische Zusatzausbildung haben, um auch Andachten und Gottesdienste halten zu können. »In den letzten Jahren ist immer deutlicher geworden, dass die körperliche Pflege kranker und alter Menschen allein nicht ausreicht«, begründet Pfarrer Nietzer. Die Gepflegten und ihre Angehörigen benötigten auch geistlich-seelische Hilfen. In den vergangenen Jahrzehnten seien die Arbeitsgebiete Pflege und Hauswirtschaft organisatorisch, finanziell und nach Mitarbeitern getrennt worden. Von wem das Gemeindediakonat im Verbundsystem künftig getragen und finanziert werden soll, bedürfe gründlicher Überlegungen. In einer Sache ist sich Peter Nietzer aber sicher: »Die Gemeindeschwester wie früher – mit der Thermoskanne voller Suppe an einem Fahrradlenker und der Tasche mit Blutdruckmessgerät und Verbandmaterial am anderen – wird es nicht wieder geben.«

Angela Stoye

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Ein Hinhörer mit Fantasie und Humor

26. Februar 2018 von redaktionguh  
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Kirchenpräsident Joachim Liebig zum 60. Geburtstag

In der Hand halte ich die Einladung zum 60. Geburtstag von Kirchenpräsident Joachim Liebig. Und als erstes lese ich »Ich schäme mich des Evangeliums nicht; denn es ist eine Kraft Gottes, die selig macht alle, die glauben.« (Römer 1,16). Ja, es stimmt, wir haben in Anhalt einen »un-verschämten« Kirchenpräsidenten. Und das ist ein Segen. Solche Menschen wie ihn brauchen wir hier in unserer Gegend. Die bereit und auch in der Lage sind, sich vorne hin zu stellen und anzusagen, was ihr Glaube ist und was dieser ihnen bedeutet. In dieser Hinsicht habe ich Joachim Liebig nie in Verlegenheit gesehen. Ganz im Schleiermacherschen Sinne hat er jederzeit das Gespräch über den christlichen Glauben mit den Gebildeten unter dessen Verächtern gesucht. Vielleicht hat er sich auch deshalb zum Vorsitzenden der Anhaltischen Goethe-Gesellschaft wählen lassen.

Ein gutes Team: Kirchenpräsident Joachim Liebig (links) und der Präses der Landessynode Anhalts, Andreas Schindler. Foto: Jürgen Meusel

Ein gutes Team: Kirchenpräsident Joachim Liebig (links) und der Präses der Landessynode Anhalts, Andreas Schindler. Foto: Jürgen Meusel

Es scheint mir eine seiner großen Begabungen zu sein, in versandete oder abgebrochene Gespräche neues Leben zu bringen. Und das nicht als einer, der alles schon weiß, sondern als einer, der erst einmal genau hinhört. Er verfügt über zwei wichtige Schmierstoffe für das Gespräch: Fantasie und Humor. Gerade letzterem fühle ich mich selbst sehr verbunden. Ich möchte nur zwei Beispiele nennen: Er hat das Con­tainerprojekt »Anhalt kompakt« mit einer mobilen Ausstellung in Übersee­containern erfunden; zuerst belächelt, später auch ganz klar bewundert. Und bei der Verabschiedung eines Mitarbeiters hat er in der Predigt einmal gesagt, dass dieser dem Heiligen Geist nicht im Weg gestanden sei. Wie ich finde, ein hohes Lob für einen Pfarrer, aber nicht von allen so verstanden.

Und auch ich möchte sagen, Joachim Liebig ist ein Mensch, ein Zeuge, der dem Heiligen Geist nicht im Weg steht, sondern versucht, ihm freie Bahn zu lassen. Dafür kann er gerne mal zur Seite treten, denn sein Humor kennt auch die Selbstironie und das heißt ja nichts anderes als: Er kennt auch seine Grenzen.

Joachim Liebig wurde am 1. März 1958 in Hildesheim geboren. Er studierte evangelische Theologie in Bethel und Hamburg und absolvierte sein Vikariat in der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Schaumburg-Lippe, damals die kleinste Landeskirche der EKD. Noch zu DDR-Zeiten leistete er ein Praktikum in Reinhardtsgrimma im Osterzgebirge und sammelte Auslands­erfahrung in England und Frankreich. 1987 wurde Liebig die Pfarrstelle in Frille nahe Minden übertragen. Daneben hatte er eine Reihe von Beauftragungen inne: Pressesprecher der Landeskirche, Landesjugendpastor, Super­intendent des Kirchenbezirks West, bis 2007 Präsident der Landessynode und bis Ende 2008 Präsident der Synode der Konföderation Evangelischer Kirchen in Niedersachsen.

Am 14. November 2008 wurde Joachim Liebig von der Landessynode der Evangelischen Landeskirche Anhalts zum Kirchenpräsidenten gewählt. Er ist Mitglied im Vorstand des Anhaltischen Heimatbundes, Vorsitzender der Anhaltischen Landschaft e.V., Vorsitzender des Evangelischen Presseverbandes in Mitteldeutschland, stellvertretender Vorsitzender im Berliner Missionsrat und Mitglied im Aufsichtsrat des Gemeinschaftswerkes der Evangelischen Publizistik (GEP). Er engagiert sich im Petersburger Dialog und hat mittlerweile auch den Arbeitsbereich Diakonie in sein Dezernat integriert. Heute nun ist er im Osten wieder in der kleinsten Landeskirche Deutschlands angekommen. Und er steht dazu.

Joachim Liebig ist mit der Gemeindepädagogin und Arzthelferin Andrea Liebig verheiratet und Vater dreier erwachsener Kinder. Einer seiner Söhne wird zum Geburtstagsempfang in einer Feldküche einen Eintopf kochen. Auch ein Einfall Liebigs. Ich wünsche allen Gästen guten Appetit und ihm Gottes Segen für weitere Jahre im Amt und in Anhalt. In Dessau wird gerade die Bodenplatte für sein eigenes Haus betoniert. Auch das ein deutlicher Hinweis darauf, dass er in Anhalt angekommen ist.

Manfred Seifert, Oberkirchenrat i.R.

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Der Anstoß zur Veränderung kommt rechtzeitig

Die Landeskirche Anhalts will auf ihrem Weg in die Zukunft Neues ausprobieren. Was muss sich ändern? Was soll bleiben? Die Antworten darauf fallen unterschiedlich aus.

Als Bedenkenträger ist Albrecht Lindemann in seiner Landeskirche bislang nicht bekannt. Doch mit Blick auf das geplante Anhaltische Verbundsystem ist er nachdenklich geworden. Zwar sieht der Zerbster Pfarrer positiv, dass nach dem Perspektivpapier von 2008 einstmals ein landeskirchlicher Impuls zur Zukunft auf dem Tisch liegt. Und er sieht auch, dass die finanzielle Situation der Landeskirche es noch erlaubt, einen Prozess zur Veränderung einzuleiten, der nicht als Reaktion auf eine Krise wahrgenommen werden muss. Aber die fehlende Definition für die geplanten Verbünde und die damit einhergehenden Veränderungen sieht er kritisch.

Einer seiner Kritikpunkte ist die weitere Schwächung der Präsenz von Gemeindepfarrern. Diese lasse nach aktuellen Studienergebnissen kaum andere Perspektiven offen als den Niedergang des gemeindlichen Lebens bei gleichzeitigem Verlust an gesellschaftlicher Relevanz. »Die Stärken des landeskirchlichen Protestantismus sind eng mit der Kompetenz akademisch gebildeter Pfarrerinnen und Pfarrer verbunden«, sagt er. Ein Problem sieht er auch darin, dass die Verantwortlichkeit für das Agieren der Kirchengemeinde als öffentlich-rechtliche Körperschaft im Verbundmodell nicht geklärt ist. Mitarbeitenden auf den Gebieten der Kirchenmusik und Gemeindepädagogik und ihren Qualifikationen würde man nicht gerecht, wenn man sie als Alternative zu Pfarrpersonen sähe. Zudem fehle jegliche Aussage darüber, wie groß ein solcher Verbund sein soll und wie viele es in Anhalt davon geben soll. Albrecht Lindemann wünscht sich vor so grundlegenden Veränderungen zunächst eine gründliche Analyse der Situation einschließlich der mit den Teampfarrämtern gemachten Erfahrungen. Dazu einen Diskurs über die Frage, was für eine Kirche Anhalt sein will. »Dieser Diskurs muss mit den Gemeinden geführt werden«, fordert er.

Verantwortung übernehmen

Seit Sebastian Saß Kirchenmusik studierte, begleitet ihn intensiv die neutestamentliche Geschichte vom sinkenden Petrus (Mt 14,22–32) in Verbindung mit dem Choral »In allen meinen Taten« (EG 368). Seit er in Anhalt ist, fasziniert ihn zudem der Satz: »Die Landeskirche baut sich auf der Gemeinde auf.« Deshalb sieht der Bernburger Kreiskirchenmusikwart alle Überlegungen zur Zukunft der Landeskirche mit diesem Satz als Basis und mit dem Bild vom sinkenden Petrus als »Geländer«. Er findet, dass jeder Versuch, anderen die Verantwortung zuzuschieben – im Sinne von »die da oben« – ins Leere laufen muss. Ebenso, sich hinter Althergebrachtem zu verkriechen oder Althergebrachtes abzuschreiben, ohne Alternativen aufzeigen zu können. »Das gilt auch für mich selbst«, sagt er.

Zu erwarten, für die eigene Arbeit Vorgaben aus Dessau zu bekommen, stehe dem Selbstbewusstsein einer anhaltischen Kirchengemeinde schlecht an. Insgesamt überwiegt bei Sebastian Saß das Gefühl, dass der Anstoß zur Veränderung rechtzeitig kommt. »Die überaus große Chance besteht in meinen Augen darin, Gemeinden geistliches Leben zu ermöglichen und sie nicht weiter in Fürsorge und Versorgung durch das Erfüllen von Erwartungen zu ersticken.« Dass es Probleme geben wird, wenn alte Verhältnisse und traditionelle Erwartungen auf Neuerungen treffen, sieht er aber auch. »Was das Wesentliche ist, muss jede Gemeinde für sich herausfinden.« Das könne durchaus schmerzhaft sein. »Ich denke, einzig die Frage ›Was bedeutet mir und uns das Evangelium?‹ kann Licht ins Dunkel bringen.«

Christine Reizig, Landespfarrerin für Gemeindeaufbau, sieht das Vorhaben Anhaltisches Verbundsystem positiv. Sie erinnert an das Pastorale Zukunftsgespräch des Bistums Magdeburg vor einigen Jahren. Als Folge davon seien Pfarreien zusammengelegt worden. In jeder dieser vergrößerten Pfarreien würden neben dem Priester verschiedene Gemeindereferenten – für Jugendarbeit, Musik, Verwaltung – tätig sein. »Jeder kann das machen, wofür er gut ausgebildet ist«, sagt sie. In Anhalt werde es keine Rundumversorgung in jedem kleinen Ort geben. »Aber unser Kerngeschäft wie Gottesdienste, Andachten, Seelsorge, Bibelkreise soll für jeden erreichbar sein. Dafür müssen die von Verwaltungsaufgaben entlasteten Pfarrer Zeit haben.«

Auch im Kirchenkreis Ballenstedt stand das Thema »Verbundsystem« im vergangenen Jahr auf der Tagesordnung des Pfarrkonvents, der Kreissynode und der Gemeindekirchenräte. »Bei der konstituierenden Sitzung der Kreissynode im Januar 2018 haben wir einen Ausschuss gebildet, der das Vorhaben begleiten will«, sagt Kreisoberpfarrer Theodor Hering. Die Mitarbeit darin sei auf großes Interesse gestoßen. Der promovierte Theologe gehört der Steuerungsgruppe an, die sich mit dem Vorhaben seit 2015 befasst, und er hat ein theologisches Papier in die Diskussion eingebracht, das die Möglichkeiten der Bewegung »Fresh X« für Anhalt auslotet: Mit »Fresh expressions« (frische Ausdrucksformen) werden neue kirchliche Gruppen bezeichnet, die sich seit 1990 in der Church of England entwickelt haben. Die Bewegung zielt darauf ab, die Menschen in ihrem Alltag zu erreichen. Denn traditionelle Ausdrucksformen der Kirche, so die These, seien für einen Großteil der britischen Bevölkerung uninteressant geworden. In Deutschland setzt sich Michael Herbst, Professor für Praktische Theologie an der Universität Greifswald, für die Aufnahme dieser Idee in den evangelischen Landeskirchen in Deutschland ein (Quelle: Wikipedia).

Für mehr Vielfalt

»Anhalt ist auch Mitglied im Fresh-X-Netzwerk in Deutschland«, so Theodor Hering. Für ihn geht der Impuls für eine Umgestaltung der Landeskirche von der Formulierung im Glaubensbekenntnis aus: »die eine heilige, christliche und apostolische Kirche«. Diese könne sehr unterschiedliche Gemeindeformen haben – neben der Parochie zum Beispiel die Schulgemeinde, die Hauskirche oder Milieugemeinde, in denen Beziehungen gelebt werden. »Ich bin dafür, mehr Vielfalt zuzulassen«, sagt er. »Wir müssen ein betende und eine hörende Kirche sein: hören auf Gott und die Menschen, die um uns leben.« Bei »Fresh X« heißt es dazu: »Es ist nicht die Kirche Gottes, die einen missionarischen Auftrag in der Welt hat. Vielmehr hat ein missionarischer Gott eine Kirche in der Welt.«

Angela Stoye

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Evangelische Marktwirtschaft

16. Februar 2018 von redaktionguh  
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Arbeit als Gottesdienst: Das Verhältnis der Protestanten zur Wirtschaft war immer vielfältig. Da ist zum einen der Stolz darauf, dass sie es waren, die ein modernes, produktives Wirtschaften überhaupt erst in Gang setzten.

Ohne Luthers und Calvins Berufsethik und ihr Dienstethos, ohne Sparsamkeit und Hingabe an die Arbeit keine protestantische Arbeitsethik, kein ehrbares Handwerk und auch kein Unternehmertum. Die Reformatoren erklärten die Arbeit zum Gottesdienst, weswegen sie viele Feiertage abschafften und religiöse Energien in den Alltag umleiteten. Seitdem, so wird immer wieder gerne erzählt, waren die evangelischen Gegenden, besonders die reformierten, wirtschaftlich ganz vorne. Genau deswegen – nicht aus Nächstenliebe – holte seinerzeit der Große Kurfürst die strebsamen Hugenotten nach Brandenburg und Berlin.

Und so blieb das auch bis ins 19. Jahrhundert hinein. Die großen Unternehmergestalten der Gründerjahre: mit großer Mehrheit Protestanten. Lange blieben die katholischen Gegenden im Rückstand. Protestantismus und Wirtschaft legitimierten sich so gegenseitig: Wer modern sein wollte, der gehörte zu beidem dazu, war liberal – und mit Verachtung schaute man auf die anderen, die anscheinend in jeder Hinsicht rückwärtsgewandten Katholiken.

Aber da gab es durchaus auch Bedenken. Die neue Wirtschaft, bald als Kapitalismus bezeichnet, sprengte in ihrer Aggressivität alles, was die Gesellschaft bis dahin zusammengehalten hatte: moralische Maßstäbe, Gemeinschaften, Schutz der Schwachen, Ordnungen aller Art, die Orientierung und Halt vermittelten. Je länger desto deutlicher schien nun nur noch das Geld, der Profit, die Konkurrenz zu regieren. Der Mensch – nur noch Mittel zum Zweck? Was hatte man da bloß losgetreten? Die Protestanten begannen sich zu besinnen und verpflichteten nun den Staat, um auch in der Wirtschaft mit Gesetzeskraft »von oben« für menschliche Maßstäbe zu sorgen. Dafür wurde ein »soziales Königtum« gefordert und einer der ganz großen evangelischen Reformer, Bismarck, bekannte sich gar – mit vielen anderen – als »Staatssozialist« – was allerdings mit dem Sozialismus der Arbeiterbewegung nichts zu tun hatte. Den lebendigen Kontakt zu ihr verlor die obrigkeitstreue Kirche. Und als dann 1919 die Könige und der Kaiser über Nacht verschwanden, wurden die Protestanten reaktionär – mit fürchterlichen Folgen. Zur Wirtschaft verloren die meisten den Bezug; man zog sich in den sozialen Bereich zurück. Innere Mission und Diakonie wurden zu Bewährungsfeldern der evangelischen Christen, während die Katholiken sehr erfolgreich die deutsche Wirtschafts- und Sozialordnung prägten.

Kirchturm – Geldtürme: Die Skyline des Bankenviertels in Frankfurt am Main. Mittendrin der Kirchturm der evangelischen Hauptkirche St. Katharinen. Seit 1802 ist sie Eigentum der Stadt Frankfurt, die seitdem für den Unterhalt verantwortlich ist. Foto: Jörg Hackemann / travelview – stock.adobe.com

Kirchturm – Geldtürme: Die Skyline des Bankenviertels in Frankfurt am Main. Mittendrin der Kirchturm der evangelischen Hauptkirche St. Katharinen. Seit 1802 ist sie Eigentum der Stadt Frankfurt, die seitdem für den Unterhalt verantwortlich ist. Foto: Jörg Hackemann / travelview – stock.adobe.com

Aber dann waren es 1945 im Westen wiederum hauptsächlich Protestanten, die nun etwas völlig Neues konzipierten: die Soziale Marktwirtschaft als Dritten Weg zwischen angelsächsischem liberalen Marktkapitalismus und dem realen Sozialismus in der DDR und anderswo. Im Osten blieben Christen von politischer Mitgestaltung ausgeschlossen. Die Idee war: Man braucht eine starke unternehmerisch angetriebene Marktwirtschaft, um eine flexible Versorgung der Menschen sicherzustellen – und man braucht sozialen Ausgleich. Konkurrenz in der Wirtschaft ist nötig, um Machtballungen zu verhindern. Leistung muss gerecht belohnt werden; etwas, was den Deutschen bis heute ganz wichtig ist. Und natürlich braucht es soziale Sicherungen gegen Armut, Alter, Krankheiten, Arbeitslosigkeit: einen Sozialstaat.

Und heute? Der Wohlstand wächst immer weiter – die durchschnittliche Lebenserwartung steigt alle vier Jahre um ein Jahr. Angst vor Arbeitslosigkeit haben zur Zeit nur wenige Menschen. Und doch gibt es viel Kritik. Die soziale Ungleichheit ist gestiegen.

Deutschland gehört tatsächlich nur wenigen Reichen. Und der Unterschied zwischen Ost und West verschwindet nicht aus der Welt. Neue Trends – Digitalisierung – machen Angst: Wer kann da auf die Dauer noch mithalten? Armut ist gerade im reichen Deutschland ganz bitter, und Hartz IV ist sicherlich kein Ermutigungsprogramm. Ist das wirtschaftliche Leben von christlichen Werten bestimmt? Zweifel bleiben.

Gerhard Wegner

Der Autor ist Direktor des Sozialwissenschaftlichen Institutes der EKD.

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Feindlich, staatszersetzend, Christ

22. Januar 2018 von redaktionguh  
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Erinnerung: Mit dem Porträt des Kirchenhistorikers und Zeitzeugen, Professor Peter Maser, der sich in Sachen Aufarbeitung verdient gemacht hat, startet unsere Serie über »Christen in der DDR«.

Peter Maser steht im Innenhof der Gedenk- und Bildungsstätte Andreasstraße in Erfurt und blickt auf den Kubus, einen dunklen Würfel, bemalt mit Comiczeichnungen, die von den aufwühlenden Tagen im Spätherbst 1989 in Erfurt erzählen. »Ich glaube, das ist das bisher einzige gelungene und überzeugende Denkmal der friedlichen Revolution, das wir haben«, erklärt er nachdenklich.

Maser ist 74 Jahre alt und seine Geschichte ist eng und untrennbar mit der Andreasstraße verbunden. Dabei hat er zu diesem Ort gar keinen persönlichen Bezug. »Ich habe hier weder eingesessen, noch kenne ich irgendwelche Familienangehörige oder Freunde, die das taten«, betont er. Aber natürlich hat er in den vergangenen Jahren zahlreiche Menschen getroffen, deren Biografie auf fatale Weise mit diesem Ort verbunden ist.

Maser selbst hat auch eine DDR-Vergangenheit. Der gebürtige Berliner, der in Sachsen-Anhalt aufwuchs und heute in Bad Kösen lebt, besuchte in den 1950er-Jahren die Landesschule Pforta, ein Internatsgymnasium in Naumburg. »Das war eine sehr bekannte und traditionsträchtige Lehranstalt, die in der Zeit, als ich da zur Schule ging, gerade mit brachialer Gewalt zu einer sozialistischen Heimoberschule umgestaltet wurde.«

Zeitzeuge und Wissenschaftler: Peter Maser ist eng mit der Gedenk- und Bildungsstätte Andreasstraße verbunden. Foto: Diana Steinbauer

Zeitzeuge und Wissenschaftler: Peter Maser ist eng mit der Gedenk- und Bildungsstätte Andreasstraße verbunden. Foto: Diana Steinbauer

Maser war aktives Mitglied der Jungen Gemeinde, die der DDR-Führung ein Dorn im Auge war. Nachdem er seine Aktivitäten nicht einschränkte, musste er nach der 10. Klasse die Oberschule verlassen. Er ging ans Proseminar nach Halle, eine der kirchlichen Hochschulen in der DDR, die auf das Theologiestudium vorbereiten durften. »Eigentlich konnten die Absolventen dieser Schulen nur an kirchlichen Hochschulen studieren, aber zu meiner Zeit war es gerade möglich, auch an staatliche Universitäten zu gehen.« So kam er nach Halle, studierte ab 1962 Theologie und machte später dort auch seinen Doktor. Und das ganz ohne Hochschulreife. Er sei wohl der einzige Professor und Direktor eines geisteswissenschaftlichen Instituts in Deutschland, der nie Abitur gemacht habe, sagt er heute nicht ohne Stolz.

Peter Maser führt durch die verschiedenen Etagen der Andreasstraße. Das Gebäude diente schon zur Kaiserzeit als Gefängnis. Die Nationalsozialisten brachten hier ihre Gefangenen unter. Später nutzte die Stasi diese Räume, um vermeintliche Gegner einzusperren.
»Haft – Diktatur – Revolution« ist die Ausstellung überschrieben. Hier wird die Geschichte des Ortes lebendig. Das wird in der Dauerausstellung, aber vor allem auf der Haftetage deutlich. Man spürt förmlich die Wirkmächtigkeit des DDR-Apparats und das Ausgeliefertsein derer, die sich nicht konform zeigten.

Dem langen Arm der Stasi konnte sich der Kirchenhistoriker nicht entziehen. Der unbeugsame junge Mann, der auch aus seinem Glauben und seinen Ansichten keinen Hehl machte, war der Stasi ein Dorn im Auge. Die Staatssicherheit ließ ihn nicht mehr aus den Fängen. Wähnte man Maser doch als das Haupt einer feindlichen, staatszersetzenden Gruppe. »Das war ich nicht«, erklärt Maser. »Natürlich waren wir kritisch. Wir haben im privaten Kreis den jungen Marx gelesen und auch über die aktuellen Verhältnisse kritisch diskutiert, aber eine feindliche Gruppe waren wir ganz sicher nicht.«

Die Übergriffe der Stasi wurden immer massiver. Maser stellte 1976 einen Ausreiseantrag und verlor daraufhin seine Stelle. »1977 reiste ich mit meiner Familie und der tatkräftigen Unterstützung der Kirchenleitung in Magdeburg, die erkannt hatte, dass es mit mir in der DDR nicht mehr lange gutgehen wird, in die Bundesrepublik aus«, so Maser.

Er wurde wissenschaftlicher Mitarbeiter des Kirchenamtes der EKD in Hannover und Lehrbeauftragter der Universität Münster. Dort habilitierte er sich 1988 in Kirchengeschichte. In all diesen Jahren verlor Maser jedoch nie den Blick für die Situation der Kirche in der DDR. Immer wieder publizierte er zu diesem Thema.

Nach der Wende berief man ihn im Bundestag als Berater zur ersten Enquete-Kommission. Es sei schon damals klar gewesen, »dass es im Grunde genommen kein Kapitel der DDR- und SED-Geschichte gab, in dem die Kirche nicht maßgeblich vorkam.«

Peter Maser vereinigt zwei Attribute. Er ist Zeitzeuge und Wissenschaftler. Einer, der sich sehr früh darüber Gedanken machte, wie dieser Teil der deutschen Geschichte aufgearbeitet und tradiert werden sollte. In die Überlegungen zur Nutzung des früheren Stasi-Gefängnisses in der Erfurter Andreasstraße bezog 1992 das Thüringer Kultusministerium Maser ein. »Daraus entwickelte sich dann über mehrere Jahre eine sehr intensive, anstrengende, aber immer spannende Mitarbeit und Zusammenarbeit in Erfurt«, so Maser. Es war von Beginn an keineswegs klar, was werden sollte. Eine aktive Gruppe, die sich im »Freiheits e.V.« zusammengeschlossen hatte und zu der viele ehemalige Häftlinge gehörten, schlug eine Gedenkstätte für die Opfer der SED-Diktatur vor.

Am Ende eines langen Prozesses stand die Entscheidung, hier einen Ort mit zweipoliger Erinnerung zu schaffen, der zwei scheinbar gegensätzliche Themen verbindet: Unterdrückung und Befreiung. Die Gedenkstätte erinnert an Haft und Repression, an DDR-Unrecht in vielfältiger Form und an das Wirken des Ministeriums für Staatssicherheit (MfS). Zugleich hält sie die Erinnerung an die friedliche Revolution wach. Deren Geschichte mit der erzwungenen Öffnung der Stasi-Zentrale am 4. Dezember 1989 durch Bürgerrechtler wird hier erzählt.

Peter Masers Engagement für die Andreasstraße ist ungebrochen. An der Aufarbeitung der Geschichte von Christen in der DDR ist er ebenfalls beteiligt. Auch in der Arbeitsgemeinschaft, die die interministerielle Arbeitsgruppe in der Thüringer Staatskanzlei unterstützt, ist er dabei. Er ist zuversichtlich, was die Aufarbeitungsbemühungen anbelangt: »Dass das Thema ›Christen in der DDR‹ mit Ernsthaftigkeit und auf unterschiedlichen Ebenen behandelt wird, wirkt sich allmählich aus«, ist er sich sicher. »Also, ich kann kein Bundesland sehen, in dem das mit dieser Intensität abläuft, wie das hier in Thüringen geschieht.«

Diana Steinbauer

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