Wie sich die EKM entwickelt hat

13. August 2018 von redaktionguh  
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Nach dem Rückblick auf den Brief aus Halle zur Kirchenfusion (Nr. 27, S. 5) wollte Leserin Christiane Paul wissen, wie sich die Vereinigung der Kirchenprovinz Sachsen (KPS) mit der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche in Thüringen zur Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland (EKM) in den vergangenen 15 Jahren entwickelt hat. Brigitte Andrae, Präsidentin des Landeskirchenamtes der EKM, und der Leiter des Finanzdezernates, Oberkirchenrat Stefan Große, antworten.

Hat sich das Zusammenlegen von zwei Kirchen auch innerhalb der EKD ausgewirkt?
Andrae:
Der Prozess des Zusammenschlusses der Kirchenprovinz Sachsen und der Thüringer Landeskirche ist innerhalb der EKD mit großer Aufmerksamkeit verfolgt worden. Das hing sicher auch damit zusammen, dass eine Vereinigung von Landeskirchen ein eher seltener Vorgang ist.

Außerdem schlossen sich zwei Kirchen zusammen, die nach Gemeindegliederzahlen annähernd gleich groß waren sowie unterschiedlichen Konfessionen und damit unterschiedlichen konfessionellen Zusammenschlüssen (UEK und VELKD) angehörten. Die EKM ist die einzige Landeskirche innerhalb der EKD, die Mitglied beider konfessioneller Zusammenschlüsse ist. Innerhalb dieser, wie auch innerhalb der EKD, hat die EKM eine wichtige Stimme.

Wie zeigt sich das?
Andrae:
Ich nenne einige Beispiele: Unsere Kirchenverfassung gilt als eine der modernsten innerhalb der EKD und war Vorbild für andere Kirchenverfassungen wie die der Nordkirche 2012. Unsere Erfahrungen im praktischen Umgang mit verschiedenen Bekenntnisgrundlagen werden immer wieder nachgefragt.

Wir haben eine Vereinheitlichung wichtiger rechtlicher Regelungen innerhalb der EKD angeregt. So ging der Anstoß, ein EKD-weit einheitliches Pfarrdienstgesetz zu schaffen, von der damaligen, aus beiden Vorgängerkirchen bestehenden Föderation aus.

Die Bischofskirche: Der Magdeburger Dom ist die Predigtkirche der Landesbischöfin. Gleich daneben, der Bischofssitz und Teilbereiche des Landeskirchenamtes. Im Erfurter Collegium maius ist das Landeskirchenamt beheimatet. Foto: epd-bild

Die Bischofskirche: Der Magdeburger Dom ist die Predigtkirche der Landesbischöfin. Gleich daneben, der Bischofssitz und Teilbereiche des Landeskirchenamtes. Im Erfurter Collegium maius ist das Landeskirchenamt beheimatet. Foto: epd-bild

Zu nennen sind auch unsere innovativen Vorhaben und Projekte wie die Erprobungsräume, das Pachtvergabeverfahren, für das die EKM 2015 den 1. Preis beim Wettbewerb »BodenWertSchätzen« der Deutschen Bundesstiftung Umwelt und des Rates für Nachhaltigkeit erhielt, oder das erst kürzlich preisgekrönte Projekt »Vereinheitlichung und Optimierung des Personalmanagements nach dem Zusammenschluss der evangelischen Kirchen in Mitteldeutschland«. Diese Beispiele wären ohne die mit dem Zusammenschluss gewonnenen Ressourcen so nicht möglich gewesen. Nachgefragt werden auch unsere praktischen Erfahrungen als Kirche in einem stark säkularisierten Umfeld von anderen Landeskirchen. Die Ausgestaltung und weitere Entwicklung der EKM wird daher nach wie vor mit Interesse verfolgt. Gelegentlich machen wir dabei die Erfahrung, dass unsere Stimme, wie die anderer östlicher Landeskirchen auch, nicht ausreichend gehört wird. Es bleibt also eine wichtige Aufgabe, auf unsere spezielle kirchliche und gesellschaftliche Situation immer wieder hinzuweisen.

Brigitte Andrae. Foto: epd-bild

Brigitte Andrae. Foto: epd-bild

Konnte die vereinigte Kirche stärker ausstrahlen?
Andrae:
Das gerade Gesagte möchte ich mit dem Hinweis ergänzen, dass die EKM ein wichtiger Player im Dialog mit staatlichen Stellen auf Landes- und kommunaler Ebene und mit anderen Akteuren der Zivilgesellschaft ist. Auch dafür einige Beispiele:

So nehmen Landesbischöfin Ilse Junkermann und andere Leitungsverantwortliche auf allen Ebenen unserer Landeskirche regelmäßig zu wichtigen Fragen des gesellschaftlichen Zusammenlebens Stellung. Die EKM, ihre Kirchenkreise und Gemeinden öffnen mit ihren Veranstaltungen Räume für den öffentlichen Diskurs. Das gilt beispielsweise auch für das Landeskirchenamt in Erfurt, das seit 2011 zusammen mit zwei Kooperationspartnern zu der Reihe »Collegium maius Abende« einlädt. Und mit der Übernahme der Trägerschaft für die Opferberatung »ezra« (für Opfer rechter, rassistischer und antisemitischer Gewalt) 2012 hat die EKM ein wichtiges Signal gesetzt.

Wurden die Hoffnungen auf Einsparungen erfüllt? Oder wurden diese durch Mehrausgaben an anderer Stelle nicht erreicht?
Große:
Der Zusammenschluss der beiden ehemaligen Teilkirchen zur EKM hatte einen wichtigen Kernprozess: die Strukturanpassung im übergemeindlichen Bereich. Ziel war es, die Explosion der Ausgaben oberhalb der Gemeinden zu vermeiden, Einsparungen nachzuweisen, Doppelstrukturen zu überprüfen sowie innovative Ansätze und eine qualitätsvolle Arbeit im Landeskirchenamt sowie den unselbstständigen Werken und Einrichtungen zu ermöglichen.

Stefan Große. Foto: EKM

Stefan Große. Foto: EKM

Mit Beschluss der Landessynode vom 10. November 2010 wurde dieser flächendeckende Prozess abgeschlossen. Die Ziele wurden erreicht. Die Kostendisziplin im Landeskirchenamt und den unselbstständigen Werken und Einrichtungen wurde befördert. Das gilt insbesondere für den anschließenden Prozess der Organisationsentwicklung im Landeskirchenamt.

Welche Veränderungen gibt es?
Große:
Mit dem Haushalt 2014 haben wir Finanzbudgets eingeführt, die sich an der Organisationsstruktur des Landeskirchenamtes orientieren. Damit steht den Dezernaten und der Landesbischöfin für ihre Bereiche ein Gesamtbetrag (Budget) zur Verfügung, mit dem alle anfallenden Ausgaben zu decken sind. Damit wird die Eigenverantwortung der Dezernate gestärkt, sie werden zu einer sparsamen Haushaltsführung motiviert und die laufende Bewirtschaftung wird durch die Deckungsfähigkeit der Personal- und Sachkosten auf der Ebene des jeweiligen Budgets erleichtert.

Was bedeuten die Veränderungen für die Kirchenkreise und -gemeinden?
Große:
Mit der Neufassung des Finanzgesetzes konnten wir eine bessere Umsetzung der Vorgaben aus der Verfassung erreichen. Es gewährleistet den solidarischen, sparsamen, wirtschaftlichen und transparenten Einsatz aller kirchlichen Mittel und setzt auf das eigenverantwortliche Handeln der Kirchenkreise und Kirchengemeinden gemäß der jeweils eigenen spezifischen Situation.

Besonders hervorzuheben ist, dass verbindlich geregelt ist, dass der Löwenanteil der kirchlichen Mittel zur Finanzierung der Aufgaben der Kirchengemeinden und Kirchenkreise einzusetzen ist. Das passiert in den jährlichen Haushaltsplänen, mit denen in den vergangenen Jahren stets der Nachweis geführt wurde, dass diese Regelung mit durchschnittlich 77 Prozent der Plansumme strikt eingehalten wird. Ganz besonders erwähnenswert ist auch, dass die EKM im Finanzgesetz die Finanzierung des Verkündigungsdienstes der Kirchengemeinden und Kirchenkreise in den Mittelpunkt rückt. Veränderungen dort bedeuten automatisch die gleichen Veränderungen im Bereich der Landeskirche. Das ist auch der Grund dafür, dass im Etat 2019 die Kürzungen im Verkündigungsdienst im gleichen Verhältnis den landeskirchlichen Anteil an der Plansumme betreffen.

Ich betone: Ohne die Kirchenfusion wären derartige Regelungen zugunsten der Kirchengemeinden und Kirchenkreise nicht gelungen, ganz abgesehen davon, dass die jeweilige Teilkirche für sich drastischer hätte einsparen müssen und die Qualität ihrer Werke und Dienste wie auch der landeskirchlichen Verwaltung nicht hätte halten oder gar ausbauen können.

Benötigt die EKM weiterhin drei Leitungsebenen, wo doch die Gemeinden zum Fusionieren aufgefordert werden, um Personal zu sparen? Käme die Landeskirche nicht mit Bischof oder Bischöfin und Superintendenten aus?
Andrae:
Was ist das für ein merkwürdiges Kirchenbild? Als Juristin verweise ich auf unsere Kirchenverfassung. Die Grundbestimmungen heben hervor, dass die EKM in den vielfältigen Formen von Gemeinden und Diensten lebt und die verschiedenen Rechtsformen (Ebenen) als Zeugnis- und Dienstgemeinschaft eine innere und äußere Einheit bilden. Innerhalb dieser Einheit nehmen die verschiedenen Ebenen ihre jeweiligen Aufgaben eigenverantwortlich wahr.

Oder ist gemeint, dass es keine Regionalbischöfinnen und Regionalbischöfe mehr in der EKM geben soll? Dem würde ich widersprechen. Das regionalbischöfliche Amt hat eine wichtige Scharnierfunktion zwischen der landeskirchlichen Ebene und den Kirchenkreisen und Gemeinden. Regionalbischöfinnen und Regionalbischöfe haben Anteil an der geistlichen Leitung der EKM, sie begleiten die Mitarbeitenden in ihrem Dienst, repräsentieren Kirche auch gegenüber staatlichen Stellen und der Gesellschaft.

Kommentare bitte an: leserbriefe@glaube-und-heimat.de

Ideen aus den Kirchenkreisen

22. Mai 2017 von redaktionguh  
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Bugenhagenhaus: EKM auf der »Weltausstellung Reformation«

Mit Ausstellungen, Vorträgen und Filmvorführungen ist auch die Evangelische Kirche Mitteldeutschlands auf der »Weltausstellung Reformation« präsent. Vom
20. Mai bis 10. September sind Kirchenkreise und Werke der EKM Teil des Reformationssommers, sagte Adelheid Ebel vom EKM-Projektbüro Reformationsjubiläum in Wittenberg. Im Bugenhagenhaus neben der Stadtkirche stellt sich die Landeskirche vor.

»Die Idee eines Ausstellungsorts für die EKM geht auf Propst Siegfried Kasparick zurück«, erinnert Adelheid Ebel an den im vergangenen Jahr verstorbenen Ökumene- und Reformationsbeauftragten der mitteldeutschen Landeskirche. Gemeinsam mit Christiane Schulz, Leiterin der landeskirchlichen Geschäftsstelle für die Lutherdekade, hat Adelheid Ebel diese Idee umgesetzt. Das Programm ist angelehnt an die 16 Themenwochen der »Weltausstellung Reformation«, die mittwochs beginnen und bis Montag dauern; dienstags ist die Weltausstellung geschlossen.

Adelheid Ebel, EKM-Projektbüro Reformationsjubiläum im Bugenhagenhaus. Foto: Thomas Klitzsch

Adelheid Ebel, EKM-Projektbüro Reformationsjubiläum im Bugenhagenhaus. Foto: Thomas Klitzsch

Den Auftakt in der Festwoche vom 20. bis 29. Mai macht die von Landesbischöfin Ilse Junkermann zum Reformationsjubiläum angestoßene Initiative »Offene Kirche« sowie das Querdenker-Projekt von Kirche und Internationaler Bauausstellung in Thüringen. In der sich anschließenden Europa-Woche rücken die Beziehungen der EKM zu ihren europäischen Partnern in den Fokus. In der Ökumene-Woche ab 7. Juni präsentiert sich das Lothar-Kreyssig-Ökumene-Zen­trum, und der Kirchenkreis Bad Liebenwerda wird schildern, wie Ökumene im Elbe-Elster-Land gelebt wird. Mitte August heißt die Themenwoche »Bibel und Bild«: Dann werden im Bugenhagenhaus der Kirchenkreis Weimar mit seiner Kinderbibel, die Kunstgutbeauftragte der EKM und die Kirchliche Stiftung Kunst- und Kulturgut in der Kirchenprovinz Sachsen das Programm gestalten. In den Blick genommen werden dabei Kinderbilder des Reformationszeitalters.

Auch die Evangelischen Frauen, die Evangelische Erwachsenenbildung, die Schulstiftung, viele Kirchenkreise aus Nord und Süd sowie die Erprobungsräume stellen sich im Verlauf der Weltausstellung im Bugenhagenhaus vor. »Die vielen Ideen zeugen von der Fülle unserer Landeskirche«, freut sich Adelheid Ebel über die Vielfalt der kommenden Wochen.

Katja Schmidtke

Kirchen: Gemauerte Predigt

28. Oktober 2016 von redaktionguh  
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Unsere Kirchengebäude sind ein Schatz, anvertraute Güter und: Eigentum verpflichtet. Es gibt also gute Gründe, nachzudenken, wie wir mit unseren Gebäuden umgehen.

Hinzu kommt eine typisch ostdeutsche Erfahrung: Für so viele Menschen, die oft seit zwei Generationen keinerlei Beziehung zur Kirche als Institution mehr hatten, reduziert sich ihr »Kirchenbild« erheblich. Sie wissen nichts von Kirchenkreis und Landeskirche, und dass sie »evangelisch« und »katholisch« unterscheiden können, ist auch nicht selbstverständlich. Zumindest interessiert sie es nicht. Ihr Kirchenbild reduziert sich ganz schlicht auf das Kirchengebäude. Das Erstaunliche ist, dass viel mehr Menschen, als zu unseren Gemeinden gehören, ein Interesse an den Kirchengebäuden haben. Die zahlreichen Kirchbauvereine haben das immer wieder gezeigt. Es gibt viele, die wollen, dass Gottesdienst stattfindet, ohne dass sie selbst dahin gehen. Etliche spenden für Kirche und Glocken, ohne unsere Veranstaltungen zu besuchen.

Aus diesem Umstand müssen wir in unseren Kirchengemeinden folgern: Das Kirchengebäude ist heute für viele oft der einzige Zugang zu den Inhalten unseres Glaubens. Und: Dazu müssen wir sie erschließen und manchmal nur schlicht aufschließen. Auch das muss am Ende mit Behutsamkeit geschehen: Einerseits soll die Kirche für die Menschen offen, verständlich und leicht zugänglich sein, andererseits ist sie der Ort, an dem die »Ehre Gottes wohnt«, den es als solchen zu erhalten gilt. Beide Anliegen stehen oft genug in Spannung miteinander. Es geht um die Spannung, in der unser Verkündigungsdienst immer wieder steht.

Möglichst große Nähe zu den Menschen, aber Klarheit in der Sache des Evangeliums. Leicht kann es da passieren – und die Geschichte unserer Kirche hat dafür ungezählte Beispiele –,
dass man auf die eine oder andere Seite rutscht: Dann bin ich ganz nah bei den Menschen, schaue ihnen aufs Maul und rede ihnen möglicherweise nach dem Mund, und habe ihnen aber nichts mehr zu sagen. Oder aber ich bin dogmatisch super eindeutig, lasse nicht den geringsten Zweifel aufkommen und – erreiche die Menschen um uns her nicht.

Auf oder zu? Im Reformationsjahr sollen möglichst viele Kirchen in Mitteldeutschland geöffnet werden, so wie die Autobahnkirche in Hohenwarsleben an der A 2 im Kirchenkreis Haldensleben-Wolmirstedt. Foto: Katja Schmnidtke

Auf oder zu? Im Reformationsjahr sollen möglichst viele Kirchen in Mitteldeutschland geöffnet werden, so wie die Autobahnkirche in Hohenwarsleben an der A 2 im Kirchenkreis Haldensleben-Wolmirstedt. Foto: Katja Schmnidtke

Wer heute Kirchen besucht, findet oft Kinderspielecken, Büchertische und die Fotos aller Konfirmanden und Täuflinge der letzten Jahre. Das ist in Ordnung, wenn es den Charakter des Hauses als Ort, an dem »Gottes Ehre wohnt«, nicht beschädigt. Es ist also gut, wenn Gemeindekirchenräte genaue Rechenschaft darüber geben, wie sie einladend ihre Kirche gestalten und dennoch nicht überdecken, dass nicht sie es sind, die in diesem Haus den Mittelpunkt bilden.

Unsere Kirchengebäude sind gemauerte Predigt. Der Glaube der Väter und Mütter hat sich in diesen Gebäuden manifestiert. Das ist gute protestantische Tradition: der Glaube sucht sich Formen, um sich auszudrücken. Aber heute geht es oft umgekehrt: Wir müssen mit einem Wachsen von außen nach innen rechnen: der Glaube wächst – so dürfen wir hoffen – aus dem Einüben in äußere Formen und Bräuche. Dazu müssen heute unsere Kirchengebäude helfen: Sie sind der Ort, an dem Menschen in die Grundformen des Glaubens eingeführt werden. Da kommt das Hören vor dem Reden und dazu braucht es Stille.

Da muss ich unbeobachtet und ungestört sitzen, ruhen und beten können. Da sollte durch alles, was »drumherum« passiert, deutlich werden: hier ist heiliger Ort, an dem möglichst vieles, was zu sehen und zu hören ist, von Ehrfurcht vor Gott getragen ist. Zu solchem Ort passte es besser, die Menschen eher zu segnen als zu belehren. Das klingt alles nicht recht protestantisch, aber entspricht in vieler Hinsicht den heutigen Menschen, die weniger über den Kopf zu erreichen sind als wir verkopften Protestanten oft denken.

Bevor wir Kirche aus »lebendigen Steinen« »zum geistlichen Haus« erbauen können (1. Petrus 2, Vers 5) wird heute oft der Bau aus den Feld- oder Backsteinen stehen. Gott sei Dank haben wir so viele und so tolle Kirchengebäude. Sie sind heute unser besonderer mitteldeutscher Zugang zu den Menschen.

Axel Noack

Der Autor ist Professor für Kirchengeschichte an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg und war bis 2008 Bischof der Kirchenprovinz Sachsen.

Was geht, was geht nicht?

10. April 2016 von redaktionguh  
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Kirchbauvereine: Bei der Sanierung von Kirchen sind sie willkommen – bei der Nutzung gibt es mitunter Ärger

Vielen Menschen ist der Erhalt der Kirche im Dorf wichtig. Ausdruck dafür sind die Kirchbauvereine, in denen sich bei weitem nicht nur Christen engagieren.

Wie viele es auf dem Gebiet der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland (EKM) wirklich gibt, weiß auch der dafür Beauftragte nicht zu sagen. In seiner Kartei hat Propst i.R. Reinhard Werneburg rund 450 Adressen von Kirchbauvereinen. Darunter sicher auch manche, die inzwischen eingeschlafen sind. Und andere kenne er gar nicht. Denn für Kirchbauvereine gibt es keine Meldepflicht bei der Landeskirche. Was Werneburg allerdings weiß: Noch 1989 galten von den mehr als 4 000 Kirchen und Kapellen auf dem Gebiet der EKM über 25 Prozent als baulich ruinös. Heute trifft dies im Bereich der früheren Thüringer Kirche noch auf rund 1,5 Prozent, im Bereich der ehemaligen Kirchenprovinz Sachsen mit ihrem ungleich höheren Gebäudebestand auf rund 2,5 Prozent zu. Diese Bilanz ist nicht zuletzt dem Einsatz jener Vereine zu danken, die unermüdlich Spender mobilisieren, Sponsoren suchen, Fördermittel beantragen und als »Heimwerker im Gotteshaus«, wie das »Zeit-Magazin« sie einmal nannte, ungezählte Arbeitsstunden ableisten. Dabei wirken in den Vereinen oftmals viele kirchenfremde Menschen mit. Ihre Motivation: Unsere Kirche soll im Dorf bleiben.

Kirchbauvereine leisten vielerorts Großes. Heute sind nur noch 2 Prozent der Kirchen in Mitteldeutschland ruinös. Fotos: Burkhard Dube/Jürgen Scheere/G+H-Archiv

Kirchbauvereine leisten vielerorts Großes. Heute sind nur noch 2 Prozent der Kirchen in Mitteldeutschland ruinös. Fotos: Burkhard Dube/Jürgen Scheere/G+H-Archiv

Genau bei dem »unsere« entstehen aber gelegentlich auch Reibungsflächen, wie Architekt Ulrich S. (Name geändert) berichtet. Seit Jahrzehnten betreut er immer wieder kirchliche Sanierungsprojekte und weiß: Mit einem Kirchbauverein gibt es neben dem Gemeindekirchenrat, dem zuständigen Pfarrer und der zumeist involvierten Denkmalpflege einen vierten Partner. Und der darf nicht nur als wohlfeiler Geldbeschaffer gesehen werden, sondern muss mit seinen Wünschen und Erwartungen ernst genommen werden. Zum Beispiel, wenn es um die künftige Nutzung der Kirche geht.

Lebhaft erinnert sich S. an die Situation, als das Familienmitglied eines höchst aktiven Kirchbauers kurz nach der Fertigstellung des prächtigen Dorfkirchleins verstarb. Die Trauerfeier sollte natürlich in der Kirche stattfinden. Doch die Familie war kein Kirchenmitglied, die Trauerfeier sollte deshalb eine »weltliche« werden. »Nein«, sagte ein kirchlicher Vorgesetzter, er wolle keinen Präzedenzfall schaffen. Die Wogen gingen
hoch.

»Verständlich«, findet Reinhard Werneburg und verweist auf die durchaus mögliche multifunktionale Nutzung der Kirche, etwa auch für weltliche Trauerfeiern. Im Norden der EKM sei dies weithin üblich. Aber, so Werneburg: »Egal wer und mit wie viel Geld und Engagement einer die Kirche wieder aufgebaut hat, das Eigentum und das Hausrecht verbleiben bei der Kirchengemeinde, vertreten durch den Pfarrer und den Gemeindekirchenrat.« Zugleich verrät er, dass auch er gelegentlich einen »übergriffigen« Kirchbauverein »zurechtstutzen« müsse. Besonders wenn ein starker Verein und ein schwacher Gemeindekirchenrat aufeinanderträfen, seien Spannungen vorprogrammiert. Und es gebe Nutzungsvorstellungen, die mit den kirchlichen Regeln nicht vereinbar wären. Diese Regeln seien für die Menschen vor Ort oft schwer zu verstehen, sagt Architekt Ulrich S.

»Was spricht denn, wenn räumlich möglich, gegen eine Tanzveranstaltung in der Kirche?« Es werde doch immer wieder betont, dass es für Protestanten keine »heiligen« Räume gebe und die Kirche nur Menschen und keine Gebäude segne. »Ich kann doch nicht plötzlich anfangen, vom heiligen Kirchenraum und dem geweihten Altar zu reden, habe mich aber vorher zehn Jahre lang nicht daran gestört, dass die Tauben auf eben diesen Altar geschissen haben«, bringt er es drastisch auf den Punkt.

Für Gespräche und klare Nutzungsvereinbarungen plädiert deshalb Werneburg. Denn auch er sieht die Kirchbauvereine als langfristige Partner über die reine Sanierung hinaus beim Erhalt der Kirchen. Dem gemeinsamen Nachdenken und Gespräch sowie der fachlichen Weiterbildung dient deshalb auch das jährliche Treffen der Kirchbauvereine. Sie kommen an diesem Sonnabend, 9. April, in das Erfurter Augustinerkloster zusammen.

Harald Krille

Kommt Jubiläum von Jubeln?

31. Oktober 2015 von redaktionguh  
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Reformationstag: Trotz aller konfessionellen Unterschiede verbindet uns mehr, als uns trennt

Worum geht es am Reformationstag? Es gibt wahrlich keinen Grund, die Kirchenspaltung zu feiern. Wir können uns aber unserer Gemeinsamkeiten besinnen.

Im Jahre 1717, zum 200. Reformationsjubiläum, hat der Prorektor der damals jungen Universität Halle, der Jurist und Historiker Johann Peter Ludewig, in einer berühmten »Dica Jubileorum«, also einer »Anklagerede gegen die Jubiläen« darauf hingewiesen, dass Jubiläen zu feiern keine evangelische Eigenart sei. Luther selbst habe sie verworfen. Wollte man hingegen die Einrichtung eines Jubiläums mit dem Hinweis auf das sogenannte Jobeljahr, also das biblische Erlassjahr rechtfertigen, wie es bei Mose (3. Mose 25,8 ff.) beschrieben wird, dann hätte die Christenheit in eine kritische Prüfung der Situation einzutreten und Korrekturen vorzunehmen. Für das Jahr 1717 schreibt Ludewig: »Die gegenwärtige Lage des Protestantismus ist auch wahrlich nicht danach angetan, Jubelfeste zu feiern.«

Hat er oder hat er nicht? Martin Luther – auch als Playmobil-Figur der Renner – mit Hammer und den 95 Thesen vielleicht vor der Schlosskirche in Wittenberg? Foto: Adrienne Uebbing

Hat er oder hat er nicht? Martin Luther – auch als Playmobil-Figur der Renner – mit Hammer und den 95 Thesen vielleicht vor der Schlosskirche in Wittenberg? Foto: Adrienne Uebbing

Und heute? Sicher, es geht uns – auch als Kirche – viel besser als damals. Ja, wir danken Gott für die in der Reformation erfolgte Erneuerung unserer Kirche, die »Kirchenreinigung«, wie die Alten vor uns sagten.

Aber wir haben allen Grund, kritische Rückschau zu halten. Eine Folge der Reformation war eben die große Spaltung der Christenheit. Sie zog viel Unglück, Verfolgung und Vertreibung in ganz Europa nach sich. Tausende wurden zu Glaubensflüchtlingen. Der so schlimme Dreißigjährige Krieg hat damit unmittelbar zu tun. Hier haben Christen auf Christen eingeschlagen. Und danach hatten es Christen anderer Konfession dort besonders schwer, wo eine der Konfessionen die Mehrheit hatte. Das gilt für Katholiken, Lutheraner und Reformierte in nahezu gleicher Weise. Dass die evangelische Christenheit untereinander in eine schlimme Spaltung, ja Feindschaft zwischen »Lutheraner« und »Reformierte« zerfallen ist, hat das Ganze noch wesentlich erschwert.

Wir könnten – neben aller Freude über die reformatorische Erneuerung – auch heute kritische Rückschau halten und mit den Geschwistern der anderen christlichen Konfessionen unsere gemeinsame Schuldgeschichte aufzuarbeiten versuchen. Sollen wir also statt eines Jubiläums ein »Jobeljahr« begehen? Vermutlich ist das etwas viel verlangt, aber dass wir allen Grund haben, genau zu sehen, wie die kirchlichen Spaltungen unsere Verkündigung erschweren und behindern, ist wohl jedem deutlich.

Wie viele Menschen meinen heute, dass Religionen nur Stress und Krieg befördern? Viele denken sogar, dass die Welt friedlicher wäre wenn es überhaupt keine Religion gäbe. »Hört mir bloß auf mit Religion!«, sagen sie und stellen fest: »Die schlagen sich doch nur gegenseitig die Köpfe ein. Schaut nach Nordirland, nach Syrien und so weiter.« Hier im Osten Deutschlands können dann noch viele ergänzen: »Gott sei Dank, das mit der Religion haben wir in unserer Familie hinter uns.« Dass von Glauben und Religion Friedfertigkeit ausgeht, ist heute sehr schwer zu vermitteln und wohl eine der größten Herausforderung für unser Reden und Handeln.

Es ist also besonders wichtig, dass wir zeigen können: Trotz aller konfessionellen Unterschiede sind wir gemeinsam Christen. In den wesentlichen Punkten unseres Glaubens, wie sie unser Apostolisches Glaubensbekenntnis aufzählt, mit dem wir jeden Sonntag Gott loben, stimmen wir vollkommen überein. Wer so glaubt, kann mir kein Fremder sein, auch wenn es dann noch zu vielen eigenartigen Zusätzen gekommen ist. Wie nötig wir die gute Verständigung der Christen brauchen, zeigt die nächste große Herausforderung: Das Zusammenleben der Religionen, die »Ökumene der zweiten Art«.

Es gibt also viel zu tun im Blick auf unser Jubiläum 2017.

Axel Noack

Der Autor ist Professor für Kirchengeschichte an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg und war von 1997 bis 2008 Bischof der Kirchenprovinz Sachsen.

Auf dem Weg des Zusammenwachsens

25. November 2014 von redaktionguh  
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Nachgefragt: Drei Mitglieder der ersten EKM-Synode ziehen am Ende der Legislatur Bilanz

Vom 19. bis 22. November kommt die erste Landessynode der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland zu ihrer letzten Tagung zusammen. »Glaube + Heimat« befragte drei Synodale, was sie vor sechs Jahren motivierte, Mitglied des gemeinsamen »Kirchenparlaments« zu werden, auf welche Entwicklungen und Erfahrungen sie zurückblicken und worauf die Landeskirche künftig ihre Kraft und ihr Engagement richten sollte.

Ich bin seit 23 Jahren Pfarrerin in der Altmark. Als die Anfrage für die Mitarbeit in der Landessynode kam, habe ich mich gern zur Wahl gestellt und bin als Vertreterin des pfarramtlichen Dienstes gewählt worden. Ich habe meine Erfahrungen aus der Gemeindearbeit und auch aus kreiskirchlichen Verantwortungen in die Landessynode eingebracht.

Claudia Kuhn ist Pfarrerin in Osterburg, Kirchenkreis Stendal.

Claudia Kuhn ist Pfarrerin in Osterburg, Kirchenkreis Stendal.

Sehr gespannt war ich auf die Synodalen aus den unterschiedlichsten Arbeitsbereichen und aus den doch ganz verschiedenen Regionen unserer Landeskirche von Arendsee bis Sonneberg. Der Dialog mit ihnen hat auch meine Arbeit vor Ort bereichert. Ich denke, wir sind in den vergangenen sechs Jahren ein gutes Stück zusammengewachsen, auch wenn es ganz unterschiedliche Traditionen gibt. »Als Gemeinde unterwegs« zog sich wie ein Leitgedanke durch unsere Tagungen. Auf diesem Weg haben wir ermutigende, manchmal auch enttäuschende Erfahrungen gemacht. Manche Entscheidungen wurden mühsam errungen, andere einstimmig getroffen. Besonders die Tätigkeit im Theologischen Ausschuss war mir wichtig. Mit unseren unterschiedlichen Hintergründen haben wir miteinander diskutiert und einen gemeinsamen Weg gesucht. Das war trotz aller Geschwisterlichkeit nicht immer einfach.

Die Arbeit der Gemeinden vor Ort im Blick zu behalten, sehe ich als eine besonders wichtige Aufgabe auch für die neue Landessynode, der ich allerdings nicht mehr angehören werde. Die gemeinsame Zeit war für mich eine sehr stärkende Erfahrung.

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Ulrike Rynkowski-Neuhof ist Professorin für Gesang und Stimmbildung an der Hochschule für Musik Franz Liszt in Weimar.

Ulrike Rynkowski-Neuhof ist Professorin für Gesang und Stimmbildung an der Hochschule für Musik Franz Liszt in Weimar.

Das war damals keine leichte Entscheidung, und ich habe mich im Vorfeld mit Freunden, Kollegen und sogar mit einigen meiner Studierenden beraten. Sie haben mir alle zugeredet, mich auf diese Weise zu engagieren. Und für mich war es in erster Linie ein Gefühl von Verantwortlichkeit für »meine Kirche«, in die ich mich trotz sehr knapper Freizeit nach Kräften einbringen wollte. Als Professorin der Musikhochschule schlägt natürlich mein Herz in besonderem Maße für die Kirchenmusik in unserer Landeskirche.

Ich zolle den vielen ehrenamtlichen Gemeindegliedern meinen besonderen Respekt für ihr großes und un­eigennütziges Engagement, ohne das Gemeindeleben gar nicht zu denken wäre. Und ich habe allerdings auch erfahren, dass für mich selbstverständliche Dinge »bei Kirchens« manchmal länger dauern.

Worauf die Landeskirche ihre Kraft und ihr Engagement setzen sollte, lässt sich schwer so verkürzt darstellen. Die Basis ist erst einmal eine gute, es beginnen die früheren Landeskirchen Thüringen und die Kirchenprovinz Sachsen in einer gemeinsamen mitteldeutschen Kirche zusammenzuwachsen. Es wird weiter der Anpassung bedürfen, ohne zu sehr zu vereinheitlichen. Qualitätvolle Kirchenmusik in unterschiedlichster Form, Jugendarbeit, Ökumene, die Thematik der Gleichstellung, die Darstellung oder besser noch die deutliche Positionierung unserer Kirche in der Gesellschaft, das wären einige der Zielrichtungen, die ich mir denken könnte.

Als ich 2002 in die zehnte und letzte Thüringer Landessynode gewählt und nach meiner Motivation gefragt wurde, nannte ich gegenüber »Glaube + Heimat« – schon mit Blick auf eine Föderation mit der damaligen Kirchenprovinz Sachsen – drei mir wichtige Schwerpunkte: die Gemeindesicht, das Bekenntnis und die Ökumene. Alle drei Themen sind mir weiter wichtig geblieben, und es gab Zeiten, da war mal mehr das eine, mehr das andere dran. Für mich gehören die drei Felder aber zusammen.

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Sabine Bujack- Biedermann ist Redakteurin bei der Ostthüringer Zeitung in Saalfeld.

Sabine Bujack- Biedermann ist Redakteurin bei der Ostthüringer Zeitung in Saalfeld.

Wirklich zufrieden wäre ich, wenn es uns gelungen wäre, den Gemeinden die Notwendigkeit und die Vorteile der Fusion zur EKM besser zu verdeutlichen. Leider wird sie dort mehr als Sparrunde und Bürokratie wahrgenommen, denn als Chance, mit weniger Gemeindegliedern und weniger Mitteln Neues zu gestalten. Der Gemeindekongress in Halle, der aus unserem Synodenthema »Als Gemeinde unterwegs« erwachsen ist, hat dazu ermutigende, kreative Möglichkeiten gezeigt.

Als Gemeindeglied aus dem Süden der EKM wünsche ich mir, dass es weiter solche Begegnungsmöglichkeiten für die gesamte Landeskirche wie zum Gemeindekongress gibt. Auch Bildung sollte unser ureigenes protestantisches Thema bleiben – mit einem klaren Profil. Außerdem halte ich es für unser christliches, ökumenisches Gebot, uns bei der Betreuung der Flüchtlinge zu engagieren, uns für Frieden ohne Waffen einzusetzen, unseren Reichtum nicht auf Kosten unserer Nachkommen und nicht so wohlhabenden Nachbarn zu mehren, sondern zu teilen.

Große Unterschiede auf kleinem Raum

12. Februar 2013 von redaktionguh  
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Porträt: Der Kirchenkreis Henneberger Land ist der kleinste Kirchenkreis in der mitteldeutschen Kirche

Der Kirchenkreis gehörte einst zur Kirchenprovinz Sachsen. Geprägt ist er zudem durch die thüringische Landschaft.

Die barocke Kreuzkirche in Suhl wurde 1739 eingeweiht. Foto: picture-alliance/dpa

Die barocke Kreuzkirche in Suhl wurde 1739 eingeweiht. Foto: picture-alliance/dpa

Er ist der kleinste Kirchenkreis in der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland (EKM): Der Kirchenkreis Henneberger Land zählt 13900 Gemeindemitglieder in 21 Kirchengemeinden. Geprägt ist er durch die Landschaft, den Thüringer Wald. Es sei ein Unterschied, ob eine Gemeinde auf einer Anhöhe zu Hause ist oder ein Berg überquert werden muss, um die Nachbarorte zu erreichen. »Man kommt nicht leicht zueinander«, sagt Superintendent Martin Herzfeld. Die Menschen im Gebirge hätten ein anderes Lebensgefühl und eine andere Mentalität. Typisch für den Kirchenkreis seien große Unterschiede auf kleinem Raum. Was die Kirchenzugehörigkeit anbetrifft, sieht Herzfeld zudem Differenzen zwischen Stadt- und Dorfgemeinden. In Kuhndorf zum Beispiel gehören 60 Prozent der Bevölkerung zur Kirche. »Das ist spitze.« In Schmiedefeld am Rennsteig hingegen gebe es nur wenige Christen. Und Suhl komme auf eine 12-prozentige Kirchenmitgliedschaft durch die eingemeindeten Dörfer, die den Durchschnitt erhöhen.

Bevor sich Kirchenprovinz Sachsen (KPS) und thüringische Landeskirche zur EKM zusammenschlossen, gehörte der Kirchenkreis Henneberger Land zur KPS. In vielerlei Hinsicht sei die Übernahme der neuen Strukturen nahtlos vor sich gegangen, so der ­Superintendent. Als das Finanzgesetz der EKM eingeführt wurde, »mussten wir nur Kleinigkeiten umlernen«. Viel Eigenverantwortung hätte der Kirchenkreis bereits in der KPS gehabt.

In diese und andere Gegebenheiten konnten sich die Gemeinden schon seit längerer Zeit einüben. »Das ist ­unsere Stärke«, betont Herzfeld. Und: »Wir haben kulturell etwas einzubringen.« Er nennt in dem Zusammenhang die Gleichstellung ohne Rangunterschied von Pfarrern, Gemeindepädagogen und Kirchenmusikern.

Katholische und evangelische Kirche arbeiten eng zusammen. Ausdruck dieser ökumenischen Zusammenarbeit sind die beiden gemeinsam verantworteten Kirchentage 2005 und 2010.
In Schleusingen und Suhl gibt es Bündnisse gegen Rechtsextremismus, an deren Aktionen sich die Kirchen­gemeinden beteiligen.

Die Arbeitslosigkeit in der Region ist gering. Seit der Wende stehen die Chancen hier zwar schlecht, einen Job zu finden. Doch die Menschen haben dank Grenznähe die Möglichkeit, sich in den benachbarten Bundesländern Bayern und Hessen nach einer Arbeit umzuschauen. Viele pendeln. Allerdings verlassen auch etliche junge Leute ihre Heimat, weil sie hier keinen Ausbildungsplatz bekommen. Das macht sich auch in der Kirche bemerkbar. Man freue sich zuweilen über große Konfirmandengruppen, so der Superintendent. Bald jedoch blieben die Jugendlichen fern, weil sie weggehen, um fern von zu Hause einen Beruf zu erlernen.

Ein Höhepunkt sei voriges Jahr das Tauffest des Kirchenkreises gewesen. »Bis Ostern kamen kaum Anmeldungen«, erzählt Herzfeld. »Doch nachdem die Anmeldefrist vorbei war, meldeten sich 20 Leute an, die sich taufen ließen.« Für den Theologen ein Indiz für das große Potenzial an Menschen, die am Rande der Kirche stehen und offenbar darauf warten, angesprochen zu werden. »Das Tauffest ist eine ganz andere Art, sich den Menschen zu ­nähern.« Eine Art, die ankommt.

Beliebt seien in der Kinderarbeit die Freizeiten. Offene Kinder- und ­Jugendarbeit bietet der Evangelische Kinder- und Jugendclub in Benshausen an. Und für die Arbeit mit Migranten wurde im Kirchenkreis eine halbe Stelle eingerichtet.

Nach Einschätzung des Superintendenten konzentrieren sich die sozialen Probleme in Suhl. Hier bestehe beispielsweise die Notwendigkeit einer Tafel. Eine solche gehört zu den Angeboten des Mehrgenerationenhauses Familienzentrum »Die Insel« (siehe auch Nr. 4 vom 27. Januar) in Trägerschaft der Kirchengemeinde St. Marien. Die Haupt- und Kreuzkirchengemeinde betreibt den einzigen in kirchlicher Trägerschaft stehenden Kindergarten »Arche Noah«.

Ein weiterer integrativer Kindergarten im Kirchenkreis steht in diakonischer Trägerschaft. Das Diakonische Werk Henneberg Land unterhält überdies mehrere Einrichtungen, unter anderem ein Kinder- und Jugendheim, ein Seniorenheim, drei Sozialstationen und eine Tagesstätte für ­psychisch Kranke. Zu den Angeboten der Diakonie gehören außerdem flexible ambulante Erziehungshilfen, interdisziplinäre Frühförderung sowie Schwangerschaftskonfliktberatung.

Und nicht zuletzt: Was wäre die ­Region ohne die Kirchenmusik? Für das kulturelle Leben sei sie von großer Bedeutung, hebt Helmut Günzler, ehrenamtlicher Organist, hervor. »Orgel Punkt 12« heißt eine Veranstaltung, zu der von Mai bis September freitags 12 Uhr in die Suhler Kreuzkirche eingeladen wird. 2007 wurde die Eilert-Köhler-Orgel nach der Restaurierung wieder eingeweiht. Wenn sie in den Sommermonaten zu den Konzerten erklingt, würden 70 bis 80 Zuhörer in der Kirche sitzen, sagt Günzler. »Orgel Punkt 12« steht von Mai bis September auch in Schleusingen auf dem Programm.

Ein kultureller Höhepunkt ist jedes Jahr eine Veranstaltungsreihe von Juni bis September, zu der hochkarätige Musiker eingeladen sind und die sogar Gäste aus Meiningen und anderen Orten anlockt, der Suhler Orgelsommer. Günzler ist überzeugt: »Ohne den wäre das kulturelle Leben bei null.«

Sabine Kuschel

Tansania-Partnerschaft mitgestaltet

29. Januar 2013 von redaktionguh  
Abgelegt unter Sachsen-Anhalt (Archiv)

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Die Afrikanistin Irmtraud Herms aus Halle ist 70 Jahre alt geworden

Das Jahr 1960 war entscheidend für das Leben vieler Menschen. Es ist als »Afrikanisches Jahr« in die Geschichte eingegangen. Denn gleich 17 afrikanische Staaten erlangten die Unabhängigkeit von ihren Kolonialherren. In Halle verfolgte eine damals 17-Jährige voller Aufmerksamkeit die Entwicklung. Um diese Zeit fiel der Schülerin Irmtraud Herms auch ein Buch über den Friedensnobelpreisträger und »Urwaldarzt« Albert Schweitzer in die Hände. Das alles und ihr Interesse für Sprachen und andere Völker gaben für ihr weiteres Leben die Richtung vor. So hatte sie das Glück, zu den ersten Studenten am neu eingerichteten Afrika-Institut der Universität Leipzig zu gehören. Dort studierte sie von 1962 bis 1967 Afrikanistik und Sprachwissenschaft, promovierte 1972 und arbeitete bis zu ihrem Eintritt in den Ruhestand 2003 als wissenschaftliche Assistentin beziehungsweise Mitarbeiterin in Lehre und Erforschung der afrikanischen Sprachen – vor allem Swahili und Hausa. Am 25. Januar feiert Irmtraud Herms ihren 70. Geburtstag. Eine Karriere an der Universität blieb ihr verwehrt. Aber als Afrika-Fachfrau hat sie die Geschichte der 1976 begonnenen Partnerschaft zwischen der Evangelischen Kirche der Kirchenprovinz Sachsen (KPS) und der »Südlichen Zone« der Evangelisch-Lutherischen Kirche Tansanias (ELCT), die das ehemalige Gebiet der Berliner Mission umfasst, mitgeschrieben. Damals gab es einen Grundsatzbeschluss derEvangelischen Kirche der Union, diese Partnerschaft besonders der KPS zuzuordnen.

Hand in Hand: Irmtraud Herms und die Schülerin Irmtraud, Kind der Familie eines Evangelisten. Foto: Reinhard Hentze

Hand in Hand: Irmtraud Herms und die Schülerin Irmtraud, Kind der Familie eines Evangelisten. Foto: Reinhard Hentze

Schon in den 1970er Jahren begleitete Irmtraud Herms tansanische Gäste, die die Kirchenprovinz Sachsen besuchten. Von 1981 bis 1983 leitete sie den ersten Swahili-Sprachkurs für kirchliche Mitarbeiter, gab später Sprachkurse in Magdeburg, am Ökumenisch-Missionarischen Zentrum Berlin und bis heute immer wieder in Halle. Besonders freut es sie, dass aus ihrer Kirchengemeinde »junge Menschen Feuer für die Sprache und die Partnerschaft gefangen haben«. 1987 durfte sie Bischof Christoph Demke als Dolmetscherin auf seiner Tansania-Reise begleiten. 1991 gehörte sie der KPS-Delegation an, als »100 Jahre Evangelium im Süden Tansanias« gefeiert wurde. Die Wende ermöglichte es, dass sie von 1995 bis 1998 an der Sprachschule der ELCT in Morogoro Ausländer in Swahili unterrichten konnte. »Das war eine schöne Zeit mit vielen interessanten Begegnungen, aber sie war nicht leicht«, erinnert sie sich. Denn Unterrichtssprache war Englisch – und da hatte sie viel nachzuholen. Einfacher war es bei den Kontakten zu den Menschen in Tansania. »In der evangelischen Kirche dort habe ich mich schnell heimisch gefühlt«, so Irmtraud Herms. Denn aufgrund der Geschichte gebe es doch sehr viel Verbindendes. Ihre Fachkenntnisse brachte sie unter anderem in den »Kirchlichen und Theologischen Wortschatz Swahili–Deutsch« (Berlin 1991) und 2006 in die Publikation zum 30-jährigen Bestehen der Partnerschaft ein.

Der Saalestadt Halle und ihrer Kirchengemeinde ist Irmtraud Herms immer treu geblieben. Sie gehört dem Gemeindekirchenrat der Paulusgemeinde an und engagiert sich zusätzlich in Altenarbeit und Besuchsdienst. Und sie dient, wie sie sagt, gern als »Motor« und »Brücke« in der Partnerschaft, die ihre Kirchengemeinde seit 1985 nach Ukalawa im Südwesten Tansanias unterhält. Gingen früher regelmäßig Briefe hin und her, sind es heute auch Mails. Ganz wichtig sind gegenseitige Besuche. »Dabei können wir von unseren Partnern lernen, wie man auch unter einfachen Bedingungen fröhlich Gott loben und öffentlich beten kann«, sagt sie. Bei ihren Besuchen hat sie die seelsorgerische und diakonische Arbeit, die die Evangelisten in den Dörfern leisten, kennen und schätzen gelernt. Seit 1991 setzt sie sich besonders für das Schulgeldprojekt ein. Inzwischen unterstützt die Paulusgemeinde jährlich etwa 300 Jugendliche bei der Oberschul- und Berufsausbildung. Viele Pfarrer, Lehrerinnen, Maurer und andere Handwerker oder Krankenschwestern und sogar ein Priester sind ausgebildet worden. Was Irmtraud Herms – nicht nur an ihrem 70. Geburtstag – freut, ist der Lohn für diesen Einsatz: »Sie unterstützen inzwischen selbst Bedürftige und geben uns Dank zurück.«

Mit der Gründung der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland (EKM) ist die Tansania-Arbeit beim Leipziger Missionswerk angesiedelt. »Wir Ehrenamtlichen an der Basis halten die über Jahrzehnte gewachsenen Verbindungen aufrecht«, sagt Irmtraud Herms, und hat dabei nicht nur ihre eigene Gemeinde im Blick. »Denn das ist unser kleiner Beitrag zu einem friedlichen Zusammenleben zwischen Völkern und Kulturen.«

Angela Stoye

Mit Wärme Dinge zum Besseren wenden

26. Oktober 2012 von redaktionguh  
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Pröpstin i. R. Dorothee Mücksch feiert ihren 75. Geburtstag

Jedes Jahr ein bisschen weniger machen, das hat Dorothee Mücksch ­ihrem Mann versprochen. Ein bisschen Tribut muss sie dem Alter zollen, auch wenn es schwerfällt.

Nicht nur in Aschersleben, wo sie seit Langem wohnt und wirkt, kennt man die lebhafte, agile Frau. Vielen ist Dorothee Mücksch als erste Frau der Kirchenprovinz Sachsen im Propstamt in Erinnerung. Mehr Wert aber legt sie darauf, dass sie 1968 als erste verheiratete Frau zur Pfarrerin ordiniert wurde. Nach dem Theologiestudium und dem Ersten Staatsexamen an der Humboldt-Universität war es nicht selbstverständlich, dass sie überhaupt eine Vikariatsstelle bekam. »Das war in Quedlinburg, mein Mann hatte eine Pfarrstelle im benachbarten Neinstedt«, erzählt sie. Das Vikariat mit drei kleinen Kindern – eine Bemerkung am Rande, aus der mitschwingt, dass die Zeit nicht leicht war. Für ihre Ordinierung musste sie aber nicht kämpfen, betont sie. »Vielleicht war die Zeit einfach reif.«

Dorothee Mücksch ist eine lebhafte Gesprächspartnerin, die genau weiß, was sie sagen will, und ihre Zuhörer in den Bann zu ziehen vermag. Foto: Michael Uhlmann

Dorothee Mücksch ist eine lebhafte Gesprächspartnerin, die genau weiß, was sie sagen will, und ihre Zuhörer in den Bann zu ziehen vermag. Foto: Michael Uhlmann

Wie für das Propstamt in Quedlinburg. »Mein Vorgänger war Bernhard Brinksmeier; er war den Mitarbeitern sehr zugewandt«, erinnert sie sich. Sein Vorbild wirkte: keine Kirche, kein Pfarrhaus, die sie nicht kennt. Zu besonderen Anlässen besucht Dorothee Mücksch heute noch »ihre« Ehemaligen – und ist traurig, dass sich kaum jemand von deren Kollegen blicken lässt.
Für andere da sein, sowohl für den Einzelnen als auch für die Gesellschaft, das zieht sich wie ein roter Faden durch ihr Leben als Katechetin, als Pfarrerin, im Ehrenamt. Und nicht zuletzt als Mutter, bei der auch die erwachsenen Kinder Zuspruch und Trost suchen.

Bildung vermitteln und Zuwendung zur Jugend sind Dorothee Mücksch wichtig. Folgerichtig gehörte sie zu den Gründern der Evange­lischen Grundschule, einige Jahre später der Adam-Olearius-Sekundar-schule in Aschersleben. Und sie ist immer noch dabei. Auch als Lehrerin für Religion. »Notgedrungen. Dafür bin ich zu alt. Aber ehe gar kein Reli­gionsunterricht möglich ist, weil ein Lehrer fehlt …«

Auch in der Kommunalpolitik auf Stadt- wie auf Kreisebene ist sie tätig. In die CDU trat sie erst im Ruhestand ein. »Ich bin 1998 schon ausgeschieden, konnte doch nicht herumreisen und Pfarrer zum frühen Ruhestand bewegen, ohne ihn selbst zu praktizieren«, erinnert sie sich. Konsequent zog das Pfarrerehepaar Mücksch aus der Dienstwohnung an den Stadtrand und gab alle Amtsgeschäfte an die Nachfolger ab. Aber gelehrt hat sie weiter, Kunstgeschichte in der Volkshochschule.

»Die Theologie steht bei meinem Mann, bei mir finden Sie Schöngeistiges und die Kunst«, weist sie auf die Bücherwand hinter sich. Da blitzt Schalk auf. Der dürfte ihr helfen, wenn sie etwas bewegen will, hartnäckig, mit Wärme für die Sache und mit Achtung vor dem Gegenüber. Zum Beispiel den Schulbau oder die Neo-Rauch-Galerie – gegen alle finanzpolitischen Bedenken. »Ich schicke alle Gäste in die Galerie, auch zu meinem Geburtstag«, freut sie sich auf die große Familie, die zum 25. Oktober anreisen wird.

Dazu gehören ihr Bruder Lothar de Maizière und ihr Cousin Thomas de Maizière. Probleme mit der Politprominenz in der Familie? »Ich bin ich und mein Bruder ist mein Bruder«, die lapidare Antwort.

Renate Wähnelt

10.000 Euro für die Predigtkirche Luthers

28. Februar 2012 von Redaktion GLAUBE+HEIMAT  
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Evangelische Minderheitskirchen aus aller Welt unterstützen Sanierung der Stadtkirche in Wittenberg

Die weltweite Verbundenheit, die diese Spende ausdrückt, macht sie für mich besonders wertvoll«, sagt der Wittenberger Pfarrer Johannes Block. Die Freude kommt nicht von ungefähr. Am 17. Februar überreichten der Generalsekretär des Gustav-Adolf-Werkes (GAW), Pfarrer Enno Haaks, und Pfarrer Armin Pra, GAW Kirchenprovinz Sachsen, Vertretern der Stadtkirche St. Marien in der Lutherstadt Wittenberg einen Scheck in Höhe von 10000 Euro.

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Bei der Sanierung der Wittenberger Stadtkirche ist Hilfe willkommen. Hier haben Pfarrer Armin Pra, Vorsitzender des GAW in der Kirchenprovinz, Alzbeta Matejovska, Jörg Bielich, Pfarrer Johannes Block und GAW-Chef Enno Haaks allen Grund zur Freude. – Foto: Thomas Klitzsch

Ein Großteil dieser Spende stammt aus dem Ausland. Mit Kollekten haben sich daran Partnerkirchen des Gustav-Adolf-Werks beteiligt, beispielsweise Lutheraner aus Chile, Österreich und Italien, aber auch die Reformierte Kirche aus Ungarn. Für Christen in aller Welt ist die Kirche, in der Martin Luther gepredigt hat, eine Art evangelische Pilgerstätte.

Das GAW hat sich deshalb zum Ziel gesetzt, bis 2017 in Deutschland und in den über 40 Partnerkirchen insgesamt 70000 Euro Spenden für die Renovierung der Stadtkirche in Wittenberg zu sammeln. Angesichts der Sanierungskosten von mindestens 7,8 Millionen Euro ist es eine wichtige Unterstützung für die Stadtkirche.

Jörg Bielig, Mitglied des Gemeindekirchenrats, informierte darüber, dass durch eine Veränderung der Förderbedingungen des Landes Sachsen-Anhalt der Eigenanteil der Gemeinde an den Sanierungskosten nun auf 30 Prozent steigen soll – auf insgesamt 2,3 Millionen Euro.

Ein gewaltiger Unterschied für eine Gemeinde, die in einer extremen Diasporasituation mit einem Anteil von nur zwölf Prozent evangelischen Christen in der Lutherstadt wirkt. Bielig zeigt sich gerührt von dem Gedanken, dass die Spende des GAW zum Teil aus Ländern kommt, wo die finanzielle Situation der Menschen wesentlich schwieriger ist als in Deutschland: »Sie haben doch selber wenig und geben trotzdem für uns.«

(mkz)