Trauer und Erlösung

26. März 2017 von redaktionguh  
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So war das nicht gedacht. Mein Kommentarthema sollte die Aktion von Aldi-Süd sein: Ostern einfach erklärt – Warum feiern wir eigentlich Ostern? Doch in der vergangenen Nacht ist meine Mutter gestorben. Mein Herz ist voll Trauer und wehmütiger, guter Gedanken an sie. Zwei Jahre nach meinem Vater ist sie gegangen. Ich habe meinen Eltern viel zu verdanken. Sie waren Vorbilder im Glauben, haben mich in Höhen und Tiefen begleitet, mir unglaublich viel Gutes mitgegeben und waren da, wenn ich sie brauchte.

Ganz ehrlich, zu Jesu Tod und Auferstehung hatte ich bislang keine emotionale Beziehung. Die Passionszeit gehörte zum Kirchenjahr, war Tradition. Dass Jesus am Kreuz für mich gestorben ist, habe ich zwar gehört, aber stark berührt hat mich das nicht. Jetzt merke ich, dass es eine dunkle Vorstellung wäre, sollte mit dem Tod alles aus sein. Jesus hat den Tod am Kreuz überwunden. Das hat er seinen Jüngern gesagt, erfahre ich auch aus der Osterbroschüre für Kinder von Aldi. Und weiter heißt es da: »Ostern ist das wichtigste Fest der christlichen Kirche. Christen auf der ganzen Welt feiern die Auferstehung von Jesus Christus, dem Sohn Gottes.«

Heute nehme ich Abschied von meiner Mutter. Ich bin mir sicher, es wird kein Abschied für immer sein. Wir sehen uns im Himmel oder wenn Jesus wiederkommt. Das ist eine Gewissheit, die ich spüre und die mir meine Mutter am Kinderbett vorgesungen hat: »Solang mein Jesus lebt und seine Kraft mich hebt, muss Furcht und Sorge von mir fliehn, mein Herz in Lieb erglühn.«

Ich darf traurig sein, aber ich habe auch eine starke Hoffnung. Der Frühling beginnt erst. »Seht auf und erhebt eure Häupter, weil sich eure Erlösung naht« (Lukas 21, Vers 28).

Willi Wild

Glauben ganz praktisch: Wir sind Teil in Gottes Handeln

25. März 2017 von redaktionguh  
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Wenn das Weizenkorn nicht in die Erde fällt und erstirbt, bleibt es allein; wenn es aber erstirbt, bringt es viel Frucht.

Johannes 12, Vers 24

Was es mit dem Weizenkorn auf sich hat, erklärt Jesus selbst seinen Jüngern und damit uns: »Der Same ist das Wort Gottes.« (Lukas 8,11) Welchen wunderbaren Weg dieses Wort geht, können wir bei Jesaja nachlesen: Gleichwie der Regen vom Himmel fällt und nicht wieder dahin zurückkehrt, sondern feuchtet die Erde und macht sie fruchtbar und lässt wachsen, dass sie gibt Samen zu säen und Brot zu essen, so soll das Wort, das aus meinem Munde geht, auch sein. »Es wird nicht leer zu mir zurückkehren, sondern wird tun, was mir gefällt, und ihm wird gelingen, wozu ich es sende.« (Jesaja 55,10.11) Was für ein Wort! Gott spricht und so geschieht es. Wie bei der Schöpfung. Von unserem Mitwirken ist überhaupt nicht die Rede. Es geschieht einfach, weil Gott es so will! Dieses Wort kann aber auch ganz anders: »Es ist wie ein Feuer, wie ein Hammer, der Felsen zerschmeißt.« (Jeremia 23,29) Es ist schärfer als jedes zweischneidige Schwert, das scheidet Seele und Geist, auch Mark und Bein. (Hebräer 4,12) Warum zähle ich das auf? Diese Beispiele aus der Bibel zeigen, wie gefährlich Gottes Wort sein kann und welche Macht es hat. Zurück zum Weizenkorn und dem zarten Wachstum.

Martin Lieberknecht, Pfarrer i. R., Ramsla

Martin Lieberknecht, Pfarrer i. R., Ramsla

Das Weizenkorn ist schließlich Jesus selbst, weil es das fleischgewordene Wort ist. Zu unserem Glück begegnet er uns nicht mit seiner Macht, sondern mit seiner Liebe. Das Korn stirbt nicht einfach, es »erstirbt«. Malcolm, ein gebürtiger Brite, hat mir erklärt, dass dieses deutsche Wort eher einen Vorgang beschreibt als einen Zustand. Deswegen ist dieses eher ungebräuchliche Wort auch in der neuen Lutherübersetzung stehen geblieben. Das gefällt mir. Denn dadurch kommen wir doch noch ins Spiel. In diesen Vorgang sind wir nämlich selber mit hineingebunden. Denn dieser Wochenspruch begleitet uns nicht zufällig ausgerechnet in der Passionszeit:

Jesus stirbt, damit wir leben können. Indem wir unseren Glauben leben, sind wir die Frucht, die Gott sehen will. Sonst wäre das Weizenkorn ja umsonst gestorben. Wäre doch schade um die Saat!

Martin Lieberknecht, Pfarrer i. R., Ramsla

Gespräche am Küchentisch

17. April 2016 von redaktionguh  
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Frühjahrssynode: Im Kirchenparlament wird debattiert, um Formulierungen gerungen und werden Entscheidungen gefällt

Kloster Drübeck, zwischen Ilsenburg und Wernigerode im Harz, ist ein idyllischer Ort der Einkehr – und im Frühjahr Tagungszentrum der Synode der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland (EKM).

Das Mobiltelefon zeigt »kein Netz« und auch der klostereigene, drahtlose Internetzugang scheint auf den Modus Kontemplation eingestellt. Erst auf den zweiten Blick erschließt sich die Eignung für die Tagung eines Kirchenparlaments. Gerade weil hier die Uhren langsamer gehen und die mediale Ablenkung durch die Klostermauern abgehalten wird, muss man sich real begegnen, sei es in der Klosterkirche, in der großen und kleinen Scheune, bei den gemeinsamen Mahlzeiten oder abends in der Weinstube. Anders als bei der Herbstsy­node in Erfurt geht es längst nicht so geschäftsmäßig zu, und auch der Bericht der Bischöfin scheint von der Kloster­idylle inspiriert.

Sie hat zur Illustration eine Farbe gewählt: rosa. Nicht die rosarote Brille, sondern die seltene liturgische Nebenfarbe. Nur zweimal im Kirchenjahr, am 2. Sonntag der Passionszeit und am 4. Advent, ist sie vorgesehen. In der Erläuterung der Liturgischen Konferenz heißt es dazu: »Wegen des freudigen Charakters des Tages kann das Violett zum Rosa aufgehellt sein.« Rosa, gleich Kleinmädchenkultur? Nein, für die Bischöfin steht die Farbe für das Evangelium: »Mitten in unser Leiden, mitten in Schweres und Dunkles hinein lässt Gott das Licht des unvergänglichen Lebens leuchten.« Gottes Lebenskraft gebe dem Leiden und der Not eine Perspektive. Und so die Bischöfin weiter: »Es geht darum, dass wir unsere Träume nicht vergessen.« Die Welt sei nicht rosarot und der Mensch nicht perfekt, aber die liturgische Farbe rosa, das mit heller Freude durchmischte Violett, mitten in der Passions- und Bußzeit, stehe für Hoffnung und Perspektive. »Gottes Lebenskraft, stärker als alle Not, stärker als der Tod«, so Junkermann. Dass sie die Entwicklung in der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland (EKM) durchaus nicht nur rosig betrachtet, daraus machte die Landesbischöfin keinen Hehl. Der Optimierungsdruck gaukle vor, dass es optimale Lösungen gäbe, man müsse sich nur genug anstrengen. Ein Leben unter Dauerdruck schade aber dem Einzelnen und letztlich der Gesellschaft. Junkermann plädierte für Küchentischgespräche anstelle von Patentrezepten oder schnellen Lösungen.

Mit dem Motiv »Ort der Geborgenheit« zur Jahreslosung illustrierte Landesbischöfin Ilse Junkermann ihren Bericht. Die Karte ist zu beziehen bei EFiD Evangelische Frauen in Deutschland. Foto: Three red apples Dawn D. Hanna / Getty Images

Mit dem Motiv »Ort der Geborgenheit« zur Jahreslosung illustrierte Landesbischöfin Ilse Junkermann ihren Bericht. Die Karte ist zu beziehen bei EFiD Evangelische Frauen in Deutschland. Foto: Three red apples Dawn D. Hanna / Getty Images

Nicht am Küchentisch, aber im Plenum wurde konstruktiv und kontrovers diskutiert. Wie über den Antrag des Jenaer Theologieprofessors Manuel Vogel. Die Landessynode möge sich den Einschätzungen der Extremismusforscher Oliver Decker und Matthias Quent anschließen und die Alternative für Deutschland (AfD) als »eine in Teilen rechtsextreme Partei« bezeichnen. Der Stendaler Superintendent Michael Kleemann teilte zwar die Einschätzung Vogels, hielt aber das Kirchenparlament nicht für den passenden Rahmen eines solchen Beschlusses. Der Erfurter Journalist und Historiker Jan Schönfelder meinte, dass die Synode kein Etikett für eine Partei vergeben sollte. Dem widersprach der Synodale Philipp Huhn. Der aus Hessen stammende Vertreter des Landesjugendkonvents hatte sieben Jahre Björn Höcke, den heutigen AfD-Fraktionsvorsitzenden im Thüringer Landtag, als Klassenlehrer. Für ihn, Huhn, sei die AfD eine »Nazipartei«, von der man sich distanzieren müsse.

Der Magdeburger Richter Jan Lemke hielt es für bedenklich, lediglich die wissenschaftlichen Erkenntnisse der Extremismusforscher in einem Synodenbeschluss zu bestätigen. Das sei so, als würde sich die Landessynode einer ärztlichen Diagnose anschließen. Die Arnstädter Superintendentin Angelika Greim-Harland sieht die Gefahr, dass mit der Etikettierung der AfD Gemeindemitglieder ausgegrenzt würden. Auch Landesbischöfin Ilse Junkermann wollte nicht pauschal die Menschen, die die AfD gewählt hatten, verurteilen. Allerdings müssten die menschenfeindlichen und antidemokratischen Standpunkte deutlich benannt werden. Das sei im kritischen und zugleich respektvollen Gespräch auch mit Menschen, die extreme und extremistische Ansichten verträten, möglich und notwendig.

Für den Eisenacher Regionalbischof, Propst Christian Stawenow, könne für Christen nur der durch die Liebe tätige Glaube Maßstab sein. Er halte die AfD für rechtsextrem und menschenfeindlich, damit für Christen nicht wählbar. Die klaren Worte der Bibel ließen keine Spielräume, ergänzte ein anderer Synodaler. Der Elbingeroder Pfarrer Ernst-Ulrich Wachter gab zu bedenken, dass, bei einer Stigmatisierung der AfD, die Bindung einzelner an die Partei sich erst recht manifestieren könnte. Ziel müsse aber eher die Schwächung der AfD sein. Er sprach sich dafür aus, den Antrag auch auf andere rechtsextreme Gruppierungen auszudehnen.

Der Antrag wurde im Ausschuss für ökumenische, gesamtkirchliche und Öffentlichkeitsfragen beraten. Der Beschluss, zum Ende der Landessy­node verabschiedet, liest sich dann so: »Wir beobachten, dass rechtsextreme, menschenfeindliche und demokratieverachtende Positionen nicht nur von Teilen der AfD, sondern auch von Menschen aus der Mitte der Gesellschaft und aus christlichen Gemeinden vertreten werden.« Die Synode tritt gegen Ausgrenzung und Abwertung von Minderheiten, die Verrohung der politischen Kultur sowie die zunehmende Gewaltbereitschaft ein. Gedankt wird allen demokratischen Kräften, die rassistischen und diskriminierenden Äußerungen widersprechen und eine klare Haltung zeigen.

Willi Wild

www.ekmd.de/kirche/landessynode/tagungen

Passionsgeschichte mit Lego

27. März 2016 von redaktionguh  
Abgelegt unter Kirche vor Ort

Pfarrer Michael Weber aus Egeln erzählt Ostern gern auf unkonventionelle Art und Weise

Es bedurfte nicht erst des sensationellen Erfolges eines inzwischen 400 000-mal verkauften Playmobil-Reformators, um zu konstatieren, dass sich religiöse und biblische Themen durchaus mittels Kinderspielzeug vermitteln lassen.

Ein Tisch, zwölf Männer, ein freier Platz: Das letzte Abendmahl einmal anders interpretiert. Fotos: Thorsten Keßler

Ein Tisch, zwölf Männer, ein freier Platz: Das letzte Abendmahl einmal anders interpretiert. Fotos: Thorsten Keßler

Schon lange wird in der kirchlichen Bildungsarbeit auch mit Lego gearbeitet. Durchschnittlich einmal im Monat setzt zum Beispiel der evangelische Pfarrer Michael Weber aus Egeln das zeitlose Spielzeug in seiner Arbeit ein. »Ob mit Kindern oder mit Erwachsenen: Lego ist eine schöne Möglichkeit, um ins Gespräch zu kommen«, sagt Weber. Er macht Kirchenführungen und baut im Anschluss mit den Teilnehmern das Gebäude nach. Oder er erzählt biblische Geschichten mithilfe der Kunststoff-Steine.

So wie jüngst in der Kneipp-Kita »Rappelkiste« in Etgersleben. Auf farbigen Samttüchern hat Michael Weber sieben Stationen der Ostergeschichte aufgebaut. Zehn Kinder und zwei Erzieherinnen scharen sich um die erste Station: Jesu Einzug nach Jerusalem. Während Pfarrer Weber die Geschichte erzählt, rupft der fünfjährige Henry die Plastikpalmen und legt die Blätter auf den Weg. Auf seinem Esel zieht der Lego-Jesus in Jerusalem ein und begleitet die Gruppe zur nächsten Station.

Hier versammeln sich Figuren um einen Tisch. Frieda zählt: Es sind zwölf Männchen. Dazu gesellt sich jetzt der vom Esel abgestiegene Jesus und feiert das letzte Abendmahl, ehe es nebenan im Garten Gethsemane weitergeht.

Einige Bausteine sind wie geschaffen für die Ostergeschichte. An anderen Stationen muss Michael Weber kreativ sein, seiner Fantasie freien Lauf lassen und Teile aus anderen Welten zweckentfremden. »Für Golgatha habe ich den Hügel aus einer Lego-Weltraumplatte gebaut.« Nahezu alle Elemente der Geschichte lassen sich mit den Steinen darstellen, einzig bei der Dornenkrone musste der Pfarrer mit Draht tricksen.

Die bunten Kunststoff-Steine begleiten den Pfarrer seit der Kindheit. Inzwischen lagern einige Hunderttausend der Mini-Klötzchen fein sortiert im Pfarrhaus. Weber öffnet eine der Boxen mit Kleinteilen. »Hier habe ich günstig 400 Oberkörper ersteigert.« In der nächsten Box sind Arme und Hände. Die passenden Köpfe lagern eine Box weiter. Bevor Michael Weber eine Geschichte erzählt, muss er die Figuren zusammensetzen. »Es gibt Leute mit Bart, mit Brille. Die Jünger Jesu hatten wahrscheinlich oft einen Bart. Der Petrus war Fischer, also bekommt er einen gestreiften Oberkörper.« Zwar lege Lego gelegentlich auch religiöse Figuren auf, die meisten Requisiten für eine biblische Geschichte müsse man aber selbst entwickeln.

Michael Weber ist nicht der einzige »Lego-Pfarrer«. So gibt es einen amerikanischen Künstler, der die wichtigsten Geschichten aus dem Alten und Neuen Testament nachgestellt hat, und wer eine Internetsuchmaschine mit den richtigen Begriffen füttert, landet schnell auf Seiten mit richtig professionell gestalteten Fotostrecken.

Die Ostergeschichte in Etgersleben dauert rund 30 Minuten. Gebannt und aufmerksam haben nicht nur die Kinder gelauscht. »Spannend und auch für uns Erwachsene Neues«, findet Gabriela Meyer, die stellvertretende Leiterin der »Rappelkiste«. Wiederholung durchaus erwünscht.

Thorsten Keßler

Bußruf oder Bus-Ruf

22. Februar 2016 von redaktionguh  
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Die Evangelische Akademie Sachsen-Anhalts ruft in Wittenberg zu Einkehr und Buße auf

Ein kleines, mit rotem Stoff bespanntes Podest steht auf dem Wittenberger Marktplatz. Drum herum gruppiert sich ein gutes Dutzend Menschen. Die meisten Passanten eilen vorbei an diesem kalten, windigen Mittwochnachmittag; Männer mit Einkaufstüten, Frauen mit Kindern an der Hand. Um die Ecke tuckert ein Bus – und Friedrich Kramer ist zum Scherzen zumute. Er habe sich schon oft gefragt, sagt der Direktor der Evangelischen Akademie Sachsen-Anhalts, ob die Wartenden an der Haltestelle seinen Bußruf verstehen oder doch einen Bus-Ruf.

Akademie-Direktor Friedrich Kramer auf dem Wittenberger Marktplatz: »Gott ist größer als unsere Enge.« Foto: Alexander Baumbach

Akademie-Direktor Friedrich Kramer auf dem Wittenberger Marktplatz: »Gott ist größer als unsere Enge.« Foto: Alexander Baumbach

Kramer lacht schelmisch und steigt auf das Podest, die berühmten Denkmale von Luther und Melanchthon im Rücken. Seine Stimme hallt über den Markplatz. »Liebe Wittenbergerinnen und Wittenberger, ich rufe euch auf zur Buße und zur Umkehr!«

Politischer Aschermittwoch, Gottesdienste zur Beginn der Fastenzeit – das ist weit verbreitet. Der Wittenberger Bußruf ist aber den Angaben der Evangelischen Akademie zufolge der einzige evangelische seiner Art in Deutschland. Das wundert Friedrich Kramer und seine Mitstreiterin und Kollegin Lydia Schubert. »Die Buße ist doch zentrales Thema der Reformation und Grundlage des Evangeliums«, sagt Kramer. Er möchte die Menschen – Christen wie Nicht-Christen – dazu einladen, die frohe Botschaft neu zu entdecken. Dazu eignet sich das diesjährige Fastenzeit-Motto der EKD in besonderer Weise. Bei »Großes Herz. Sieben Woche ohne Enge« geht es nicht ausschließlich um Verzicht, sondern um Zugewinn. Um Herzsport im besten christlichen Sinne, wie Friedrich Kramer meint.

Trainingsideen liefert die Evangelische Akademie gleich mit: sich selbst aus dem Fokus rücken, anderen zuhören und sich wirklich auf Gespräche einlassen; einen entfernten Bekannten einladen oder den Nachbarn, mit dem man zwar Tür an Tür lebt, der einem aber dennoch fremd ist; teilen, verzeihen, sich mit anderen freuen – ganz ohne Neid und Missgunst; dankbar sein für das große Herz Gottes, der sich hingegeben hat, um uns zu retten. Es gibt viele Übungen, in der siebenwöchigen Fastenzeit ein fröhliches, offenes, gütiges Herz zu trainieren und ohne Enge zu leben.

Ohne Enge, aber nicht ohne Grenzen, wie Akademie-Mitarbeiterin Lydia Schubert in ihrem Teil des Bußrufs vor der Thesentür der Schlosskirche hinzufügt. »Es sind Grenzen, die die Menschlichkeit gebietet. Gute Grenzen.« Sie werden überschritten, wo wir bei unseren Mitmenschen nur Fehler sehen, wo wir nach Geschlecht urteilen oder nach Hautfarbe, wo der Preis das einzige Kriterium für den Konsum ist und Umweltschutz und menschenwürdige Arbeitsbedingungen außer Acht gelassen werden.

Gute Grenzen zu setzen, damit es allen besser gehe, das beginne schon im Kleinen, so Lydia Schubert. Fair gehandelten Kaffee zu trinken oder beim Gemeindefest einmal vegetarisches Essen aufzutischen, sei ein Anfang.

Es sind kleine wie große, schwere wie leichtere Herzübungen, die der Wittenberger Bußruf vereint – bis Ostern ist Zeit dazu, und darüber hinaus.

Katja Schmidtke

»Es geht nicht ums Abnehmen«

22. Februar 2016 von redaktionguh  
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Passionszeit: Etwas weglassen, um etwas zu gewinnen – Fasten ist mehr als der Verzicht auf Genuss

Die Passionszeit gilt im Kirchenjahr als Fastenzeit –eine Bußübung und Besinnung auf das Leiden Christi. Heute stehen Entschlackung und Entschleunigung im Vordergrund.

Gibt man den Begriff »Fastenzeit« in eine der großen Suchmaschinen des Internets ein, so erhält man mehr als 1 150 000 Treffer. »Fastenzeit für Anfänger«, »Tipps und Tricks für die Fastenzeit«, »Anders leben in der Zeit vor Ostern«: so und so ähnlich heißen die angezeigten Seiten. Die Fastenzeit scheint im Bewusstsein der Menschen tief verankert zu sein. Dabei ergab kürzlich eine Umfrage des Nachrichtenmagazins »Focus«, dass nur 22 Prozent der Deutschen während der sieben Wochen vor dem Osterfest ihre Ess- und Trinkgewohnheiten mäßigen. In Ostdeutschland verzichten noch einmal deutlich weniger Menschen auf Alkohol, Fleisch oder andere Genussmittel.

»Wenn man Fasten nur als Verzicht begreift, dann bedeutet das eine Lebensminderung«, erklärt der Augustinerpater Jakob Olschewski. Für Bruder Jakob, der mit seinen Mitbrüdern in der Erfurter Reglergemeinde beheimatet ist, geht es in der Fastenzeit vor allem um das Wecken neuen Lebens. »Es gibt bei jedem Menschen Lebensbereiche, Talente, Interessen, die brach liegen. Ich finde es wichtig, diese zu finden und aufzuwecken, was das eigene Leben und das anderer reicher macht.«

Fotos: piai – fotolia.com

Foto: piai – fotolia.com

Das könnte das Musizieren allein und miteinander sein. Das könnte ein Bibelkreis sein, bei dem man sich mit Gottes Wort, aber auch mit den Menschen dort auseinandersetzt. »Momentan sind wir als Christen wieder besonders gefordert, für den Frieden in der Welt einzutreten, für die Gerechtigkeit und für die vielen Hilfesuchenden, die zu uns gekommen sind und noch kommen werden«, so Bruder Jakob. Das, was wir gerade erleben, könnte unsere Gesellschaft und auch die Christen verändern. »Alles, was dem Leben dient und den Beziehungen zwischen Menschen, ist etwas für die Fastenzeit«, betont er. Dabei könne man auch ganz neue Wege gehen.

So wie Tilman Wagenknecht von Bus und Bahn Thüringen. Mit seinem Team und unterstützt durch die EKM hat der gläubige Christ vor sechs Jahren das »Autofasten« in unserer Region ins Leben gerufen. Sich besinnen und das eigene Leben in der Fastenzeit neu auszurichten, hat für Wagenknecht nicht nur etwas mit Genussverzicht zu tun. »Die berufstätige Generation unserer Tage ist aufgewachsen in einem großen Bewusstsein für Fragen des Umweltschutzes. Doch bei den hohen Mobilitätsanforderungen des Berufslebens fehlen oft die Mittel, um umweltverträglich zur Arbeit und wieder nach Hause zu kommen«, so Wagenknecht. Um Job, Familie und Freizeit unter einen Hut zu bekommen, benutzen viele Menschen das Auto. Die Aktion »Autofasten«, die es auch in Rheinland-Pfalz und den katholischen Bistümern Mainz, Trier und Fulda gibt, will hier zu einem Bewusstseinswechsel verhelfen.

»Unser Autofasten-Mitmach-Kalender kann am Kühlschrank befestigt werden und ich kann immer sehen, wie ich es geschafft habe, umweltfreundlich mobil zu sein«, so Wagenknecht. Dies ist eine Möglichkeit, Schöpfungsverantwortung in der Fastenzeit wahrzunehmen und zu leben. Zusätzlicher Anreiz ist das VMT-Fasten-Ticket, bei dem die Mitmachenden sieben Wochen zum Preis einer vierwöchigen Monatskarte mobil sein können. Das Autofasten zeigt Alternativen auf, verteufelt das Auto aber nicht. Es bleibt eine Möglichkeit, die man nutzen kann.

Regeln und Verbote sind für die meisten Menschen eben nicht attraktiv. Da die Fastenzeit oft als Zeit des Verzichts wahrgenommen wird, ist es bei ihr ebenso. »Nur wenn Menschen die Kirche als eine Gemeinschaft des Lebens und nicht der Regeln, der Ge- und Verbote erleben, werden sie sich ihr zuwenden«, ist sich Bruder Jakob sicher. Darum hält er es für besonders wichtig, dass Christen von der Freude und Lebendigkeit ihres Glaubens Zeugnis abgeben. »Wir gehen auf Ostern zu. Das Leben wird wieder erwachen. Wenn wir das vermitteln, dann werden die Menschen neugierig, auf das was wir glauben und tun«, betont der Augustinerpater.

Er plädiert dafür, das Evangelium ernster zu nehmen. In katholischen, aber auch in manchen lutherischen Aschermittwochsgottesdiensten wird das Aschenkreuz gespendet. Darauf hat Bruder Jakob in diesem Jahr bewusst verzichtet. »Im Matthäusevangelium heißt es: Wenn du aber fastest, so salbe dein Haupt und wasche dein Gesicht, damit du dich nicht vor den Leuten zeigst mit deinem Fasten, sondern vor deinem Vater (…). Und darum habe ich in diesem Jahr stattdessen eine Salbung der Menschen mit Myrrhe-Öl vorgenommen«, so Pater Jakob. »Gott schenkt uns Versöhnung und ruft uns dazu auf, diese Versöhnung und Freude an unsere Nächsten weiterzugeben. Vor allem in der Fastenzeit.«

Etwas weglassen, um etwas zu gewinnen und das Leben neu ordnen. So könnte man den Sinn der Fastenzeit überschreiben. »Es geht ja nicht, wie viele glauben, ums Abnehmen«, sagt Bruder Jakob. »Alkohol, Süßigkeiten, Autofahren: all das hat ja nichts mit meinem Innersten zu tun. Was macht einen Menschen denn lebendig? Das Zusammensein mit anderen. Und darum sollte dies auch im Vordergrund stehen«, meint er. Wenn jemand beschließe, die sieben Wochen vor dem Osterfest mehr Menschlichkeit – zum Beispiel am Arbeitsplatz – zu leben, dann wirke das im Nächsten und einem selber nach. Fastenzeit ist Zeit der Menschlichkeit, ist sich Bruder Jakob sicher.

Diana Steinbauer

Das Leiden der Christen

2. März 2015 von redaktionguh  
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Die Bibel sagt uns klipp und klar, dass ein Leben in der Nachfolge Christi Verfolgung und Leid mit sich bringen kann. Auch wenn sich Christen in der Passionszeit an den Leidensweg Jesu erinnern – dass ihnen selbst Leid und Verfolgung drohen könnte – dieser Gedanke scheint ihnen hierzulande fern. Eher müssen Christen in Deutschland wohl aufpassen, dass ihr Glaube nicht zur Wellness-Religion mutiert. In vielen anderen Ländern hingegen werden Christen diskriminiert, verfolgt oder müssen für ihren Glauben sterben.

Deshalb ruft die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) dazu auf, an diesem zweiten Passionssonntag für verfolgte Christen zu beten. In einer Handreichung hat sich die EKD bereits vor Monaten auf den Schwerpunkt »Christen in der Türkei« festgelegt, weil unsere Glaubensgeschwister dort seit Langem unter vielfältigen Diskriminierungen zu leiden haben.

Doch es sind nicht nur die Christen in der Türkei, die wir in unsere Fürbitte einschließen sollten. In Ägypten, Afghanistan, im Iran, in Libyen, Nigeria, Pakistan, Somalia sind Christen an Leib und Leben bedroht. Jüngst in dieser Woche war die schreckliche Nachricht zu hören, dass die Kämpfer der Terrormiliz »Islamischer Staat« weiter wüten. In Syrien hätten sie Dörfer überfallen, Kirchen angezündet und mindestens 90 assyrische Christen verschleppt.

Was ist die Antwort auf diese Grausamkeit? »Wir engagieren uns für bedrängte und verfolgte Christen mit öffentlichen Kampagnen und in politischen Hintergrundgesprächen«, schreibt die EKD. Und ruft auf, in der Passionszeit für unsere bedrängten und verfolgten Glaubensgeschwister zu beten, denn, neben dem politischen Einsatz für die freie Ausübung des Glaubens von Christen in aller Welt, sei es das Gebet, das ihnen Kraft gebe.

Reminiszere – »Denk an dein Erbarmen, Herr« (Psalm 25,6).

Sabine Kuschel

Im ewigen Kreislauf der Schöpfung

29. März 2014 von redaktionguh  
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Wenn das Weizenkorn nicht in die Erde fällt und erstirbt, bleibt es allein; wenn es aber erstirbt, bringt es viel Frucht.

Johannes 12, Vers 24

Es sind die Kräfte des Frühlings, die den Menschen plötzlich ein Lächeln aufs Gesicht zaubern. Die Natur erwacht zu neuem Leben und bringt uns Hoffnung ins Herz.

Da möchte man am liebsten gar nichts mehr wissen vom Welken und Sterben. Unsere Gesellschaft bedient gern diese Vermeidungsstrategie: Warum sollte man erst den Tod Jesu bedenken, wenn man auch gleich bunte Ostereier und Freude haben kann?

Im ewigen Kreislauf der Schöpfung gibt es aber das eine nicht ohne das andere.

Jesus wusste, dass er sich nicht am Leid vorbeimogeln kann. Er hat uns aber auch gezeigt, dass das Leben nicht im Dunkel stehenbleibt, sondern sich wieder dem Licht entgegenstreckt.

Cornelia Bickelhaupt, Pastorin an der Kirche St. Trinitatis Sondershausen

Cornelia Bickelhaupt, Pastorin an der Kirche St. Trinitatis Sondershausen

Das Weizenkorn muss sterben, um zu einer fruchtbringenden Pflanze verwandelt zu werden, sagte er. Er wollte damit behutsam andeuten, dass sein Weg nicht am Sterben vorbeigeht, sondern nur da hindurch zu neuem Leben führen kann.

Das Weizenkorn wird in die Erde gelegt und stirbt. Es wartet dort, ruht und ist ganz allein. Das Korn in der Dunkelheit und Kühle der Erde sehnt sich nach Wärme und Licht. Ein winziger Keim reckt sich dem entgegen. Ein erstes Grün verheißt Hoffnung, und mit der Hoffnung wächst auch die Pflanze, um viele Körner zu tragen. Wer hätte das gedacht, dass in so einem kleinen Korn so große Möglichkeiten stecken, wenn man es loslassen und sterben lassen kann? So leuchtet uns in der Passionszeit schon von fern die Sonne am Ostermorgen.

Alles Sterben birgt die Hoffnung der Auferstehung in sich, auch wenn es uns schwerfällt und schmerzt und wir am liebsten gleich nur die reine Freude hätten. Jesus ist zu uns gekommen, damit wir das mit ihm erfahren können: Die Dunkelheit wird nicht bleiben. Das Licht ist stärker und verwandelt sie zu neuem Leben. Die Schöpfung zeigt es uns in jedem Frühling.

Cornelia Bickelhaupt, Pastorin an der Kirche St. Trinitatis Sondershausen

Der Unglaube bringt unnütze Sorge

7. März 2014 von redaktionguh  
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Dazu ist erschienen der Sohn Gottes, dass er die Werke des Teufels zerstöre.
1. Johannes 3, Vers 8 b

Schon seit der alten Kirche stehen innere Einkehr und Umkehr ganz im Zentrum der Passionszeit. Das Fasten soll den Bußfertigen dabei helfen, sich auf das Wesentliche zu konzentrieren. Auch die biblischen Texte nehmen darauf Bezug, gerade am Sonntag Invokavit.

Michael Kleemann, Superintendent in Stendal

Michael Kleemann, Superintendent in Stendal

Die Versuchungsgeschichte von Jesus, seine Begegnung mit des Teufels sündhaft verlockenden Angeboten und Jesu Standhaftigkeit. Die Epistel aus dem Hebräerbrief knüpft eben da an und ganz ähnlich der aktuelle Wochenspruch. Sein Verfasser schreibt im 3. Kapitel des 1. Johannesbriefes zunächst ganz begeistert darüber, was es bedeutet, zu »Gottes Kindern« zu gehören. Es ist aber auch von »des Teufels Kindern« die Rede und von dem, was beide unvereinbar trennt. Da habe ich schon lebhafte Bilder im Kopf, meist Fernsehbilder. All die Opfer- und Tätergeschichten; die Gewalt- und Missbrauchsexzesse der letzten Wochen. Was gäbe ich dafür, wenn doch jemand diesen »Werkzeugen des Teufels« Einhalt gebieten würde.

»Dazu ist erschienen der Sohn Gottes …!« Darf ich vom Gottessohn erwarten, dass er hier eingreift? Bin ich damit nicht viel zu schnell wieder weg von mir selber? Buße fängt wohl bei mir persönlich an, aber wie anfangen? Wer kennt solche Selbstzweifel besser als Martin Luther? Dem verzagten Philipp Melanchthon schreibt er: »Ich hasse gar sehr deine elenden Sorgen, von denen du, wie du schreibst, ganz verzehret wirst. Dass sie dein Herz so beherrschen, liegt nicht an der Größe der Not, sondern an der Größe deines Unglaubens. Als ob du durch diese deine unnütze Sorge wirklich etwas ausrichten könntest! Was kann denn der Teufel mehr tun, als dass er uns töte!«

Das ist Luthers unerschütterliche Gewissheit: Christus hat das Böse besiegt und uns damit zu Befreiten gemacht. An uns ist nun, daran festzuhalten, zu glauben, zu leben und schließlich getröstet zu sterben.

Dazu helfe uns Gott!

Michael Kleemann, Superintendent in Stendal

Und da stand letztlich einer ganz allein

1. März 2014 von redaktionguh  
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Seht, wir gehen hinauf nach Jerusalem, und es wird alles vollendet werden,
was geschrieben ist durch die Propheten von dem Menschensohn.
Lukas 18, Vers 31

Das Wir entscheidet! So konnten wir es vor einigen Monaten immer wieder lesen. Bei unserem Wochenspruch scheint es auf den ersten Blick auch so zu sein. Es klingt nach etwas Gemeinsamem, wenn es heißt: »Wir gehen hinauf nach Jerusalem.« Jesus nahm seine Jünger auf den alles entscheidenden Weg mit. Dass dieser anders sein würde als all das, was die Jünger bisher mit ihm erlebten, wollten diese nicht begreifen. Ja, viel mehr noch, sie verdrängten das angedeutete Leiden ihres Meisters und vermochten dieses nicht zu akzeptieren. Ungeachtet dessen nahm Jesus sie trotzdem mit. Er ging mit ihnen seinen Weg, der begleitet war vom Jubel der Menschen und der in Verspottung, Leiden und einem qualvollen Tod endete.

Erik Hannen, ordinierter Prädikant im Kirchenkreis Egeln

Erik Hannen, ordinierter Prädikant im Kirchenkreis Egeln

Wir gehen am Aschermittwoch in die Passionszeit. In den kommenden Wochen werden wir an diesen Leidensweg Jesu erinnert. In den Passionsandachten oder der eigenen Bibellese sind wir angehalten, darüber nachzudenken. Das Wir entscheidet? Damals wurde aus dem Wir mit einem Mal ganz schnell ein Er. Zu Beginn waren viele mit ihm unterwegs: als er heilte, als er Tote auferweckte, als er seine guten Wunder tat. Somit ist es auch verständlich, dass etliche mit ihm nach Jerusalem zogen. Aber letztendlich stand da kein Wir, sondern nur noch einer! Es ist der eine, der um Gottes Plan weiß. Es ist der eine, der sich im vollen Bewusstsein seiner schweren Aufgabe stellte und den qualvollen Weg in aller Konsequenz ging.

»Seht, wir gehen hinauf nach Jerusalem.« Es ist ein Wir, weil Jesus uns mitnimmt auf seinen Weg. Wir dürfen ihn begleiten, weil er möchte, dass wir dabei sind. Das ist das Bild vom Wir! Ich bin dankbar, dass er trotz des Versagens seiner Jünger, damals wie heute, zu ihnen steht. So hoffe und bete ich, dass er uns auch in seiner Liebe empfangen wird und dass wir dann verstehen, wenn er zu uns sagt: »Es musste so sein!«

Erik Hannen, ordinierter Prädikant im Kirchenkreis Egeln

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